Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 30 Jahre WiedervereinigungCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

 

Urlauber können mit stabilen Preisen rechnen

Wegen der Corona-Krise sind Flugreisen noch mit vielen Unsicherheiten verbunden. Daher dürften in diesem Sommer besonders Urlaubsziele in Deutschland und in den Nachbarländern sehr gefragt sein. Werden die Unterkünfte dort jetzt teurer?



Keine steigenden Preise bei Unterkünften
Tourismusexperten erwarten in der Krise keine generellen Preiserhöhungen.   Foto: Stefan Sauer/dpa

Dänemark statt Türkei: Urlauber aus Deutschland werden Branchenexperten zufolge in diesem Sommer nach Lockerung der Corona-Beschränkungen neben Zielen in der Heimat zunächst vor allem die Nachbarländer ansteuern.

«Dazu dürften Österreich, Dänemark, Frankreich, die Niederlande und die Schweiz zählen», sagte Tourismusexperte Torsten Kirstges. Ähnlich sieht das der Tourismusforscher Martin Lohmann: «Ziele, die mit dem eigenen Auto zu erreichen sind, dürften bei Urlaubern in diesem Sommer zunächst im Fokus stehen». Mit generellen Preiserhöhungen in der Krise rechnen die Experten nicht.

«Zwar haben beispielsweise Hotels, Restaurants oder Campingplätze durch Hygienevorschriften und geringere Auslastung höhere Kosten, doch der Konkurrenzdruck ist hoch. Vielen steht das Wasser bis zum Hals», berichtete Kirstges.

Er rechnet in diesem Jahr mit einem höheren Anteil an Urlaubsreisen im Inland und einem etwas geringeren als die bislang etwa 75 Prozent im Ausland. «Wenn die Grenzen in Europa im Schengenraum wieder auf sind, wird auch die Nachfrage anziehen. Entscheidend ist allerdings die Aufhebung von Quarantäneregeln. Es nützt mir nichts, wenn ich zum Beispiel nach Mallorca reisen darf, aber zwei Wochen in Quarantäne muss», sagte der Professor an der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven.

Kirstges ist optimistisch, dass die Mehrheit der Bundesbürger auch in diesem Sommer reisen will. «Je strenger und abschreckender die Auflagen in Urlaubsregionen allerdings sind, desto stärker bremst das die Reiselust.» Kirstges zufolge sind in der Regel bis März etwa ein Drittel der Sommerurlaube bereits zu festen Preisen gebucht. «Diejenigen, die gebucht haben, werden wahrscheinlich bei der Stange bleiben. Hebt das Auswärtige Amt die Reisewarnung auf, bekommen sie bei kundenseitigen Stornierungen das Geld nicht zurück.»

Auch Lohmann geht davon aus, dass die Bundesbürger reisen wollen. «Das Volumen dürfte aber kleiner als in der Vergangenheit sein», sagte der Leiter des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa. «Manchen Menschen fehlt das Geld, weil sie wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit sind oder ihren Job verloren haben.» Anderen fehle die Zeit. «Zugleich schrumpft das Angebot, weil Hotels oder Restaurants wegen Abstandsregeln und Hygienevorschriften nicht zu 100 Prozent ausgelastet werden können», sagte Lohmann.

Aus seiner Sicht ist es fraglich, «ob alle Betriebe in diesem Sommer öffnen. Für manche dürfte es sich wegen der Beschränkungen nicht lohnen». Er geht davon aus, dass die Kapazitäten in Urlaubsregionen insgesamt reichen, «weil nicht so viele Menschen reisen werden».

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 05. 2020
15:27 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auswärtiges Amt Bereich Hotels Feriengebiete Flugreisen Gaststätten und Restaurants Reisewarnungen Sommerurlaub Tourismusexperten Urlauber Urlaubsreisen Urlaubsziele
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Strandkorb auf Sylt

30.04.2020

Tourismusexperte: Betten in Deutschland werden nicht reichen

Kein Mallorca, kein Tunesien, erst recht keine Fernreisen: Im Sommer wird womöglich nur Urlaub in Deutschland möglich sein. Aber würde das überhaupt für die Masse funktionieren? Ein Experte ist skeptisch. » mehr

Urlauber auf Mallorca

19.05.2020

Geschäft mit Urlaubsreisen kommt wieder in Schwung

Der Tourismus zählt zu den von der Corona-Krise am härtesten getroffenen Branchen. Inzwischen zieht das Geschäft der Reiseveranstalter wieder an - vor allem für Deutschland. Das hat auch Schattenseiten. » mehr

Neue Corona-Risikogebiete

01.10.2020

Ganz Belgien und fast ganz Frankreich jetzt Risikogebiet

Die Bundesregierung hat ein weiteres Nachbarland komplett zum Corona-Risikogebiet erklärt. Und das ist längst nicht alles. Die möglichen Urlaubsziele im Ausland schwinden. Daran ändert auch das Ende der pauschalen Reisew... » mehr

Flugzeug im Landeanflug

30.09.2020

Wann kostenlose Urlaubsstornierungen möglich sind

Nach fast einem halben Jahr endet die pauschale Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie. Jedes der fast 200 Länder dieser Welt wird nun einzeln bewertet. Für den Urlauber ändert das aber kaum etwas. » mehr

Teneriffa

vor 14 Stunden

Der sehnsüchtige Blick auf die Kanaren

Von Herbstferien ist an der Playa kaum etwas zu sehen. Die meisten Hotels sind zu, der Strand ist leer. Mit dem erneuten Notstand in Spanien liegt auch Mallorca brach. Ganz anders sieht es auf den Kanaren aus. » mehr

Urlaub in den Herbstferien

02.10.2020

Was gilt bei Reisen im In- und Ausland?

Die Herbstferien rücken näher, die ersten Koffer sind bereits gepackt. Aber wohin darf man überhaupt noch reisen? Wann muss man in Quarantäne? Und vor allem: Wie lange? Ein Überblick. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 05. 2020
15:27 Uhr



^