Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

 

Nie wieder Passwörter dank Security Keys

Passwörter nerven. Sie sind schlecht zu merken und leicht zu verlieren. Fido-Sticks wollen es besser machen. Sie versprechen Anmeldung auf Knopfdruck und hohe Sicherheit. Wie funktioniert das?



Sicherheit dank Fido-Sticks
Fido-Sticks sind für diejenigen interessant, die sich schnell und sicher einloggen wollen.   Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn » zu den Bildern

Passwörter sind immer noch der Standard für die Anmeldung bei den meisten Diensten und Programmen. Dabei sind ihre Nachteile immens: Leicht zu merkende Passwörter sind unsicher, sichere hingegen nur schwer im Kopf zu behalten.

Für jede Anwendung ist zudem ein eigenes Passwort nötig, andernfalls könnte bei Diebstahl des Passworts ein einzelner auf alle Anwendungen zugreifen. Passwort-Manager bieten bei der Organisation Hilfe. Noch einfacher geht es aber mit Fido-Sticks.

Fido-Sticks werden auch Security Keys genannt, was ihre Funktion bestens beschreibt, wie Ronald Eikenberg vom Fachmagazin «c't» erläutert: «Die Sticks funktionieren wie ein gewöhnlicher Schlüssel, sie öffnen das Schloss zu meinen Diensten.» Statt einen Dienst zu starten und ein Passwort einzugeben, wird also ein Fido-Stick eingesteckt und per Knopfdruck aktiviert. Fertig.

Wie funktioniert das?

Für die Nutzung eines Fido-Sticks muss dieser mit einem Dienst verbunden werden, etwa dem Chrome-Browser oder für den Zugriff auf Outlook oder Office. Dort wird die Kennung des Schlüssels beim Nutzerkonto hinterlegt.

Bei der Anmeldung schickt der Dienst - vereinfacht gesagt - ein mathematisches Rätsel basierend auf den Nutzerdaten und der Schlüsselkennung an den Stick, der die Lösung zurücksendet. Ist alles korrekt, erfolgt die Anmeldung - in Sekundenbruchteilen.

Auf Fido2 achten

Es gibt viele Hersteller von Fido-Sticks, z.B. den Vorreiter Yubico, SoloKeys, Googles mit ihrem Titan oder das Berliner Start-up Nitrokey. Welcher Stick persönlich in Frage kommt, hängt von den eigenen Bedürfnissen ab. «Wer ganz auf Passwörter verzichten will, muss darauf achten, einen Fido2-Stick zu kaufen», erläutert Eikenberg. Der ältere Fido-Standard sei nur als zweiter Faktor zusätzlich zum Passwort zu gebrauchen.

Unterschiede gibt es auch bei der Ausstattung und den Anschlüssen. Standard ist der herkömmliche USB-A-Anschluss, wie er bei den meisten Computern zu finden ist. Der neuere USB-C-Anschluss ist besonders für Smartphones und neuere Notebooks interessant.

Es geht aber auch drahtlos per Bluetooth oder NFC. Das ist besonders für iPhones wichtig. Einige Sticks verfügen für die Aktivierung auch über einen Fingerabdrucksensor. Der Abdruck wird jeweils nur auf dem Stick gespeichert, also nicht an andere Dienste verschickt.

Für wen ist Fido2 interessant?

Fido-Sticks sind für jeden interessant, der sich schnell und sicher einloggen will. Der einzige Nachteil besteht darin, den Stick zur Anmeldung immer dabei haben zu müssen. Das bietet aber auch einen Vorteil: Fremde Geräte lassen sich nutzen, ohne dass möglicherweise die eigenen Anmeldedaten dort gespeichert werden.

Wer in seiner beruflichen Tätigkeit also häufig an verschiedenen Computern arbeitet, lebt mit einem Fido2-Stick sicherer und bequemer. Die Liste der unterstützten Dienste wächst stetig und deckt dank Größen wie Google, Microsoft und Linux eine große Bandbreite an IT-Anwendungen ab. Die Hersteller geben auf ihren Websites an , welche Dienste unterstützt werden.

Ein Modell für die Zukunft

IT-Sicherheitsforscher David Bothe vom Institut für Internet-Sicherheit würde sich mehr FIDO-Sticks im Alltag wünschen: «Die Sticks sind wesentlich sicherer als der Gebrauch von Passwörtern und auch geläufigen Systemen wie etwa der mTAN überlegen.» Diese kann abgefangen werden. «Beim Fido-Stick verlässt der private Schlüssel nie den Stick.» Zusätzlich ist der Stick bei den meisten Herstellern noch durch eine PIN gesichert.

Das ist auch die Schwachstelle bei Fido: Der Verlust des Sticks ist nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern sperrt den Nutzer von den eigenen Diensten aus. «Wenn ich meinen Wohnungsschlüssel verliere, komme ich nicht mehr in die Wohnung, so ist es auch bei Fido-Sticks.»

Daher sollten sich Nutzer gut absichern. Google verkauft seine Sticks etwa im Doppelpack: Einen für den täglichen Gebrauch, einen zur Sicherheit. Je nach Hersteller gibt es auch individuelle Back-up-Codes. Bothe rät aber dazu, bei Verlust vorsichtshalber alle damit verbundenen Dienste sofort zu sperren.

© dpa-infocom, dpa:200624-99-549143/4

Veröffentlicht am:
25. 06. 2020
04:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bluetooth Computer Google Microsoft Nutzerdaten Passwörter Produktionsunternehmen und Zulieferer Schutz Schäden und Verluste Services und Dienstleistungen Sicherheitsrisiken iPhone
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Gebrauchtes Smartphone

21.07.2020

Auf der Jagd nach dem Smartphone-Schnäppchen

Wer sich ein Smartphone anschaffen möchte, muss nicht unbedingt zu Neuware greifen. Aber lohnt sich ein Gebrauchtkauf? Und wo findet man die besten Angebote? » mehr

Apples Aiprint

23.06.2020

Auch das Smartphone kann mit dem Drucker

Mal eben das Foto oder ein PDF vom Smartphone ausdrucken. Das wäre es doch. Aber geht das denn überhaupt? Die Antwort lautet: Ja, natürlich - oft sogar auf vielen verschiedenen Wegen. » mehr

Angriffe auf Apples MacBooks

06.04.2020

Ist in Apple-Geräten wirklich nie der Wurm drin?

Windows ist eine Virenschleuder, Mac ist totsicher? Diese Meinung hält sich hartnäckig. Doch Computer und Smartphones von Apple haben ebenfalls ihre Schwachstellen - dazu trägt auch ihr Mythos bei. » mehr

Corona-Warn-App

19.06.2020

Was Sie bei der Corona-Warn-App beachten müssen

Nach der Vorstellung haben innerhalb weniger Tage über zehn Millionen Menschen die offizielle Corona-Warn-App installiert. Mit dem Betrieb der Tracing-App tauchen neue Fragen auf. » mehr

Smartphone-Reparatur

09.01.2020

Gibt es überhaupt nachhaltige Elektronik?

Nachhaltigkeit und moderne Unterhaltungselektronik sind zwei Dinge, die sich auf den ersten Blick nicht unter einen Hut bringen lassen. Aber vielleicht auf den zweiten? » mehr

Kein Ersatz für klassische Fernbedienung

16.04.2020

Wenn das TV-Gerät aufs Wort gehorcht

Sogar Fernseher lassen sich heute per Sprache steuern. Technik-Nerds jubeln, Datenschützer haben Bedenken. Hat die Fernbedienung bald ausgedient? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
25. 06. 2020
04:53 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.