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Was das Support-Ende für Windows 7 für Nutzer bedeutet

Es hat schon einige Jahre auf dem Buckel und bald drohen Nutzern klaffende Sicherheitslücken. Microsoft will den Support für Windows 7 einstellen - und das schon in wenigen Monaten. Was sollten Nutzer jetzt tun?



Veraltetes Betriebssystem
Windows 7 wird von Microsoft nicht mehr lange unterstützt.   Foto: George Frey/EPA/dpa

Mit Windows 7 verlässt in einem halben Jahr ein weiterer Dinosaurier die Bühne der digitalen Welt. Ab dem 14. Januar 2020 stellt Microsoft den Support für das Betriebssystem ein. Dann wird es keine Software- oder Sicherheits-Updates mehr geben.

Nutzer, die weiter an dem betagten System festhalten, riskieren dabei, sich ungeschützt Cyber-Angriffen und Schadsoftware auszusetzen. Für aufgeregten Wirbel wie beim Support-Ende von Windows XP vor fünf Jahren dürfte das Aus für Windows 7 allerdings eher nicht mehr sorgen.

Sicherheitsexperten raten aber auch in diesem Fall dringend davon ab, das betagte Betriebssystem weiter zu nutzen. Microsoft rät, sich schon jetzt auf einen Systemwechsel vorzubereiten und gibt Tipps für den Umstieg auf das aktuelle Windows 10. Das sei ohnehin das «sicherste Windows aller Zeiten», stellt das Unternehmen heraus.

Das Upgrade gibt es nicht umsonst

Dass die Microsoft-Anwender so zögerlich auf das neue System umsteigen hat auch mit Geld zu tun. Im Gegensatz zum Wettbewerber Apple, der seit Jahren seine neuen macOS-Versionen kostenlos verteilt, verlangen Microsoft und seine Partner Geld, um auf dem neusten Stand zu bleiben.

Zwar hatte Microsoft nach dem Marktstart von Windows 10 das Upgrade von Windows 7 und 8 für geraume Zeit kostenlos ins Netz gestellt. Dieses Angebot ist allerdings seit zwei Jahren ausgelaufen. Seither bietet Microsoft das System ab rund 145 Euro zum Herunterladen an.

Einige Fachmedien geben jedoch auch Hinweise, wie Nutzer selbst heute noch kostenlos auf das aktuelle System wechseln können, indem sie etwa das «Media Creation Tool» auf der Website von Microsoft herunterladen.

Dazu kommt aber, dass manche Dritt-Hersteller Geld für aktuelle Versionen ihrer Programme verlangen, damit sie auch unter Windows 10 problemlos laufen.

Probleme wie beim XP-Ende soll es nicht geben

Für allzu große Aufregung sollte - anders als bei Windows XP - das Aus von Windows 7 jedoch nicht sorgen. «Unsere Kunden haben aus der Situation bei Windows XP gelernt», sagt Sabine Bendiek, Chefin von Microsoft Deutschland. «Wer sich frühzeitig mit dem Umstieg beschäftigt, minimiert Risiken und Kosten und profitiert von aktuellen Sicherheitsfunktionen und Innovationen.»

Damals nutzten nicht nur viele sorglose private Nutzer, sondern auch viele Unternehmen das betagte XP noch weit über das Support-Ende hinaus. In vielen Betrieben konnten alte Programme nur mit dem veralteten Betriebssystem am Laufen gehalten werden.

Auch in Geldautomaten steckte oft noch XP und hielt die Sicherheitsexperten damals auf Trab. Heute erwarten die großen Analysten-Häuser vielmehr einen Schub für den Absatz neuer Computer. Auch das Sicherheitsbewusstsein der Nutzer dürfte merklich gestiegen sein.

Relikt aus einer anderen digitalen Zeit

Microsofts Windows ist auch in Deutschland mit 45,6 Prozent das mit Abstand meistverbreitete Betriebssystem auf Desktop-Rechnern und Notebooks. Aktuell ist der 10-jährige Oldtimer Windows 7 noch auf fast jedem vierten genutzten Desktop-PCs aktiv (24,2 Prozent), das aktuelle Windows 10 nutzen derweil zwei Drittel der Windows-Nutzer (66,3 Prozent).

Am 22. Oktober 2009 brachte Microsoft Windows 7 als Nachfolger des erfolglosen Windows Vista auf den Markt. Damals sah die digitale Welt noch etwas anders aus als heute: Erst zwei Jahre gab es damals das iPhone im Markt, das die Ära des Smartphones eingeläutet hatte. 2009 brachte dann auch Google sein erstes Android-Smartphone «G1» auf den deutschen Markt.

Bereits im Januar 2009 bewarb der einstige Microsoft-Chef Steve Ballmer zur Eröffnung der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas eine erste Beta-Version von Windows 7 - zu sehr saß der Misserfolg von Vista dem Konzern im Nacken.

Auch der Nachfolger Windows 8 kam mit Startschwierigkeiten und überzeugte viele Nutzer nicht. Vor allem in vielen Unternehmen dürfte deshalb Windows 7 noch bis heute im Einsatz sein.

Für Nostalgiker gibt es Retro-Assecoires

Heute hat Microsoft mit seiner aktuellen Version Windows 10 wieder eine solide Software-Basis geschaffen, die Flops Vista und Windows 8 sind längst Geschichte. Nur wenige Wochen nach dem Verkaufsstart war das System laut Microsoft bereits über 100 Millionen Mal heruntergeladen worden.

Demnach entdeckten auch Unternehmenskunden das System. Laut Microsoft ist es inzwischen auf 800 Millionen Geräten weltweit installiert.

Das Potenzial der Software etwa mit der digitalen Assistentin Cortana, dem neuen Browser Edge und der Unterstützung für Touch-Funktionen hatte Microsoft seither auch mit seiner ersten eigenen Laptop-Reihe, dem Surface Book, unter Beweis gestellt.

Nostalgiker, Tüftler und Windows-7-Liebhaber müssen dennoch keinen Kulturschock befürchten. In Fachmagazinen gibt zum Beispiel Tipps, wie man mit zusätzlichen Werkzeugen dem neuen Windows 10 lieb gewonnene Gadgets und das Startmenü verpassen und dem neuen Rechner damit ein Retro-Outfit geben kann.

Veröffentlicht am:
15. 07. 2019
11:49 Uhr

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dpa

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15. 07. 2019
11:49 Uhr



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