Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

So werden Smartphones «grenzsicher» gemacht

Chinesische Grenzer sollen eine Spionage-App auf Smartphones von Touristen installieren, die von Kirgistan nach West-China kommen. Das schreckt auf. Zwar bereist kaum jemand diese Region. Doch wie schützt man sein Gerät generell vor übergriffigen Staaten?



Smartphone-Nutzung am Flughafen
Wer seine Daten bei der Reise in bestimmte Länder als gefährdet einstuft, kann möglichen Ausspähversuchen von Smartphone und Co bei der Grenzkontrolle einiges entgegensetzen.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Es kommt nicht häufig vor, aber immer wieder hört man von Reisenden, die am Flughafen oder an der Grenze aufgefordert werden, ihr Smartphone zu entsperren und auszuhändigen.

Laut einer Recherche unter anderem der «Süddeutschen Zeitung» installiert die chinesische Regierung Touristen bei der Einreise eine Überwachungs-App auf deren Smartphones, um sie dadurch auszuspähen.

Ob und wie man sich auf so eine Situation vorbereiten möchte, hängt ganz von der eigenen Risikoeinschätzung ab, erklärt die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF). Faktoren, die in die persönliche Bewertung einfließen können, seien unter anderem die eigene Reisegeschichte, also Länder in die man schon eingereist ist. Oder die Schutzwürdigkeit der Daten, die man besitzt oder mit denen man arbeitet. Zu diesen Maßnahmen rät die EFF:

- Backup anlegen: Egal, ob Smartphone, Tablet oder Notebook: Vor der Reise sollten alle Daten auf Geräten, die man mitnimmt, gesichert werden. So schützt man sich vor einem Totalverlust, wenn Geräte beschlagnahmt werden.

- Reise-Smartphone anschaffen: Man kann sich überlegen, ein Gerät mit weniger oder gar keinen sensiblen Daten nur vorübergehend zu nutzen - also etwa für die Dauer einer Reise.

- Daten löschen oder auslagern: Wer mit seinem regulären Gerät reist, sollte möglichst viele Daten darauf löschen - von Mails über den Browser-Verlauf bis hin zu Dokumenten. Alternativ kann man möglichst viele Daten in einen Online-Speicher auslagern - am besten verschlüsselt.

- Daten-Verstecke nützen nichts: Es gibt Apps, die Dokumente oder Bilder verbergen können. Ebenso lassen sich versteckte Partitionen auf Notebook-Festplatten einrichten. Allein: Grenzbeamte wissen das meist auch und suchen danach.

- Keine biometrischen Zugangssperren nutzen: Fingerabdruck-, Iris-, Venen- oder Gesichtsscanner sind zum Freigeben von Geräten praktisch, aber längst nicht so sicher wie starke Passwörter.

- Verschlüsseln: Die EFF rät außerdem dazu, das ganze Smartphone beziehungsweise die komplette Notebook-Festplatte zu verschlüsseln. Bei iPhones läuft das automatisch übers Passwort. Bei Androiden muss man dies in den Einstellungen aktivieren. Mac-Books verschlüsselt man mit dem integrierten Filevault, Windows-Notebooks mit Bitlocker oder dem freien Veracrypt.

- Ausschalten: Bevor man an die Grenze gelangt oder kontrolliert wird, sollte man seine Geräte ausschalten. So lassen sich gegebenenfalls High-Tech-Angriffe verhindern.

- Keine unüblichen Vorsichtsmaßnahmen: Diese könnten Grenzbeamte misstrauisch werden lassen, warnt die EFF. Wer etwa ein neues oder sichtlich ungenutztes Telefon aus der Tasche zieht, sein reguläres Gerät aber versteckt hält und dabei auffällt, riskiert erst recht, eingehend untersucht zu werden.

- Nach einer Kontrolle: Wer den Eindruck hat, dass trotz der Vorsichtsmaßnahmen Zugangsdaten zu Geräten oder Diensten ausspioniert worden sind, sollte die Passwörter ändern. Beim Verdacht, dass Spionagesoftware installiert wurde, sollte man Mobilgeräte auf die Werkseinstellungen zurücksetzen oder sein Notebook neu aufsetzen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 07. 2019
13:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Biometrik Chinesische Regierungen Daten und Datentechnik Fingerabdrücke Gerät Mobilgeräte Passwörter Smartphones Spähprogramme Tablet PC iPhone
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Netzwerkkabel

15.08.2019

Mehr als eine Million Fingerabdrücke offen im Netz

Fingerabdrücke und andere biometrische Merkmale sind als Zugangsdaten besonders sensibel, weil man sie bei einem Dateneinbruch im Gegensatz zu einem Passwort nicht einfach ändern kann. Nun ist ein gigantisches Datenleck ... » mehr

In-App-Käufe

23.08.2019

In-App-Käufe nur nach Passworteingabe erlauben

Durch In-App-Käufe können zunächst kostenlose Spiele-Apps richtig teuer werden. Um Kostenfallen oder Sicherheitsprobleme zu vermeiden, sollten Smartphone-Gamer einiges beachten: » mehr

iPhone 8

25.07.2019

Screenshots auf dem Smartphone machen

Wie vom Computer- lässt sich auch vom Smartphone-Bildschirm ein Screenshot machen. Das dauert nicht lange - nur funktioniert es je nach Gerät jeweils anders. » mehr

Log-in per Smartphone

13.08.2019

Firefox für Android unterstützt jetzt passwortfreie Log-ins

Bisher gibt es noch wenige Dienste, die die Authentifizierungsmethode WebAuthn anbieten. Jetzt ermöglicht Firefox passwortfreies Anmelden auch für Android-Geräte. » mehr

Rechner und Co verkaufen

08.07.2019

Was muss man beachten, wenn Rechner und Co verkauft werden?

Ein geheimes Raketenwerfer-Handbuch auf dem gebraucht gekauften Laptop? Offenbar kein Scherz. Jüngst soll etwa ein Bundeswehr-Rechner mit ungelöschter Festplatte bei Ebay verkauft worden sein. Ist es so schwierig, Daten ... » mehr

Notebook auf Reisen

05.07.2019

Hotel-PCs nur fürs Surfen und Lesen nutzen

Für Reisende sind kostenlos nutzbare PCs in Hotel-Lobbys oder an Flughäfen sehr nützlich. Jedoch ist davon abzuraten, sich an so einem Gerät für Online-Dienste jeglicher Art einzuloggen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 07. 2019
13:34 Uhr



^