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Alexa?

Mehr als zehn Millionen Mal soll der Sprachassistent von Amazon im Weihnachtsgeschäft verkauft worden sein. Doch was kann der digitale Helfer eigentlich und wie sicher ist er?



Amazon hat neue Lautsprecher mit Sprachassistent Alexa.
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Für Amazon war es ein Rekordweihnachtsgeschäft. Niemals zuvor in der Geschichte des Online-Riesen war man in den Tagen vor dem Fest erfolgreicher. Vor allem der Sprachassistent Alexa sorgte für klingelnde Kassen. Mehr als zehn Millionen Geräte will das Unternehmen weltweit verkauft haben. Am beliebtesten sei dabei die günstigste Variante, der Echo Dot gewesen. Diesen gab es im Dezember zum vergünstigten Preis von gerade einmal 30 Euro. Millionen Käufer rund um den Globus griffen zu.

Doch was taten die dann mit ihrer neuen Alexa zu Hause? Auf jeden Fall erst einmal Musik streamen. "Entspannte Musik" war laut Amazon eine der häufigsten nachfragten Musikrichtungen, die rund um die Feiertage gewünscht wurde. Doch nicht nur an Weihnachten gehört die Musikfunktion zu den beliebtesten Anwendungen des Technikwunders. Wer ein entsprechendes Abo abgeschlossen hat, kann sich aus Millionen Musiktiteln seine Lieblingssongs abspielen lassen. Kostenlos ist hingegen die Nutzung des Radioplayers. Dieser ist nur einer von unzähligen Zusatzprogrammen, Skills genannt, die die Funktionen von Alexa ausweiten. Skills ähneln Apps auf dem Smartphone, lassen sich direkt über die Spracheingabe installieren und machen Alexa schlauer.

Alexa versteht auch Spaß Easter Eggs, übersetzt Ostereier, sind eigentlich kleine Extras und Überraschungen, die Videosspieleentwickler in ihren Games unterbringen. Findet sie ein Spieler, werden Bonus- oder Geheim-Level freigeschaltet. Auch Alexa hat solche Easter Eggs an Bord, allerdings in Form von witzigen Sprüchen und Reaktionen auf Alltagsfragen. Wie viele überraschende Antworten Alexa im Programm hat, ist nicht bekannt.Aber probieren Sie doch mal Folgende aus:
"Alexa, erzähl‘ einen Witz"
"Alexa, magst du Eis?"
"Alexa, keine Panik."
"Alexa, mach den Abwasch."
"Alexa, wie viel verdienst du?"
"Alexa, wann geht die Welt unter?"
"Alexa, was hast du an?"
"Alexa, wer ist der Boss?"
"Alexa, ich habe Hunger!"
"Alexa, bin ich fett?"
"Alexa, sprich wie Yoda."
"Alexa, spiel mir das Lied vom Tod."
"Alexa, wo ist Chuck Norris?
"Alexa, was ist das Beste im Leben?"
"Alexa, wer ist die Schönste im ganzen Land?"
"Alexa, gib mir fünf!"
"Alexa, deine Mutter ist ein Hamster!"
"Alexa, wer ist der Mörder?"
"Alexa, riechst du das?"
"Alexa, was ist die erste Regel des Fight Clubs?"

Wer aktuell über Bahnverbindungen informiert sein will, nutzt den Skill der Deutschen Bahn. Das Fernsehprogramm gibt’s zum Beispiel mit TV Digital, Telefonnummern mit Das Oertliche und sogar die Benzinpreise behält Alexa im Blick. Auch immer mehr Medienunternehmen wie Radiosender und Zeitungen sind mit eigenen Skills vertreten. Und wer sein Zuhause zum Smart Home machen will, schafft sich Leuchtsysteme an, die dank Alexa auf Spracheingaben reagieren.

Doch das ist nur der Anfang. Schon jetzt wird klar, Alexa wir schon in naher Zukunft noch mehr Lebensbereiche erobern. So soll der digitale Assistent seinen Nutzern bald in der Küche zur Hand gehen – und zwar nicht nur mit Rezeptvorschlägen. Amazon hat in diesen Tagen ein Entwickler-Tool veröffentlicht, mit dem Geräteherstellern erleichtert wird, Alexa in ihre Produkte zu integrieren. So soll das Unternehmen Whirlpool bereits an einer Alexa-Mikrowelle arbeiten und Samsung und LG haben angekündigt, den digitalen Butler in Öfen einzubauen.

Mit der zunehmenden Digitalisierung im Alltag wächst jedoch auch die Sorge. Datenschützer warnen immer wieder davor, dass Sprachassistenten wie Alexa sensible Informationen über ihre Nutzer weitergeben. Eines muss jedem bereits vor dem Kauf klar sein: Die handlichen Technikwunder sind Datensammler und hören mit. Bemerkbar macht sich das, wenn Alexa ihren Nutzern beim (Telefon)-Gespräch ungefragt ins Wort fällt, weil sie meint, ihren Namen gehört zu haben. Grundsätzlich betont Amazon zwar immer wieder, dass der Assistent erst auf direkte Ansprache aktiv wird, was wirklich alles aufgezeichnet und vor allem gespeichert wird, bleibt jedoch ungeklärt. Während sich in der Alexa-App sämtliche Sprachdaten nachträglich löschen lassen, haben Nutzer von Skills keine Zugriffsmöglichkeiten mehr auf ihre Anfragen.

Die Daten, die Alexa über ihre Besitzer sammelt, werden von Amazon für Marketingzwecke genutzt. So lässt sich zum Beispiel personalisierte Werbung erstellen. Und auch in polizeilichen Ermittlungen sind die Aufzeichnungen mittlerweile relevant. So soll der Konzern bei einem Mordfall in den USA bereits zur Herausgabe von Alexa-Sprachaufzeichnungen aufgefordert worden sein.

Der Nachrichtendienst Heise hat einige Tipps für den sicheren Umgang mit Alexa und anderen Sprachassistenten zusammengefasst:

1. Nutzung einschränken: Je mehr Anwendungen abgerufen werden, umso größer ist die Datenmenge, die das Gerät speichert.

2. In einem Raum, in dem ein digitaler Sprachassistent im Einsatz ist, keine sensiblen Konto- oder Kreditkartendaten vorlesen. Vorsicht: Die eingebauten Mikrofone hören durch geöffnete Türen selbst Gespräche im Nebenzimmer.

3. Wer sein Zuhause verlässt, sollte die Geräte abschalten.

4. Kinder im Haushalt nicht alleine lassen, beziehungsweise Bestellungen über die Geräte mit einem Code absichern. Regelmäßig Daten in der App löschen.

Autor
Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
12. 01. 2018
10:30 Uhr

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