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So werden Smartphones «grenzsicher» gemacht

Chinesische Grenzer sollen eine Spionage-App auf Smartphones von Touristen installieren, die von Kirgistan nach West-China kommen. Das schreckt auf. Zwar bereist kaum jemand diese Region. Doch wie schützt man sein Gerät generell vor übergriffigen Staaten?



Smartphone-Nutzung am Flughafen
Wer seine Daten bei der Reise in bestimmte Länder als gefährdet einstuft, kann möglichen Ausspähversuchen von Smartphone und Co bei der Grenzkontrolle einiges entgegensetzen.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Es kommt nicht häufig vor, aber immer wieder hört man von Reisenden, die am Flughafen oder an der Grenze aufgefordert werden, ihr Smartphone zu entsperren und auszuhändigen.

Laut einer Recherche unter anderem der «Süddeutschen Zeitung» installiert die chinesische Regierung Touristen bei der Einreise eine Überwachungs-App auf deren Smartphones, um sie dadurch auszuspähen.

Ob und wie man sich auf so eine Situation vorbereiten möchte, hängt ganz von der eigenen Risikoeinschätzung ab, erklärt die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF). Faktoren, die in die persönliche Bewertung einfließen können, seien unter anderem die eigene Reisegeschichte, also Länder in die man schon eingereist ist. Oder die Schutzwürdigkeit der Daten, die man besitzt oder mit denen man arbeitet. Zu diesen Maßnahmen rät die EFF:

- Backup anlegen: Egal, ob Smartphone, Tablet oder Notebook: Vor der Reise sollten alle Daten auf Geräten, die man mitnimmt, gesichert werden. So schützt man sich vor einem Totalverlust, wenn Geräte beschlagnahmt werden.

- Reise-Smartphone anschaffen: Man kann sich überlegen, ein Gerät mit weniger oder gar keinen sensiblen Daten nur vorübergehend zu nutzen - also etwa für die Dauer einer Reise.

- Daten löschen oder auslagern: Wer mit seinem regulären Gerät reist, sollte möglichst viele Daten darauf löschen - von Mails über den Browser-Verlauf bis hin zu Dokumenten. Alternativ kann man möglichst viele Daten in einen Online-Speicher auslagern - am besten verschlüsselt.

- Daten-Verstecke nützen nichts: Es gibt Apps, die Dokumente oder Bilder verbergen können. Ebenso lassen sich versteckte Partitionen auf Notebook-Festplatten einrichten. Allein: Grenzbeamte wissen das meist auch und suchen danach.

- Keine biometrischen Zugangssperren nutzen: Fingerabdruck-, Iris-, Venen- oder Gesichtsscanner sind zum Freigeben von Geräten praktisch, aber längst nicht so sicher wie starke Passwörter.

- Verschlüsseln: Die EFF rät außerdem dazu, das ganze Smartphone beziehungsweise die komplette Notebook-Festplatte zu verschlüsseln. Bei iPhones läuft das automatisch übers Passwort. Bei Androiden muss man dies in den Einstellungen aktivieren. Mac-Books verschlüsselt man mit dem integrierten Filevault, Windows-Notebooks mit Bitlocker oder dem freien Veracrypt.

- Ausschalten: Bevor man an die Grenze gelangt oder kontrolliert wird, sollte man seine Geräte ausschalten. So lassen sich gegebenenfalls High-Tech-Angriffe verhindern.

- Keine unüblichen Vorsichtsmaßnahmen: Diese könnten Grenzbeamte misstrauisch werden lassen, warnt die EFF. Wer etwa ein neues oder sichtlich ungenutztes Telefon aus der Tasche zieht, sein reguläres Gerät aber versteckt hält und dabei auffällt, riskiert erst recht, eingehend untersucht zu werden.

- Nach einer Kontrolle: Wer den Eindruck hat, dass trotz der Vorsichtsmaßnahmen Zugangsdaten zu Geräten oder Diensten ausspioniert worden sind, sollte die Passwörter ändern. Beim Verdacht, dass Spionagesoftware installiert wurde, sollte man Mobilgeräte auf die Werkseinstellungen zurücksetzen oder sein Notebook neu aufsetzen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 07. 2019
13:34 Uhr

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10. 07. 2019
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