Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Platz schaffen auf dem Smartphone

Wenn die Kamera partout kein Bild mehr aufnehmen will, wird es Zeit, auf dem Smartphone wieder klar Schiff zu machen. Denn ein voller Speicher verhindert nicht nur neue Fotos, sondern auch neue Updates. So wird aufgeräumt.



SD-Speicherkarte
Bei Speichernot auf Android-Geräten ist meistens eine SD-Speicherkarte die einfachste Lösung.   Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn » zu den Bildern

Natürlich ist der Telefonspeicher immer genau dann voll, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann: Beim Selfie auf dem Konzert, wenn die neue Folge der Lieblingsserie heruntergeladen werden muss oder eben wenn ein wichtiges Update ansteht. Kurzfristig hilft da nur eines: Löschen.

Alexander Spiel kennt die Speicherfresser: «Den meisten Platz nehmen Spiele ein, besonders die grafisch aufwendigen», sagt der Redakteur der Fachzeitschrift «c't». Und nicht nur die. Eine Untersuchung des amerikanischen Branchendiensts Sensor Tower hat ergeben, dass die zehn beliebtesten iPhone-Apps in den letzten vier Jahren im Schnitt um das Zwölffache in der Größe gewachsen sind. Nahm Die Facebook-App 2013 nur 32 MB an Speicherplatz ein, sind es 2017 schon 388 MB.

Wer selten genutzte Apps und Spiele löscht, schafft nicht nur Platz, sondern kann das Smartphone auch beschleunigen. Denn selbst wenn sie nicht genutzt werden, laufen manche Apps im Hintergrund und verbrauchen Ressourcen. In den Einstellungen ist unter dem Punkt «Allgemein/Speicher- und iCloud-Nutzung» (iOS) und «Speicher» (Android) aufgelistet, welche Apps den meisten Platz einnehmen.

Nach den Apps sind die Mediendateien dran. Videos schlucken viel Platz, bei Fotos macht es die Menge. Ganz besonders lohnt ein blick auf WhatsApp, Facebook, iMessage und ähnliche Apps. Wer viele Bilder und Videos gesendet bekommt, speichert die auch automatisch ab. So kommen schnell einige hundert Megabyte zusammen.

Auch wenn selbst ausmisten mühsam sein kann, rät Alexander Spiel von speziellen Apps zum automatischen Ausmisten ab. «Diese Cleaner bieten im besten Fall eine temporäre Lösung. Sie löschen etwa den Cache oder den Arbeitsspeicher, der sich aber wieder schnell füllt.» Darüber hinaus könnten sie sogar für einen erhöhten Datenverbrauch sorgen, wenn sie Dateien löschen, die eine App aber regelmäßig braucht und daher neu herunterladen muss.

Solche Apps können sogar ein Sicherheitsrisiko sein, erklärt Chris Wojzechowski vom Institut für Internet-Sicherheit: «Diese Apps fordern oft Zugriffsberechtigungen ein, die einen tiefen Eingriff in das System erlauben. Das kann als Einfallstor für Schadsoftware genutzt werden.» Hinzu kommt, dass sich die Apps in der Regel mit Werbung finanzieren, die sie aus dem Internet laden.

Wenn der Platzmangel Dauerzustand ist, hilft ständiges Löschen nicht mehr weiter. Mehr Stauraum muss her. Die meisten Android-Smartphones verfügen über einen Steckplatz für Micro-SD-Speicherkarten. Nutzer können in den Einstellungen wählen, ob der zusätzliche Platz nur für Medien - also Fotos, Filme und Musik - genutzt werden soll, oder ob auch Apps gespeichert werden. Soll die SD-Karte häufig auch mit anderen Geräten genutzt werden, wählt man besser die erste Option.

Apple-Nutzer schauen beim Thema Speicherkarte leider in die Röhre. Weder iPhone noch iPad lassen sich so erweitern. Apple bietet aber mit iCloud einen ins Betriebssystem integrierten Online-Speicherdienst. Außerdem - wie mit Android-Smartphones auch - können Angebote anderer Anbieter wie Dropbox, Google oder Microsoft genutzt werden, um Daten ins Netz auszulagern. Häufig sind diese Lösungen bis zu einer gewissen Speichergröße kostenlos. Appes iCloud etwa bietet fünf Gigabyte (GB) ohne Mehrkosten, für mehr Speicherplatz werden zwischen 99 Cent und und 9,99 Euro im Monat fällig.

Google hat neben dem allgemeinen Speicherdienst «Drive» auch einen auf Fotos spezialisierten Dienst. «Fotos» legt - die entsprechenden Einstellungen vorausgesetzt - eigenständig Foto-Alben und Videos im Online-Speicher an. 15 GB sind hier kostenlos. Darüber hinaus gibt es noch andere Anbieter wie Dropbox oder Nextcloud mit ähnlichem Angebot, das auch das Teilen von Inhalten umfasst. Alle Dienste können auch von PC und Mac aus verwaltet werden.

Bei der Nutzung von Cloud-Speicher sollte jedoch klar sein, dass die eigenen Dateien aus der Hand gegeben werden. Chris Wojzechowski rät deswegen dringend davon ab, sensible Daten auf fremden Servern zu speichern. Auch beim Teilen muss darauf geachtet haben, dass nicht aus Versehen den falschen Personen Lese- und Schreibzugriff gewährt wird.

Veröffentlicht am:
19. 09. 2017
04:50 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Apple Apps Dateien Facebook Fotografien Google Kameras und Photoapparate Microsoft Schiffe Smartphones Videos iCloud
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Office-Paket

12.11.2019

Mit Web-Apps unabhängiger arbeiten

Installieren Sie noch, oder arbeiten Sie schon? Viele Programme und Dienste laufen inzwischen als Web-Apps im Browser. Was zwar praktisch ist, aber auch Nachteile mit sich bringen kann. » mehr

Tafel mit Gleichungen

29.10.2019

Kommunikation über Grenzen hinweg - 50 Jahre Internet

«Mit SRI gesprochen - Von Host zu Host» - der Logbuch-Eintrag eines Informatik-Studenten an der UCLA vor 50 Jahren klingt wenig spektakulär. Tatsächlich markiert die Verbindung zwischen zwei Uni-Rechnern in Kalifornien d... » mehr

Auch mal nah ran an die Blumen

22.10.2019

Die wichtigsten Regeln für gelungene Filmclips

Ob bei der Hochzeit oder im Urlaub: Smartphone oder Camcorder sind schnell gezückt. Aber wie fängt man Situationen gekonnt ein? » mehr

Dorothee Wiegand

07.11.2019

Präsentieren wie ein Profi

Beim Büro-Meeting oder im Uni-Seminar: Präsentationen helfen dabei, ein Thema zu vermitteln. Aber welche Programme bieten sich an - und wie gewinnt man das Publikum? » mehr

Aufnahme vom Berliner Pergamonmuseum

22.01.2019

Das Honor View 20 im Test

Es ist mal wieder Zeit für ein frisches Smartphone-Design. Statt die Kamera im Rahmen oder in einer Display-Einbuchtung zu verstecken, stanzt Huawei-Tochter Honor beim neuen View 20 einfach ein Loch ins Display. Was das ... » mehr

Tim Cook

31.05.2019

Was von Apples Entwicklerkonferenz WWDC zu erwarten ist

Facebook, Google und Microsoft haben mit ihren Entwicklerkonferenzen vorgelegt - nun ist Apple dran: Auf der WWDC verkündet Apple-Chef Tim Cook die Perspektiven für die kommenden Monate. Die Erwartungen an den iPhone-Kon... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
19. 09. 2017
04:50 Uhr



^