Lade Login-Box.
Topthemen: Autonomes Fahren in OberfrankenDie Videos der WocheDer BachelorCotubeBlitzerwarner

 

Tipps für gute Podcast-Mikrofone

Es sieht eigentlich so einfach aus: Mikrofon kaufen, auspacken, einstecken und los geht es. Wer aber wirklich gute Podcasts machen will, braucht auch vernünftige Hardware. Das fängt schon beim richtigen Mikrofon an.



Tipps für Podcast-Mikrofone
Egal welches Mikrofon man nutzt: Ein guter Ploppschutz ist wichtig. Er schützt vor Tonstörungen durch Wind und Luftstöße beim Sprechen.   Foto: Robert Günther » zu den Bildern

Podcasts sind gekommen, um zu bleiben. Trotz der Beliebtheit dieses Mediums scheitern viele Enthusiasten und Einsteiger immer wieder an der wichtigsten Stelle: möglichst gute Aufnahmequalität. Häufig liegt das am Mikrofon - nicht jedes ist gut geeignet.

Ulrich Hilgefort von der Fachzeitschrift «c't» kann über diese Annahme nur schmunzeln: «Wenn das so einfach wäre, gäbe es ja nur noch teure Mikrofone», sagt er. Wichtiger ist, die richtige Mikrofontechnik zu nutzen. Es macht einen großen Unterschied, ob man ein Musikinstrument aufnimmt, ein Interview im Freien führt oder einen Text in der eigenen Wohnung aufzeichnet. Hier unterschieden sich Mikrofone vor allem in drei Eigenschaften: Richtwirkung (also aus welchen Richtungen Schallwellen gut erfasst werden können), Bauweise und allgemeine Empfindlichkeit.

«Für Sprachaufnahmen empfehlen sich Mikros mit der sogenannten Nieren- oder Supernieren-Charakteristik», sagt Hilgefort. Sie konzentrieren sich vor allem auf die von vorne kommenden Signale. Schall von der Seite und von hinten schwächen sie ab oder unterdrücken ihn. Die sogenannten Kondensator-Schallwandler empfiehlt er für Podcast-Zwecke hingegen nicht. Sie sind eher für die Aufnahme von Instrumenten wie Gitarren oder von Gesang gedacht und dementsprechend empfindlich.

Und was ist mit dem klassischen Headset? Die Kombination aus Kopfhörer und Mikrofon gibt es im Handel für relativ wenig Geld - auch zum Livekommentar beim Streamen von Videospielen sind sie beliebt. «Das Headset hat gegenüber dem Standmikrofon vor allem den Vorteil, dass sich im aufgenommenen Signal die Lautstärke des Sprechenden nicht verändert», sagt Ulrich Hilgefort. Schließlich bleibt der Abstand zwischen Mund und Schallwandler stets gleich. Wer viel in Bewegung ist, muss hier beim Standmikrofon aufpassen.

Allerdings kann der Vorteil des Headsets schnell zum Nachteil werden - etwa dann, wenn ambitionierte Podcaster mit unterschiedlichen Stimmlautstärken arbeiten wollen. Hier bietet das Standmikro mehr kreativen Freiraum, sagt Hilgefort: «Wenn man etwa geflüsterten Text spricht, geht man sehr nahe ran, für normale Lautstärke bleibt es bei etwa einer Handbreit Distanz zum Mikro. Soll es lauter zugehen, ist ein größerer Abstand praktisch.» Professionell nutzen lassen sich nach Einschätzung des Technik-Experten aber beide Varianten.

Headsetträger müssen aber einen wichtigen Faktor einrechnen, erklärt Manuel Fritsch, freier Journalist und professioneller Podcaster: Störgeräusche. «Bei einem Headset ist das Mikrofon natürlich sehr viel näher am Mund und Gesicht», gibt er zu bedenken. Es drohen Atemgeräusche und Bartrascheln. Solche Störgeräusche können die Aufnahme schnell unbrauchbar machen. Ihre Entfernung ist sehr aufwendig.

