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Neue Corona-Bestimmungen in den europäischen Reiseländern

Während Island von deutschen Gästen keinen Corona-Test mehr verlangt, haben sich die Bedingungen in anderen europäischen Ländern für Urlauber verschlechtert. So wurde Luxemburg nun zum Risikogebiet erklärt. Die News im Überblick:



Urlaub auf Island
Urlauber aus Deutschland müssen sich bei der Einreise bach Island nicht mehr auf Corona testen lassen.   Foto: Steffen Trumpf/dpa

Island-Urlauber aus Deutschland müssen sich bei der Einreise auf der Nordatlantik-Insel ab 16. Juli nicht mehr auf Corona testen lassen. Gleiches gelte für Reisende aus Dänemark, Norwegen und Finnland, teilte die isländische Regierung nun mit.

Der isländische Chefepidemiologe Thórólfur Gudnason habe entschieden, dass man diese Länder ebenso wie zuvor auch die zum dänischen Königreich zählenden Färöer-Inseln und Grönland als Gebiete mit geringem Corona-Risiko einstufen könne. Bedingung für die testfreie Einreise ist, dass man sich in den 14 Tagen zuvor nicht in einem Risikogebiet befunden hat.

Für alle anderen Reisenden, die nach Island kommen dürfen, gilt weiterhin, dass sie sich am Flughafen auf das Coronavirus testen lassen können. Damit können Touristen seit dem 15. Juni einer obligatorischen 14-tägigen Quarantäne entgehen. Island hat das Infektionsgeschehen beinahe zum Erliegen gebracht und hofft nun, in diesem Sommer wieder mehr Touristen im Land begrüßen zu dürfen.

Luxemburg wegen erhöhter Corona-Zahlen als Risikogebiet eingestuft

Das Auswärtige Amt warnt wegen erhöhter Corona-Zahlen in Luxemburg vor «nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen» in das Nachbarland. Luxemburg habe kumulativ die Neuinfiziertenzahl von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen überschritten, heißt auf der Homepage des Auswärtigen Amtes zur Begründung.

Das Robert Koch-Institut (RKI) listet Luxemburg mit Stand vom 14. Juli als Gebiet, in dem «ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit Sars-CoV-2 besteht». Laut RKI erfolgt die Einstufung als Risikogebiet nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch Gesundheitsministerium, Innenministerium und Auswärtigem Amt.

Laut den Angaben auf der Webseite des Auswärtigen Amtes gibt es zwischen Deutschland und Luxemburg keine Grenzkontrollen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte sich für den Fall ansteigender Covid-19-Zahlen gegen neue Grenzkontrollen zu den Nachbarländern ausgesprochen. Man habe mit den im Frühjahr zeitweise eingeführten Grenzkontrollen «nicht die besten Erfahrungen gemacht», sagte er am 13. Juli im Innenausschuss des Europaparlaments.

Reisewarnung für Norwegen aufgehoben

Das Auswärtige Amt hat die coronabedingte Reisewarnung für Norwegen aufgehoben. Zuvor hatte das norwegische Außenministerium eine Liste mit Ländern veröffentlicht, aus denen die Einreise vom Mittwoch (15. Juli) an wieder gestattet ist. Darunter war auch Deutschland. Damit sei nun die Einreise aus Deutschland für alle Zwecke wieder erlaubt, teilte das Auswärtige Amt mit. Sie sei quarantänefrei entweder direkt oder über Dänemark beziehungsweise Finnland möglich, über Schweden nur in direktem Transit.

Das Auswärtige Amt weist auf seiner Norwegen-Seite im Internet darauf hin, dass in dem skandinavischen Land Abstands- und Hygieneregeln gelten. Es bestehe keine Maskenpflicht, jedoch werde dringend dazu geraten, Hand- und Hustenhygiene strikt zu befolgen und bei Krankheitssymptomen zu Hause zu bleiben. Die touristische Infrastruktur sei größtenteils zugänglich, teilweise wegen der Abstands- und Hygieneregeln aber mit stark reduzierten Kapazitäten. Es könne zu längeren Wartezeiten, Ausfällen oder anderen Einschränkungen kommen.

