Lade Login-Box.
Topthemen: Coronavirus in BayernDie Videos der WocheDer BachelorCotubeBlitzerwarner

 

Das schwarze Loch

Jeder fünfte Deutsche erkrankt ein Mal im Leben an einer Depression. Eine App soll jetzt rechtzeitig warnen



Foto: AdobeStock  

Nachrichten wie die vom Freitod des "Linkin Park"-Sängers Chester Bennington bringen ein Tabuthema wieder in die Öffentlichkeit: Depressionen. In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als fünf Millionen Menschen an einer depressiven Episode. Bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe spricht man sogar davon, dass jeder fünfte Bundesbürger ein Mal in seinem Leben davon betroffen ist. Dabei hat die Krankheit viele Gesichter: Antriebslosigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, Selbstzweifel und Ängste.

In den seltensten Fällen können sich Betroffene ohne Hilfe von außen von ihren negativen Gedanken befreien. Doch professionelle Hilfe ist stark nachgefragt. Auf Termine bei Fachärzten und Therapeuten wartet man nicht selten Monate. Wissenschaftler und IT-Spezialisten haben daher eine App entwickelt, mit der Erkrankte ihren Krankheitsverlauf selbst dokumentieren können. Die Arbeit am STEADY-System wird vom Bundesforschungsministerium mit fast zwei Millionen Euro gefördert. Das Ziel: Patienten rechtzeitig vor einer depressiven Phase warnen.

Dazu erfasst die App gesundheitsrelevante Daten des Probanden, wertet diese aus und schickt im Fall einer drohenden Depression eine Frühwarnung sowie Behandlungstipps heraus. STEADY arbeitet mit technischen Geräten wie Fitnessarmbändern oder Schrittzählern, die die körperliche Aktivität messen. Rutscht ein Patient erneut in eine depressive Phase, verändern sich diese Daten – das System schlägt Alarm. Doch auch der Nutzer selbst muss aktiv werden. Er ergänzt die Parameter durch eigene Angaben in einem Stimmungstagebuch. Außerdem ermittelt die App Schlafdauer und -rhythmus sowie das Kommunikationsverhalten des Erkrankten.

Um diese sensiblen Angaben vor einem Zugriff von außen zu schützen, werden sämtliche Daten verschlüsselt gesendet. Nur der Benutzer soll demnach darauf zugreifen können. Und – wenn eine Einwilligung vorliegt – gegebenenfalls der behandelnde Hausarzt.

Das dreijährige Forschungsprojekt läuft noch bis Ende 2019 an der Uniklinik in Leipzig. Dort nehmen Probanden teil, sie an einer unipolaren Depression leiden, das heißt, ihre Erkrankung tritt in Episoden auf und auch nicht im Wechsel mit manischen Phasen; zwischen den Episoden sind die symptomfrei. Ihnen soll die Technik helfen, einen bewussteren Blick auf ihre Krankheit und den eigenen Gesundheitszustand zu bekommen. Hilfe und Beratung vom Fachmann kann und soll die App jedoch nicht ersetzen.

 
Hier gibt’s Hilfe
2008 wurde die Stiftung Deutsche Depressionshilfe gegründet. Ihr Ziel ist es, einen wesentlichen Beitrag zur besseren Versorgung depressiv erkrankter Menschen und zur Reduktion der Zahl der Suizide in Deutschland zu leisten. Das Info-Telefon Depression ist kostenfrei erreichbar unter 0800/3344533 (Montag, Dienstag und Donnerstag von 13 bis 17 Uhr sowie Mittwoch und Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr).


 
Autor
Steffi Wolf

Steffi Wolf

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 08. 2017
13:45 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
App Daten und Datentechnik Depressionen Gefahren Hilfe Kranke Krankheitsverlauf Mobile Apps Schwarze Löcher
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema

26.07.2019

Die kleine Auszeit

53 Mal pro Tag schauen die Deutschen auf ihr Smartphone. Und das lenkt gehörig ab. Mit diesen sieben Tipps halten Sie es ein bisschen länger ohne Ihr Gerät aus » mehr

02.02.2018

SO! spricht das Netz

Der Begriff Influencer ist zum "Anglizismus des Jahres 2017" gekürt worden. Von neuen Wörtern, die uns das Netz bescherte. » mehr

26.01.2018

Mein Freund und Käufer

WhatsApp will kleinen Firmen die Kommunikation mit ihren Kunden erleichtern.Seit Donnerstag steht die Business-Anwendung des Dienstes auch in Deutschland zur Verfügung » mehr

12.10.2017

Rettet unser Essen!

Mit der App "Zu gut für die Tonne" werden selbst alte Brötchen zum Gaumenschmaus. » mehr

07.07.2017

App in den Sommer

Ob beim Baden, Sonnen oder Sternenhimmel Genießen: Diese Apps sollten in der schönsten Zeit des Jahres nicht fehlen. » mehr

09.08.2019

Heiter? Hagel!

Die Wetter-App sagt Sonnenschein voraus und plötzlich schüttet es wie aus Eimern? Willkommen im Smartphone-Sommer 2019. Warum die Technik so oft daneben liegt » mehr

Autor
Steffi Wolf

Steffi Wolf

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 08. 2017
13:45 Uhr



^