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Scannen. Staunen. Shoppen.

Pinterest – das war bislang eine riesige digitale Pinnwand für Ideen-Sammler. Nun macht sich das soziale Netzwerk attraktiv für Unternehmen. Mittels Pincodes auf Produkten können sie Nutzer zu ihren digitalen Angeboten lotsen.



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Es tut sich was in den sozialen Medien. Mit kleinen, aber marktgestaltenden Änderungen richten sich seit Jahresbeginn gleich mehrere der großen Plattformen neu aus. Facebook will sein Profil als echtes Netzwerk schärfen und mittels eines korrigierten Algorithmus vor allem wieder Menschen mit Menschen in Kontakt bringen, erklärte Gründer Mark Zuckerberg. Statusmeldungen von Freunden sollen denen von Unternehmen, Medienhäusern oder abonnierten Gruppen vorgezogen werden.

Die Facebook-Tochter Whatsapp wählt einen anderen Weg: Der Kurzmitteilungsdienst will sich künftig stärker als Kanal für die Kommunikation kleinerer Firmen mit ihren Kunden etablieren und hat dafür eine gesonderte Business-App herausgebracht. Auch Youtube hat seine Regeln geändert. Werbung schalten dürfen nun nur noch Kanäle mit entsprechend hoher Abonnenten-Zahl und Abspieldauer. Das Werbeumfeld wird für Unternehmen dadurch deutlich attraktiver.

Und nun macht sich auch Pinterest hübsch für den Markt. Wie das Foto-Netzwerk am Mittwoch auf der News-Seite seiner deutschsprachigen Ausgabe mitteilte, können nun auch hiesige Geschäftskunden die sogenannten Pincodes einsetzen. Dabei handelt es sich um runde Codes, die auf den Seiten von Zeitschriften, auf Postern, Verpackungen oder auch Preisschildern platziert werden können. Hält der Nutzer sein Smartphone bei laufender Kamera-Funktion der Pinterest-App darauf, wird er weitergeleitet zu
verknüpften Bildern oder Kollektionen.

In der Praxis sieht das so aus: Der Lebensmittelhersteller Maggi – einer der ersten Tester des neuen Angebots – hat die Pincodes auf einigen Produkten angebracht, die im Maggi Kochstudio in Frankfurt verkauft werden. Die Kunden gelangen über das Einscannen des Codes auf Pinterest-Seiten von Maggi, auf denen Rezepte vorgestellt werden, aber auch Kochtipps und Zutatenwissen. Klingt harmlos, kann aber ganz leicht Appetit machen zum Nachkochen und Nachkaufen von Fix-und-Fertig-Tütchen.

Schon deutlicher wird das Potenzial der Pincodes beim zweiten Tester auf dem deutschen Markt – Urbanara, ein auf hochwertige Wohntextilien spezialisierter Online-Anbieter. Dieser setzt die Pincodes auf Postern in seinem Düsseldorfer "Vorzeigeladen", seinem Flagship-Store, sowie auf Flyern ein. Verlinkt werden damit Pinterest-Pinnwände mit Oster-Produkten, der neuen Urbanara-Sommerkollektion sowie Wolldecken. Letztere gehören zu den meistgekauften Artikeln von Urbanara.

Drittes Test-Unternehmen in der Einführungsphase ist die Zeitschrift Brigitte, die zunächst digitale Pinnwände zu den Themen Ostern, Backen und DIY verknüpft. Eine Ausweitung in den kommenden Monaten auf die Bereiche Fashion, Beauty, Reise, Food und Fitness ist vorgesehen. Maggi, Urbanara, Brigitte – die anvisierte Zielgruppe für den Einsatz von Pincodes ist offenkundig weiblich und häuslich.

Zeitgleich mit der Einführung der neuen Pincodes bei den drei genannten Launch-Partnern ist es seit Mittwoch allen Pinterest-Nutzern mit einem Business-Account möglich, kostenlos eigene Pincodes zu erstellen und damit die Eigenwerbung über das Foto-Netzwerk zu intensivieren. Schon jetzt nutzen Unternehmen und Marken Pinterest, um mit als bezahlter Werbung eingestreuten Bildern auf ihre Produkte aufmerksam zu machen. Dem Nutzer wird ein solches Bild von Pinterest als Vorschlag zu seinen eingestellten Interessensgebieten angezeigt, ein Link führt dann direkt weiter auf die Internetseite des Werbekunden.

In den USA gehen die Strategen von Pinterest bereits einen Schritt weiter: Dort wird mit Pins, also Bildern, experimentiert, über die sich Artikel direkt kaufen lassen, ohne dass der Nutzer die App verlassen muss. Beispiel: Sie sehen das Foto eines toll dekorierten Ostertisches und können sofort per Klick die bunten Eier oder Hasen-Servietten ordern. Für impulsive Käufer könnte Pinterest damit zu einer echten Gefahrenzone werden.

Dabei war das Netzwerk bisher ein eher harmloser Ort für kreativ werkelnde Ideen-Sammler. Wer einen Adventskalender basteln oder ein Hochbeet anlegen wollte, suchte auf Pinterest oder im Netz passende Fotos zu seinem Vorhaben und pinnte sie auf eine seiner digitalen Pinnwände. Nun aber wird gescannt, gestaunt – und wohl bald auch geshoppt.

 

 

So! nutzen wir Social Media
Gut jeder dritte Social-Media-Nutzer in Deutschland kann sich das Leben ohne soziale Netzwerke nicht mehr vorstellen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Branchenverbands Bitkom hervor. Des weiteren ergab die Studie, dass 87 Prozent aller Internetnutzer bei Facebook, Youtube und Co. aktiv sind, bei den 14 bis 29-Jährigen sind es sogar 98 Prozent.
"Social Media ist schon lange kein Jugend- oder Nischenphänomen mehr, sondern hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem festen Teil unseres Lebens entwickelt", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder bei der Präsentation der Ergebnisse in Berlin.
Im Schnitt sind Social-Media-Nutzer auf drei Plattformen angemeldet. Die jüngeren Befragten (14 bis 29 Jahren) sogar bei fünf. Von den 50 bis 64-Jährigen sind 80 Prozent bei mindestens einem Netzwerk dabei. Bei den über 65-Jährigen immerhin noch 65 Prozent.
An der Spitze stehen nach wie vor Facebook und Youtube. 28 Prozent sind bei Instagram aktiv, 20 Prozent bei Pinterest und 19 Prozent bei Twitter. Für 14 bis 29-Jährige spielen Instagram (63 Prozent) und Snapchat (43 Prozent) eine wichtige Rolle, während das Interesse an den beiden Plattformen mit zunehmendem Alter deutlich abnimmt.

 

 

Veröffentlicht am:
16. 03. 2018
14:15 Uhr

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Autor

Susann Winkel

dpa

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Veröffentlicht am:
16. 03. 2018
14:15 Uhr



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