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Anti-Spam-Strategie: Das hilft gegen den E-Mail-Müll

Werbung für fragwürdige Medikamente, dubiose Rechnungen oder Investment-Offerten: Manche E-Mails sind nicht nur nervig, sondern aufgrund versteckter Schadsoftware immer häufiger auch gefährlich. Doch Anwender können sich schützen.



Spam-Filter einstellen
Gut eingestellte Spam-Filter sortieren die meisten unerwünschten Mails schon aus, bevor sie im Posteingang landen.   Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn » zu den Bildern

Bei rund 60 bis 90 Prozent aller E-Mails, die weltweit versendet werden, handelt es sich nach einer Schätzung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz um Spam. Und die Zahl an unverlangten Werbe-Mails steigt.

Im ersten Halbjahr 2016 hat sich die Spam-Menge im Vorjahresvergleich um rund 73 Prozent erhöht, wie eine Erhebung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zeigt. Immer öfter enthalten Spam-Mails zudem Schadprogramme, mit deren Hilfe die Empfänger ausgespäht oder erpresst werden sollen.

«Hilfreich ist es, mindestens zwei verschiedene E-Mail-Adressen zu benutzen», rät Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. «Eine Adresse, die man wirklich nur an Freunde und Bekannte weitergibt, und eine zweite Adresse für Gewinnspiele, Foren und Online-Einkäufe.» Die Absender von Spam durchsuchten nämlich das Internet gezielt nach E-Mail-Adressen. Doch auch, wer die Privatadresse sorgsam hütet, muss mit Spam rechnen: «Aus häufigen Vor- und Nachnamen kann man mit einer hohen Trefferquote echte E-Mail-Adressen generieren», meint Andreas Hentschel vom «Chip»-Fachmagazin.

Dass der digitale Briefkasten trotzdem nicht täglich überquillt, ist den Spamfiltern der Provider zu verdanken, erklärt Barbara Steinhöfel: «Die großen Anbieter wie T-Online, GMX oder Web.de sortieren vor. Die E-Mails landen dann entweder bei «Freunde & Bekannte», «Unbekannt» oder im Spamordner, wo sie automatisch gelöscht werden.» Diese Filter sollten Nutzer anlernen und Spam-Mails deshalb immer als solche kennzeichnen, rät die Verbraucherschützerin.

Wie man Spam erkennt und sich vor damit verbundenen Gefahren schützt, erklärt Tim Griese vom BSI: «Generell wird Spam immer besser. Früher hieß es, man erkenne eine Spam-Mail an der schlechten Sprache. Das ist heute in den meisten Fällen nicht mehr so.» Stattdessen nutzten die Absender häufig die Namen bekannter Unternehmen, Banken, Online-Händler oder Telekommunikationsunternehmen. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass Empfänger die Mail für echt halten und öffnen, so der Experte.

Generell gibt es verschiedene Arten von Spam: «Als Erstes gibt es Werbung. Die nervt und ist oft nicht erlaubt, aber sie richtet keinen Schaden auf dem Computer des Nutzers an», erklärt Griese. Außerdem gibt es Malware-Spam, also E-Mails mit einer Schadsoftware. «Populär» sei in den vergangenen Jahren zudem Ransomware geworden: «Das sind E-Mails, die eine Erpressersoftware auf dem Rechner installieren.»

Diese sperrt dann den Zugang zu den eigenen Daten und fordert Lösegeld. «Das ist natürlich sehr perfide. Privatleute sichern oftmals ihre Daten nicht und machen sich dadurch erpressbar», sagt Griese. «Stattdessen besser den Virenschutz und das Betriebssystem des Computers aktuell halten und regelmäßig eine Sicherheitskopie von allen Dateien machen, die einem wichtig sind.»

Um sich vor Schadsoftware zu schätzen, rät das BSI, jede Mail vor dem Öffnen einer kurzen Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen: Ist der Absender bekannt? Ist der Betreff sinnvoll? Wird ein Anhang von diesem Absender erwartet? Ergeben diese drei Punkte kein stimmiges Bild, solle der Empfänger die Mail direkt löschen. Nur so ist er auf der sicheren Seite: Denn im Quellcode von HTML-Mails kann Schadsoftware versteckt sein. Wer im Mailprogramm die HTML-Anzeige deaktiviert, ist aber auch vor solchen Angriffen geschützt.

Niemals sollte man den Anhang einer unseriösen E-Mail öffnen oder auf einen Link klicken - auch nicht auf solche, mit denen man sich angeblich aus einem Verteiler austrägt, sagt Barbara Steinhöfel. «Im harmlosesten Fall bestätigt man dem Absender damit nur seine Identität. Der freut sich dann, dass er sie verkaufen kann.»

Aus dem gleichen Grund rät das BSI vom Autoresponder - also zum Beispiel einer automatischen Abwesenheitsmail im Urlaub - ab. Wer diese Funktion trotzdem nutzen möchte, solle sich überlegen, ob er Telefonnummer oder Anschrift unbedingt mit angeben muss. Denn auch diese Daten könnten verkauft und missbraucht werden.

«Aber nicht nur bei Mails sind Spam ein Problem, sondern auch in den sozialen Netzwerken», meint Andreas Hentschel. Auch bei Facebook, Whats App und Co. gelte es, ebenso achtsam wie im Umgang mit Links und E-Mails zu sein. Am Ende helfe nur eines wirklich gegen Spam jeder Art, fasst Barbara Steinhöfel zusammen: «Misstrauen, Misstrauen, Misstrauen.»

Veröffentlicht am:
12. 10. 2017
03:05 Uhr

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Autor

dpa

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12. 10. 2017
03:05 Uhr



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