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Mehr Veganer und Allergiker - Essenstrends auf Kreuzfahrt

Das Essen auf Kreuzfahrtschiffen wandelt sich. Was ist gerade angesagt? Welche Restaurant-Konzepte sind besonders beliebt? Und warum sollte man auch mal ein Porterhouse-Steak probieren? Ein Experte erklärt die Trends.



Churrascaria
Fleisch am Spieß: Ein großer Trend auf Kreuzfahrtschiffen ist derzeit die südamerikanische Churrascaria.   Foto: Norwegian Cruise Line/dpa-tmn » zu den Bildern

Essen ist für viele das Wichtigste auf einer Kreuzfahrt. Angeblich nehmen die Passagiere einer Kreuzfahrt im Durchschnitt drei Kilogramm zu. Auf der «Norwegian Getaway» etwa gibt es 27 Restaurants. Im Interview erklärt Hotel Director Joao Gigante die Essenstrends auf See.

Welche Restaurants sind hier auf der «Norwegian Getaway» derzeit besonders beliebt?

Joao Gigante: Am besten kommen bei unseren Gästen das «Cagney's Steakhouse», das von der französischen Küche inspirierte «Le Bistro» und das Seafood-Restaurant «Ocean Blue» an.

Was sind in Ihren Augen die großen Trends in Sachen Restaurants und Essen auf Kreuzfahrtschiffen?

Gigante: Die Schiffe von Norwegian Cruise Line nehmen amerikanische, aber auch internationale Trends auf. Wir versuchen das auf die Schiffe zu bringen, was gerade in den großen Metropolen angesagt ist. Dazu gehört derzeit auf jeden Fall die südamerikanische Churrascaria, wo gegrilltes Fleisch von Spießen geschnitten wird. Daneben sind es ganz klar Steaks. In Europa kennt zum Beispiel noch kaum jemand Porterhouse-Steaks, hier werden vor allem T-Bone-Steaks gegessen.

Wie finden Sie die großen Trends heraus? Machen Sie Umfragen unter den Passagieren?

Joao Gigante: Nein, Umfragen unter unseren Passagieren gibt es nicht, aber natürlich nehmen wir gerne Feedback unserer Gäste entgegen. Wenn es um Trends geht, haben wir ein spezielles Team in unserer Zentrale in Miami sitzen, dessen Mitglieder sehr viel reisen und nach neuen Entwicklungen in der ganzen Welt Ausschau halten.

Wie schnell lassen sich Restaurantkonzepte auf Schiffen umsetzen?

Gigante: Wenn wir einen großen neuen Trend sehen, lassen sich auch auf bestehenden Schiffen Änderungen vornehmen. Meist gibt es jedoch von einem Neubau zum anderen Änderungen. Das Angebot variiert dabei auch etwas, je nachdem in welchem Fahrtgebiet das Schiff vor allem eingesetzt wird.

Was hat sich in den vergangenen Jahren noch beim Essen auf Kreuzfahrtschiffen geändert?

Gigante: Aus Tradition hatten viele Kreuzfahrtschiffe zwei Essenssitzungen und ein Büffetrestaurant. Norwegian Cruise Line geht da seit 2000 einen anderen Weg: Jeder kann essen, wann und wo er möchte. Am Anfang haben die anderen Reedereien gesagt, das wird nie funktionieren. Mittlerweile machen es uns ganz viele nach. Auch bei den Passagieren gab es da anfangs natürlich viele Fragezeichen. Aber das hat sich schnell geändert.

Inwiefern unterscheidet sich bei Ihnen das Essen je nach Fahrtgebiet?

Gigante: Da gibt es auf jeden Fall Unterschiede. Wir verändern unser Angebot auf jeden Fall, je nachdem ob mehr Asiaten, mehr Europäer oder mehr Amerikaner an Bord sind. Je nach Kulturkreis sind die Anforderungen da doch schon sehr unterschiedlich.

Versuchen Sie auch, je nach Fahrtgebiet regionales Essen anzubieten?

Gigante: Ja, wir versuchen, lokale Speisen auf den Tisch zu bringen. Do what locals do, heißt der Leitgedanke. Wenn wir zum Beispiel einen Stopp in Deutschland haben, gibt es abends mal ein deutsches Büffet mit Bratwürsten. Die Zutaten allerdings kommen meist aus den USA. Wir haben da sehr strenge Vorgaben, vor allem in Sachen Lebensmittelhygiene. Vor allem tiefgefrorene Produkte wie Fleisch und Fisch kommen per Container aus den USA. Frische Lebensmittel kaufen wir dann vor Ort zu.

Die Zahl der Vegetarier steigt. Merken Sie das auch auf dem Schiff?

Gigante: Wir haben auf jedem Schiff ein spezielles Team, das sich um vegetarisches und veganes Essen kümmert, aber auch um Speisen für Allergiker. Wir haben von Jahr zu Jahr mehr Vegetarier und mehr Passagiere mit Allergien an Bord. In den USA ist das nochmal deutlich stärker als in Europa der Fall.

Veröffentlicht am:
23. 01. 2018
14:42 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
23. 01. 2018
14:42 Uhr



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