Italien verlängert viele Corona-Beschränkungen

Italiens Regierung will viele Corona-Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen mindestens bis Ende Juli beibehalten. Das kündigte Gesundheitsminister Roberto Speranza an. Man muss in dem Mittelmeerland weiter eine Atemschutzmaske tragen, wenn man Bars, Restaurants, Geschäfte, Busse und Bahnen betritt. Es gelten zudem Abstandsregeln. Außerdem bleiben Einreisen aus vielen Nicht-EU-Ländern entweder verboten, oder die Menschen müssen in eine zweiwöchige Quarantäne.

Es bestehe das «Risiko, das Coronavirus aus dem Ausland zu importieren», zitierten italienische Nachrichtenagenturen Speranza im Senat, der kleineren der zwei Parlamentskammern. Deshalb blieben die Kontrollen an Flughäfen und in Häfen sowie bei Migrantenbooten streng, sagte er.

Nach Medienberichten sollten die Öffnung von Diskotheken und der Start von Kongressen, die für Mitte Juli erwartet worden waren, auch mindestens bis Ende des Monats verschoben werden.

Eine Ministeriumssprecherin hatte zuvor in Medien zudem angekündigt, dass beim Fliegen Rollkoffer wieder mit in die Kabine genommen werden könnten. Ab dem 26. Juni durften Passagiere auf Flügen von und nach Italien nur dann Handgepäck bei sich tragen, wenn es klein genug für den Fußraum war. Gepäckfächer oben sollten leer sein. Grund war die Furcht vor Gedränge - etwa vor dem Aussteigen - durch die Nutzung der Gepäckablagen.

Einreise aus Serbien und Montenegro wird wieder verboten

Die EU-Staaten wollen die in der Corona-Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen wieder ausweiten. Die Botschafter der EU-Staaten einigten sich nun in Brüssel darauf, die Beschränkungen für Bürger aus den beiden Balkanstaaten Serbien und Montenegro wieder einzuführen, wie die Deutsche Presse-Agentur von mehreren Diplomaten erfuhr. Grund dafür ist, dass die Viruslage sich in beiden Ländern deutlich verschlechtert hat.

Die Liste der Drittstaaten, aus denen Reisen in die EU möglich sind, schrumpft somit auf zwölf Länder. Die Botschafter fügten bisher kein neues Land hinzu. Die Entscheidung muss noch im schriftlichen Verfahren offiziell von den Hauptstädten bestätigt werden.

Lettland beschließt Registrierungspflicht für Einreisende

Lettlands Regierung hat wegen steigender Corona-Zahlen eine Registrierungspflicht für Einreisende in das baltische EU-Land beschlossen. Personen, die mit internationalen Transportunternehmen nach Lettland reisen, müssen ab dem 16. Juli bei Ankunft ihre Daten hinterlegen. Dazu soll in den kommenden zwei bis drei Wochen ein elektronisches System entwickelt werden. Bis dahin werde die Registrierung auf Papier erfolgen, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins nun nach der Regierungssitzung in Riga. Die gleiche Regelung gilt für Personen, die per Privatflugzeug oder Jacht einreisen.

Die Registrierungspflicht soll dazu beitragen, das Infektionsniveau in Lettland niedrig zu halten. «Wir sind uns bewusst, dass eines der potenziellen realen Risiken von Menschen ausgeht, die aus sogenannten Hochrisikogebieten oder aus Ländern nach Lettland einreisen, in denen die Prävalenz der Krankheit viel höher ist als in Lettland und innerhalb der sicheren Grenzen Europas», sagte Karins.

Lettland hatte Anfang Juni seine Grenzen für Bürger aus europäischen Ländern mit niedrigen Ansteckungsraten geöffnet. Später wurde sie um die von den EU-Staaten verabschiedete Liste der Drittstaaten ergänzt, aus denen Reisen in die EU möglich sind. Für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von bis zu 15 Fällen pro 100.000 Einwohner einfällt dabei die Quarantänepflicht in Lettland. Wer aus Ländern mit einer höheren Rate in den Baltenstaat einreist, muss sich weiterhin für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben.

Die Registrierungspflicht soll es nun erleichtern, die Einhaltung der Quarantäneanforderung überprüfen zu können. Die Regierung will zudem Verstöße dagegen schärfer sanktionieren - so sollen künftig etwa Aufenthaltstitel oder Visa von Drittstaatsangehörigen widerrufen werden können. Dem muss aber noch das Parlament zustimmen.

© dpa-infocom, dpa:200715-99-800786/4

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Veröffentlicht am:
15. 07. 2020
16:44 Uhr

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