Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Promi-Hype und Datenschutz-Bedenken um FaceApp

Per App können sich junge Leute sofort in Greise verwandeln. Das sorgt für viel Spaß im Netz. Doch bei allem Hype um die Smartphone-Anwendung FaceApp wächst die Sorge um die persönlichen Daten.



FaceApp
Die Anwendungssoftware FaceApp ist auf einem Smartphone installiert.   Foto: Jenny Kane/AP/dpa

Digitaler Spaß oder Sicherheitsrisiko? Die Smartphone-App FaceApp hat aktuell Hochkonjunktur. Millionen Menschen teilen in Sozialen Medien mit Hilfe der App um Jahrzehnte gealterte Bilder von sich. Auch bekannte Stars wie der kanadische Rapper Drake oder der US-Komiker Kevin Hart befeuern mit gealterten Konterfeis den Hype. Unterdessen gibt es jedoch vermehrt auch Sicherheitsbedenken.

So forderte der Fraktionschef der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, die Bundespolizei FBI zu einer Untersuchung der populären App auf. Die von Russland aus betriebene App könne wegen ihres Umgangs mit persönlichen Daten ein nationales Sicherheitsrisiko sowie eine Gefahr für Millionen US-Bürger darstellen, schrieb er in einem am Mittwoch (Ortszeit) auf Twitter veröffentlichten Brief.

Die Anwendung bearbeitet mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Bilder von Nutzern und zeigt mit einem Filter auch, wie diese als alte Menschen aussehen könnten.

Hit in den App Stores

Die App der in Sankt Petersburg ansässigen Wireless Lab gibt es bereits seit 2017 für Android und Apples iOS. Mit ihr lässt sich auch die Hautfarbe oder das Geschlecht eines Gesichts verändern. Nun entwickelt sie sich mit dem neuen Filter allerdings wieder zum Hit in den App Stores. Auf Twitter und Facebook befeuern spezielle «Herausforderungen» (#FaceAppChallenge) den Hype.

Auch in Deutschland haben viele Promis die Medienwirksamkeit ihrer durch die App gealterten Gesichter erkannt und reihen sich in den Begeisterungsstrudel ein. Rechtlich pikant könnte allerdings auch sein, dass einige Medien wie ihrerseits Fotos von Prominenten wie Heidi Klum, Dieter Bohlen und Torsten Frings um etliche Jahre gealtert veröffentlichen.

Unterdessen wachsen die Bedenken, was mit den hochgeladenen Daten geschieht. Für die Bearbeitung werden die Bilddatein auf Server hochgeladen und dort berechnet. Die Nutzer müssten dem russischen Unternehmen uneingeschränkten Zugriff auf ihre persönlichen Fotos und Daten gewähren, stellt Schumer in seinem Schreiben heraus. Dies könne aber dazu führen, dass die Bilder künftig öffentlich und privat ohne die Zustimmung der Nutzer benutzt würden.

«Es wäre zutiefst beunruhigend, wenn die sensiblen persönlichen Informationen von US-Bürgern einer feindlichen ausländischen Macht zur Verfügung gestellt würden, die aktiv an Cyber-Angriffen gegen die Vereinigten Staaten beteiligt ist», schrieb Schumer weiter. Das FBI müsse deshalb untersuchen, ob Daten von US-Bürgern in die Hände der russischen Regierung oder ihr nahe stehenden Stellen gelangten. Der russische App-Anbieter betont, dass jeweils nur die von Nutzern ausgewählten Fotos hochgeladen würden.

Betreiberfirma mit Sitz in Russland

Dass die Betreiberfirma ihren Sitz in Russland habe, werfe die Frage auf, ob Daten von US-Bürgern an Dritte oder möglicherweise an ausländische Regierungen weitergegeben würden, schreibt Schumer. Wie das Magazin «Forbes» berichtet, landen die Fotos allerdings nicht auf Servern in Russland, sondern auf Servern von Amazon und Google in den USA. Dass die Daten dennoch in Russland ausgewertet werden könnten, sei damit jedoch nicht ausgeschlossen.

Auch sei es unklar, wie viel Zugriff FaceApp-Mitarbeiter auf die hochgeladenen Bilder hätten, schreibt «Forbes». FaceApp-Gründer Jaroslaw Gontscharow betonte dem Magazin gegenüber, dass die meisten Bilder innerhalb von 48 Stunden nach dem Upload von den Servern wieder gelöscht würden. Nutzer könnten das automatische Löschen auch in den Einstellungen wählen. Gontscharow betonte zudem, dass sein Unternehmen Nutzerdaten weder verkaufe noch an dritte weitergebe.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 07. 2019
14:28 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Amazon Ausländer Bundespolizei Daten und Datentechnik Dieter Bohlen FBI Facebook Funkverkehr Google Heidi Klum Medienwirksamkeit Russische Regierung Sicherheitsrisiken Social Media Torsten Frings Twitter US-Senat Öffentlichkeit
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Facebook-App

02.12.2019

Facebook kündigt Umzugs-Werkzeug an

Fotos von einem Online-Dienst zum anderen einfach so mitnehmen? Das soll bald möglich sein. Zumindest, wenn man seine Fotos und Videos von Facebook zu Google Fotos verschieben möchte. » mehr

Computerraum

29.10.2019

Kommunikation über Grenzen hinweg - 50 Jahre Internet

«Mit SRI gesprochen - Von Host zu Host» - der Logbuch-Eintrag eines Informatik-Studenten an der UCLA vor 50 Jahren klingt wenig spektakulär. Tatsächlich markiert die Verbindung zwischen zwei Uni-Rechnern in Kalifornien d... » mehr

Spracherkennung Siri

29.08.2019

Apple bittet Nutzer um Erlaubnis zum Anhören

Die Erkenntnis, dass Siri-Unterhaltungen von Menschen gehört werden können, hat Apple besonders unter Druck gesetzt - wirbt der Konzern doch oft mit seinem Datenschutz-Versprechen. Jetzt gibt Apple den Nutzern mehr Kontr... » mehr

Mobile App TikTok

20.11.2019

Die Teenager-Welt von TikTok

Facebook ist nicht mehr angesagt. Kinder nutzen Youtube für Videos, Instagram für Fotos und WhatsApp für Nachrichten. In jüngster Zeit findet sich häufig noch eine weitere App auf den Smartphones der Mädchen und Jungen: ... » mehr

Blitzer.de PRO

03.12.2019

Die beliebtesten iOS-Apps 2019

Deutsche iOS-Nutzer mögen es praktisch. 2019 gaben sie vor allem in eher bodenständigen App-Kategorien ihr Geld aus. Besonders die teuerste App in den Top 20 der iOS-Charts überrascht. » mehr

Kabelsalat

14.11.2019

Störungen bei Online-Diensten weitgehend behoben

Kein Gaming, kein Youtube, kein Netflix - am Mittwochabend ging für viele Tausend Nutzer plötzlich fast nichts mehr. Ursache war offenbar ein Zugangs-Server außerhalb Deutschlands. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 07. 2019
14:28 Uhr



^