Lade Login-Box.
Topthemen: Autonomes Fahren in OberfrankenDie Videos der WocheDer BachelorCotubeBlitzerwarner

 

Eltern surfen auch nach der Pubertät mit

«Wo surfst du denn da?» Spätestens in der Pubertät wollen Jugendliche diese Frage nicht mehr beantworten. Und Eltern haben vielleicht auch kein Interesse an Youtube-Stars. Ganz ohne geht es aber nicht.



Mutter mit Kind beim Surfen
Ab einem gewissen Alter müssen Eltern ihren Kindern beim Surfen nicht mehr permanent über die Schulter schauen - grob Bescheid wissen müssen sie aber schon.   Foto: Schau hin!/dpa-tmn

Kinder surfen vielleicht noch unter Aufsicht - doch spätestens mit der Pubertät haben sie im Internet ihre eigene Welt. Das ist auch erst einmal nicht schlecht, sagt Kristin Langer, Mediencoach bei der Initiative «Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht».

«Teenager erschließen sich Freiräume», sagt sie. «Aber das hat natürlich Grenzen.» Ein besonders drastischer Fall von Grenzüberschreitung ist das Teilen und Weiterleiten eindeutig kinderpornografischer Inhalte über soziale Netzwerke - eine Grenzüberschreitung, die laut Bundeskriminalamt (BKA) unter Kindern und Jugendlichen immer häufiger vorkommt.

Wo die Probleme anfangen

Für Kristin Langer fangen die Probleme aber schon früher an. Nämlich immer dann, wenn Verhalten im Internet so gestaltet ist, dass es andere beeinträchtigen kann. Und sei es nur durch einen vermeintlich harmlosen Whatsapp-Kettenbrief.

«Eltern müssen dranbleiben», sagt Langer. Das bedeutet zwar nicht, dass man jedes populäre Youtube-Video und jeden Social-Media-Trend kennen muss. Aber auch bei 14- oder 16-Jährigen sollten Eltern wenigstens grob wissen, was die Kinder im Internet tun, und mit wem sie dort Kontakt haben.

Was Eltern kennen müssen

Was nicht bedeutet, dass man alles toll finden muss, was im Netz so passiert: «Manches ist natürlich Geschmackssache», sagt Langer. «Aber es gibt eben ethische Werte, die nicht verhandelbar sind - zum Beispiel, dass die Persönlichkeit anderer unantastbar ist.»

Der beste Weg zu einem solchen Umgang mit Medien und dem Internet führt weniger über Strafen und Kontrolle, sondern über Haltung und Vertrauen. «Jugendliche wollen nicht wie Kinder behandelt werden», sagt Langer.

Was Eltern erwarten dürfen

«Das bedeutet dann aber auch, dass Eltern gewisse Erwartungen haben dürfen - dass Teens wissen, wo die Grenzen sind, dass sie die Konsequenzen ihrer Handlungen einschätzen können», erklärt Langer.

Damit Kinder das können, rät Langer dazu, aktuelle Fälle wie die BKA-Warnung vor dem Teilen kinderpornografischer Inhalte zu nutzen. Nicht als Anlass zur Kontrolle, sondern als Aufhänger für ein Gespräch. Hier haben Eltern die Gelegenheit, eine Haltung zu demonstrieren. Und Jugendliche können vielleicht sagen, wenn sie etwas bedrückt - ohne dass die Eltern gleich in Panik verfallen und schimpfen. «Unsere Kinder sollten wissen, dass sie immer mit etwas zu uns kommen können.»

Veröffentlicht am:
28. 10. 2019
16:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeskriminalamt Internet Kinder und Jugendliche Kinderpornographie Medien und Internet Panik Probleme und Krisen Soziale Netzwerke Teenager
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Getbadnews

10.12.2019

Getbadnews erklärt die Mechanismen der Stimmungsmache

In sozialen Medien kann jeder seine Meinung kundtun. Diese an sich gute Möglichkeit muss man in einem Onlinespiel auf möglichst schäbige Weise ausnutzen. Das eigentliche Ziel ist aber ein anderes. » mehr

Stress durch Netzwerk-Aktivitäten

11.09.2019

Netzwerk-Stress kann zu Sucht führen

Gestresst von Facebook, Instagram, Twitter & Co.? Dann beschäftigt man sich besser gleich mit etwas ganz anderem. Sonst droht ein Teufelskreis. » mehr

Frau vor Laptop

03.01.2020

Gefälschte Amazon-Bestellbestätigungen kursieren

Was soll ich bestellt haben? - Wem die Bestätigung einer Onlineshopping-Bestellung ins Postfach segelt, die er nie aufgegeben hat, gerät schnell in Panik. Genau das wollen die Absender erreichen. » mehr

Momo auf Handy

18.12.2019

Morbide «Momo» gruselt virtuell und viral

Momo - so heißt ein Kinderroman von Michael Ende. Heute steht Momo für einen Kinderschreck im Internet: Über Messenger, Chat-Portale oder Video-Plattformen dringt das Monster in Kinderzimmer ein. » mehr

Mensch tippt auf Handy

02.01.2020

Verzicht auf Handy und Co gelingt vielen nicht

Social Media, Messenger, Shopping, Spiele: Die Verlockungen von Smartphone und Internet sind gewaltig. Ihnen zu widerstehen, gelingt nicht allen - den guten Vorsätzen zum Trotz. » mehr

Angebot in einem Fake-Shop

10.01.2020

Schon jeder Vierte beim Onlineshopping betrogen

Onlineshopping ist bequem - offensichtlich auch für Betrüger. Denn viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind auf ihren Einkaufsausflügen im Netz schon geprellt worden, zeigt eine Studie. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
28. 10. 2019
16:22 Uhr



^