Um Arbeiten am Ton kommen Podcaster meist ohnehin nicht herum. Vor allem wenn mehrere Menschen in einem Raum sitzen und das Gespräch lokal aufgenommen wird. Dann ist ein Mischpult unabdingbar, sagt Fritsch. Für Podcaster, die ihre Gespräche ausschließlich online führen, empfiehlt er den Anbieter Zencastr. Das Angebot ist kostenlosfrei und ohne externe Software nutzbar.

Auch Ulrich Hilgefort rät in Interviewsituationen mit mehreren Sprechern zum Mischpult. Der Grund: Es ist einfacher, schnell einen Regler zu drehen oder zu schieben, als erst mit der Maus im Mischfenster am Computer nach der richtigen Schaltfläche zu suchen.

Wer nun das richtige Mikrofon und vielleicht sogar ein Mischpult angeschafft hat, braucht noch die richtige Umgebung. Hilgefort nennt hier «Raumakustik» als wichtiges Stichwort: «Viele Sprachaufnahmen, in einem normalen Arbeitszimmer gemacht, klingen hohl, topfig oder hallig», sagt er. Schuld daran sind Schallreflexionen von Wänden, Schreibtischplatte, Monitorfront oder Fensterscheiben. Die Lösung: Ein halbkreisförmiger, mit schallschluckendem Material beschichteter Akustik-Schirm. Der kostet im Handel etwa 50 Euro.

«Der Raum sollte natürlich ruhig sein und - ganz wichtig - nicht hallen», rät Manuel Fritsch. Das Mikro hängt idealerweise an einer Aufhängung. Das verhindert Klopfgeräusche beim Abstellen der Kaffeetasse. Ein Ploppschutz verhindert Tonstörungen durch Wind und Luftstöße beim Sprechen.

Veröffentlicht am:
10. 05. 2018
05:03 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aufnahmen Handel und Vertrieb Hardware Headsets Kaffeetassen Nierensystem Raumakustik Technologieexperten Tipps Videospiele
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Huawei probt mit dem Mate 30 das Leben ohne Google

10.12.2019

Das neue Huawei-Smartphone Mate 30 Pro im Test

Neueste Hardware, edles Design, kein Play Store, keine Google Maps - und kaum bekannte Apps. Das Huawei Mate 30 Pro ist das Ergebnis des Handelskriegs zwischen China und den USA in Nutzerhänden. » mehr

Pinguin Tux

28.11.2019

Welche Vorteile das Betriebssystem Linux bietet

Bei den Betriebssystemen für Computer ist Windows der Platzhirsch. Linux dagegen hat es schwer - dabei ist es meist gratis, quelloffen und funktional. Zwei Versionen machen den Umstieg leicht. » mehr

Persönlichkeitsrechte beachten

31.10.2019

Worauf es bei IP-Kameras ankommt

Videos, die für ein sicheres Gefühl sorgen: Überwachungskameras können zum Schutz der eigenen vier Wände praktisch sein. Technisch wie rechtlich gibt es allerdings eine ganze Menge zu beachten. » mehr

Begonnene Spiele fortsetzen

29.10.2019

Apples Spieledienst Arcade im Test

Videospiele auf allen Geräten für bis zu sechs Familienmitglieder, und das für fünf Euro im Monat? Apples Spieledienst Arcade ist ein Blick in die Zukunft des Gaming - allerdings nicht für jeden. » mehr

Gute Platzierung

11.07.2019

Warum gute Boxen allein nicht reichen

Toller Sound hängt nicht nur von der Qualität der Lautsprecher ab. Wenn sie nicht am richtigen Platz stehen oder schlecht ausgerichtet sind, können auch teure Boxenpaare nur mäßig klingen. Außerdem spielt die Raumakustik... » mehr

Rainer Schuldt

12.12.2019

Weihnachtsgeschenke gekonnt loswerden

Nicht gebraucht, ungeliebt oder doppelt bekommen: Weihnachten ist stets auch die Zeit unnützer Technik-Geschenke. Doch wie wird man die Smartwatch, das Tablet oder die DVD elegant wieder los? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
10. 05. 2018
05:03 Uhr



^