Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

 

Die Tricks der Warenbetrüger beim Onlineshopping

Im Internet sah alles so gut aus. Aber als die Ware ankommt, ist der Traum geplatzt: Immer wieder werden Online-Käufer mit manipulierten oder ausgetauschten Produkten sowie mit Plagiaten konfrontiert. Nur wer die Fallen beim Onlineshopping kennt, kann sich schützen.



Seltsamer Inhalt im Paket
Wer gleich mit dem Verkäufer Kontakt aufnimmt, um auf Unstimmigkeiten hinzuweisen, handelt genau richtig.   Foto: Christin Klose

Im Geschäft merkt man beim unverbindlichen Anfassen sofort, wenn etwa ein Gerät schlecht verarbeitet ist. Online muss man die Ware erst einmal kaufen und dann warten, bis das Paket da ist, um das bewerten zu können.

Immerhin: Onlinekäufern steht mit wenigen Ausnahmen ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu - und das ohne Angabe von Gründen. «Das bedeutet eben, dass der Vertrag dann nicht zustande kommt und dass der Händler das Geld zurücküberweisen muss», erklärt Michael Knobloch von der Verbraucherzentrale Hamburg. «Im Gegenzug dazu muss dann die Ware zurückgeschickt werden.» Das Rücktrittsrecht beseitigt aber nicht alle Risiken.

Wichtig sei erst mal, dass der Händler auch wirklich einer ist, sagt Knobloch. «Es gibt viele Fake Shops, die gar nichts verkaufen, sondern nur so tun als ob. Sie haben ein professionelles Design der Internetseiten, man bestellt dort und geht in Vorkasse, aber dann bekommt man nicht das, was man bestellt hat oder eben sogar gar nichts.» Vorsicht sei geboten, wenn auf der Seite schlechtes Deutsch überwiegt, es kein Impressum gibt, der Firmensitz außerhalb von Europa liege und nur Vorkasse angeboten wird.

Und dann gebe es noch Shops, die statt Originalen Fälschungen verschicken, erklärt Knobloch. Bei solchen offensichtlichen betrügerischen Verkäufern könne man nicht damit rechnen, von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen zu können. Letzteres gelte auch bei Händlern von anderen Kontinenten - wie etwa China: «Und wie will man in einem so fernen Land dann seine Rechte durchsetzen?»

Peter Gretenkord vom Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie glaubt, dass man Fälschungen oder Plagiate oft recht leicht erkennen kann: «Wenn man ein Luxusprodukt bestellt, dann erwartet man natürlich, dass es tadellos verarbeitet ist», sagt er. «Und wenn man es dann in der Hand hält und sieht, dass es unsauber verarbeitet ist und nicht der Qualität entspricht, die man erwarten würde, dann sollte man sich damit vielleicht noch näher beschäftigen.» Fehlten zudem Label, Beipackzettel, Garantien oder Echtheitszertifikate, seien dies starke Indizien dafür, dass etwas nicht stimmt.

Jens Buck von der Hamburger Polizei rät grundsätzlich immer dann zu größter Vorsicht, wenn der vermeintliche Schnäppchenfaktor besonders groß ist. «Wenn man zum Beispiel ein Motorrad in Norwegen kauft, das normalerweise 25.000 Euro kostet, und das wird jetzt für 5000 oder 10.000 Euro angeboten, und Sie überweisen das, und anschließend wundern Sie sich, dass sie kein Motorrad bekommen», nennt Buck ein Beispiel. «Da sollte man die Finger davon lassen.» Und wer nur auf den billigsten Preis schaut, könnte sich im Extremfall sonst auch plötzlich mit dem Vorwurf der Hehlerei konfrontiert sehen, wenn er am Ende etwa auf Onlinemarktplätzen gestohlene Waren kauft.

Und was ist, wenn man von einem seriösen Händler überraschend ein falsches Produkt oder ein anderes Produkt in der richtigen Verpackung erhalten hat? Der Hamburger Rechtsanwalt Sacha Böttner rät, in solchen Fällen zunächst immer zu versuchen, mit dem Händler in Kontakt zu treten. Manchmal werden Händler von Zulieferern oder auch von Kunden betrogen und geben den Betrug unwissentlich weiter.

Erst wenn der Händler nicht reagiert oder erklärt, dass der Fehler nicht bei ihm liegt, sollte man erwägen, zur Polizei zu gehen, rät Böttner. «Wenn man vorher Anzeige erstattet, reagieren die Händler manchmal in Abwehrhaltung und stellen sich dann auf den Standpunkt, wenn sie jetzt das Produkt zurücknehmen, würden sie damit die Schuld irgendwie eingestehen - was natürlich Quatsch ist.» In keinem Fall dürfe man aber mit einer Anzeige drohen, da dies versuchte Nötigung sein könne, wenn sich der Verkäufer dadurch unter Druck setzen lässt.

Ist eine Einigung mit dem Händler nicht möglich, und soll Strafanzeige erstattet werden, sei die einfachste Option dafür die Onlinewache der jeweiligen Landespolizei, rät Böttner: «Hier kann man online 24 Stunden am Tag die Anzeige erstatten und auch gleich PDF- oder Word-Dokumente und Unterlagen, die den Kauf belegen, mit einreichen.»

Veröffentlicht am:
14. 08. 2018
09:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Händler Landespolizeien Manipulation Motorrad Online-Shopping Plagiate Polizei Private Einkäufe Produktpiraterie Rücktrittsrecht Widerrufsrecht
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Daten

11.08.2020

Wie weit reicht das Recht auf Vergessenwerden?

Verbraucher haben ein Recht darauf, dass Unternehmen ihre Daten löschen. Doch nicht alles muss oder darf entfernt werden. Und gegen manche Datenkraken kommt man nur schwer an. » mehr

Amazon Pay

06.08.2019

Warum Sie bei Bezahldiensten genau hinschauen sollten

Wer einen Bezahldienst beim Einkaufen im Netz nutzt, erhält häufig automatisch einen Zusatzschutz. Doch kann man sich voll und ganz auf diese Käuferschutzprogramme verlassen oder gibt es Haken? » mehr

Daniel Wollstein

03.07.2020

So gelingen tolle Motorrad-Fotos

Entweder fürs eigene Fotoalbum oder für ein Inserat: Zwei Fotografen erklären, wie auch Amateure ihre Maschine richtig ins Bild rücken. » mehr

Laptop

30.07.2020

Wenn das gebrauchte Notebook-Schnäppchen keins mehr ist

Sie wollen sich ein gebrauchtes Notebook kaufen? Dann könnte es sein, dass Sie vom Angebot im Netz schier erschlagen werden. So lassen sich die Stolperfallen im Second-Hand-Markt umgehen. » mehr

Netz-Fakes

17.12.2019

Gefälschte Fotos und Videos entlarven

Deutschland sitzt um 20.00 Uhr kollektiv vorm Fernseher und schaut Nachrichten? Das war einmal. Für viele haben soziale Medien längst klassische Nachrichten ersetzt. Doch dort lauert Desinformation. » mehr

Login - Passwort

30.09.2019

Zwei-Faktor-Authentifizierung: Deutsche Firmen drücken sich

Internationale Großkonzerne machen es vor: Für den Log-In können Kunden die Option wählen, das neben dem Passwort zusätzlich ein Einmalkennwort abgefragt wird. Viele deutsche Firmen lehnen das dagegen als zu kompliziert ... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
14. 08. 2018
09:33 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.