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Safer Internet Day - Wie souverän sind wir im Netz?

«Alles unter Kontrolle?!» Unter diesem Motto will der Safer Internet Day dafür sensibilisieren, sorgfältig mit den eigenen Daten online umzugehen. Denn im Netz können Dinge schnell aus dem Ruder laufen.



Tom Beck und Lukas Rieger
Musiker Lukas Rieger (r) hat bei Instagram etwa zwei Millionen Follower. Manchmal ist er auch mit negativen Kommentaren konfrontiert.   Foto: Sophia Kembowski/dpa

Wie selbstbewusst und souverän bewegen wir uns tatsächlich im Internet? Und wie behalten wir die Kontrolle über unsere Daten?

«Viele junge Leute glauben, dass sie alles wissen über das Netz, aber das ist nicht so», sagt Peter Widlok von klicksafe.de . Die EU-Initiative koordiniert die Aktionen zum Safer Internet Day, der in diesem Jahr unter dem Motto «Alles unter Kontrolle?!» steht.

Wie schnell die Dinge aus den Ruder laufen können, zeigt sich oft erst, wenn ein gemeiner Shitstorm entsteht, wenn ein Account gehackt wird oder private Fotos plötzlich in die Öffentlichkeit geraten. «Wir wollen die User dazu aufrufen, innezuhalten und sich zu fragen: Was mache ich eigentlich genau im Internet, wie sichtbar bin ich wirklich?», erklärt Widlok.

Deshalb gab es am Dienstag (6. Februar) in ganz Deutschland Veranstaltungen zum Safer Internet Day . So auch an der Berlin Cosmopolitan School, wo unter anderem Teenie-Star Lukas Rieger und YouTuberin Christina Ann Zalamea zu Gast sind.

Das Netz habe eine unheimliche Dynamik, sagt Musiker Rieger, der bei Instagram um die zwei Millionen Follower hat. «Sind Gerüchte erstmal in der Welt, sind sie nur schwer zu stoppen.» Der 18-Jährige hat das schon selbst erlebt, etwa wenn wildfremde Mädchen behaupteten, seine Freundin zu sein. Und natürlich gebe es unter seinen Instagram-Fotos auch mal negative Kommentare, berichtet Rieger. Dann komme es schnell zum Streit zwischen Usern, der auch mal aggressiv werde. «Da hilft im Extremfall nur, den Post zu löschen.»

Zalamea, die für ihre Serie «Wishlist» bereits mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde, hat sich besonders mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen auseinandergesetzt. In einem Video erklärt sie, wie sie beim Runterladen von Apps fleißig den AGBs zustimmte, bis sie auf einmal gemerkt habe, «dass eine Bildbearbeitungs-App meine Nummer wissen will und eine Taschenlampen-App meinen Standort. Und wozu braucht bitte eine Spiele-App meine ganzen Kontakte?» Da habe sie verstanden, dass die Betreiber der Apps mit ihren Daten viel Geld verdienen können.

Und wie gehen die Schüler mit dem Thema um? Besuch in der achten Klasse. Dort wirken die Jugendlichen recht souverän: «Ich habe einen Adblocker installiert, damit ich keine störende Werbung bekomme», erklärt der 13-jährige Valentin. Und Mitschüler Michél betont mit Blick auf Social Media: «Wichtig ist, auf die Privateinstellungen zu achten. Damit Dir nur Leute folgen, die Du kennst.»

Vivien (13) hat schon einen Instagram-Account: Fotos von ihr sind dort aber nicht zu sehen. «Meinen Eltern und mir ist es wichtig, dass ich keine Bilder von mir selbst ins Netz stelle, deshalb gibt es dort nur Bilder von Landschaften oder vom Essen.» Ihre Mitschülerin Iladay ist noch nicht in den Sozialen Netzwerken aktiv. «Meine Eltern wollen, dass ich noch ein bisschen warte. Sie vertrauen mir zwar, aber haben auch Angst, dass ich aus Versehen etwas Falsches mache.»

Dass die Internetnutzung der Kinder den Eltern Sorgen bereitet, zeigt auch eine aktuelle Forsa-Umfrage. Demnach fürchten 55 Prozent der befragten Eltern, dass der Nachwuchs im Netz von Fremden kontaktiert wird, beziehungsweise an jemanden mit bösen Absichten gerät - oder dass das Kind zu persönliche Daten von sich veröffentlicht. Die Bedenken scheinen nicht unbegründet: Von den 14 bis 24 Jahre alten Befragten hat schon rund jeder Dritte (30 Prozent) einmal bereut, private Infos, Fotos oder Videos in den Netzwerken geteilt zu haben.

Frage an die Experten: Gibt es eine Goldene Regel zum Umgang mit den eigenen Daten im Netz? «Wir sollten uns immer die Fangfrage stellen: Will ich das, was ich heute ins Netz stelle auch in fünf Jahren noch sehen? Und soll das auch mein künftiger Arbeitgeber zu Gesicht bekommen? Oder ist mir das peinlich?», sagt Widlok. Wer das ehrlich für sich beantworte, sei schon einen großen Schritt weiter.

Und Zalamea rät, das eigene Selbstbewusstsein nicht auf die Internetpräsenz aufzubauen. «Du solltest Dich nicht über Follower und Klicks definieren. Diese Zahlen haben nichts mit Deinen wahren Werten zu tun.»

Veröffentlicht am:
06. 02. 2018
16:10 Uhr

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Autor

dpa

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06. 02. 2018
16:10 Uhr



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