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Lufthansa kürzt Flüge nach Italien und Asien

Der Konzern kürzt sein Flugprogramm wegen der Virus-Epidemie und der Entwicklung der Nachfrage. Und der Branchenverband IATA berichtet, dass weltweit viele Fluggäste ihre Tickets verfallen ließen. An den Börsen gehören Airlines derzeit zu den größten Verlierern.



Eine Boeing 747 der Lufthansa
Mit den Streichungen reagiert die Lufthansa auf die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus.   Foto: Boris Roessler/dpa

Die Lufthansa und ihre Töchter fahren ihr Flugangebot wegen der Coronavirus-Epidemie teils deutlich zurück. Neben Flügen nach Asien fallen vorerst vor allem Verbindungen nach Italien weg. Auch das innerdeutsche Flugprogramm wird ausgedünnt.

Flüge nach Festland-China bleiben bis 24. April gestrichen, gleiches gilt für Verbindungen in die iranische Hauptstadt Teheran bis 30. April, wie der Konzern am Montag in Frankfurt mitteilte.

An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an. Für die Lufthansa-Aktie ging es bis zum frühen Nachmittag zeitweise um mehr als neun Prozent abwärts bis auf 10,70 Euro. Das war der tiefste Stand seit Oktober 2016. Mit einem Minus von rund 28 Prozent in elf Handelstagen ist die Lufthansa-Aktie der größte Verlierer in der Virus-Krise im deutschen Leitindex. Seit Anfang 2020 hat das Papier inzwischen mehr als ein Drittel seines Werts verloren. Im Vergleich zum Rekordhoch von Anfang 2018 sind es sogar fast zwei Drittel.

Die Ausbreitung des Coronavirus verunsichert Kunden und Management.

Nachdem die Konzerngesellschaften Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines ihre Flüge auf das chinesische Festland bereits zuvor ausgesetzt hatten, versucht der Vorstand um Lufthansa-Chef Carsten Spohr vor allem rote Zahlen durch halbleere Flugzeuge zu verhindern.

Dem Welt-Luftfahrtverband IATA zufolge lassen viele Fluggäste aus Angst vor der Coronavirus-Epidemie Tickets verfallen. Viele Airlines meldeten, dass rund 50 Prozent der Fluggäste gar nicht auftauchten. Eine große Linien-Fluggesellschaft verzeichne einen Totaleinbruch von Buchungen nach Italien. Die IATA will nun erreichen, dass angesichts der außergewöhnlichen Umstände bestimmte Regeln angepasst werden. So droht einer Fluggesellschaft, dass sie ihre Start- und Landerechte verliert, wenn sie sie nicht mindestens zu 80 Prozent nutzt.

Die Airlines des Lufthansa-Konzerns, zu denen auch Eurowings und Brussels gehören, setzen nun im März und April einen Teil ihrer geplanten Flüge nach Italien, Hongkong und Südkorea aus. Betroffene Kunden auf der Langstrecke will die Lufthansa nach Möglichkeit auf andere Verbindungen umbuchen.

Die Kürzungen auf den Strecken nach Italien fallen je nach Airline unterschiedlich aus. So kappt Eurowings lediglich bis 8. März das Flugprogramm nach Venedig, Bologna und Mailand. Swiss und Austrian fahren ihr Angebot schon jetzt bis voraussichtlich Ende April zurück, bei der Kernmarke Lufthansa ist bisher nur von März die Rede. Betroffen sind vor allem Ziele im nördlichen Italien, wo das Virus zuerst ausgebrochen war. Allerdings sind von den Flugstreichungen auch Rom und Neapel betroffen.

Zudem reagiert die Lufthansa auf eine gesunkene Nachfrage nach Flügen innerhalb Deutschlands. Daher würden «die Frequenzen auf innerdeutschen Verbindungen von Frankfurt nach Berlin, München, Hamburg und Paderborn sowie von München nach Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Bremen und Hannover verringert», hieß es.

Auf den innerdeutschen Strecken geht es vor allem um Verbindungen im Halbstundentakt. Lufthansa könne nicht alle halbe Stunde mit spürbar leereren Maschinen fliegen, sagte ein Sprecher. Flugreisende dürften von den verringerten Frequenzen kaum etwas zu spüren bekommen. Sie würden auf einen 30 Minuten später startenden Flieger gebucht.

Der Lufthansa-Konzern hatte bereits am Freitagabend angekündigt, das Flugprogramm wegen der Virus-Epidemie und der Entwicklung der Nachfrage möglicherweise deutlich zurückzufahren. Dadurch könne das Flugangebot auf der Kurz- und Mittelstrecke im Extremfall um ein Viertel sinken. Durch die Reduzierung der Langstreckenflüge standen den Angaben zufolge zuletzt rechnerisch 13 Großraumjets am Boden. Diese Zahl könne nun auf 23 steigen.

Die Lufthansa hat bereits ein Sparprogramm angekündigt. Mitarbeiter wurden gebeten, freiwillig unbezahlten Urlaub zu nehmen. Neueinstellungen stehen auf dem Prüfstand, und die Fluggesellschaft prüft die Möglichkeit von Kurzarbeit in verschiedenen Bereichen. Auch bei den Sachkosten setzt das Management den Rotstift an.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
02. 03. 2020
15:17 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
02. 03. 2020
15:17 Uhr



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