Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Schutz vor Diebstahl im Hotel

Ferienzeit ist Einbruchzeit - das gilt auch im Urlaub im Hotel. Diebstahl aus dem Zimmer ist zwar selten, kommt aber immer wieder vor. Eine Versicherung schützt oft nicht. Was können Reisende tun?



Safe im Hotelzimmer
Einen Safe im Hotelzimmer sollten Urlauber stets nutzen, um sich vor Diebstahl zu schützen.   Foto: Andrea Warnecke

Im Urlaub ist das Hotelzimmer der Ort, an dem man seine persönlichen Dinge aufbewahrt. Es fühlt sich an wie ein Zuhause auf Zeit - und leider ist auch dort Diebstahl möglich.

Geld weg, Schmuck weg, Kamera weg: Das vermiest die Reise gründlich. Mit ein paar Tipps und der richtigen Verhaltensweise können Urlauber das Risiko eines Diebstahls jedoch deutlich minimieren.

Der Safe ist mehr als Dekoration

Wenn es im Zimmer einen Safe gibt, sollte man diesen grundsätzlich nutzen. Dazu rät zum Beispiel die Hotelkette Best Western. Das setzt jedoch voraus, dass der Gast die Funktionsweise des Safes kennt und beherrscht. Bei Problemen sollte er das Personal ansprechen. Den Code legt man individuell fest. Die Zimmernummer sollte es nicht sein.

In vielen Zimmern ist der Safe allerdings sehr klein. Größere Gegenstände von relevantem Wert sollten daher im Zimmer möglichst versteckt werden, etwa im Koffer oder Kleiderschrank. Denn Diebe haben oft nicht viel Zeit. Wenn sie auf den ersten Blick nichts entdecken, verliert das Zimmer an Attraktivität. Darauf weist Oliver von Dobrowolski von der Präventionsabteilung des Landeskriminalsamts Berlin hin. Besonders wertvolle Gegenstände kann man auf Nachfrage auch im Tresor an der Rezeption aufbewahren lassen.

«Bitte nicht stören!» schreckt nicht ab

In den meisten Hotels kann der Gast mit einem Schild an der Tür das Personal darauf hinweisen, dass er nicht gestört werden möchte. Diebe schreckt der Hinweis aber nicht unbedingt ab. Sie klopfen einfach an der Zimmertür. Rührt sich nichts, ist das Zimmer wahrscheinlich leer. Schaden könne es aber nicht, dass Bitte-nicht-stören-Schild von außen an die Tür zu hängen, sagt von Dobrowolski. Allerdings kann es dann sein, dass das Hotelpersonal das Zimmer nicht reinigt.

Risikofaktoren: Balkone, Fenster, Entfernung vom Aufzug

In Wohnhäusern gilt: Das Erdgeschoss ist besonders anfällig für Einbrüche. Diebe können sich durch ebenerdige Fenster und Türen leichter Zugang verschaffen. Das gilt in Hotels erst einmal auch. Daher sollten Fenster und Balkontüren beim Verlassen des Zimmers stets geschlossen bleiben. Auch gekippte Fenster und Türen im Erdgeschoss können Dieben helfen.

Diebe gelangen jedoch nicht unbedingt vom Außenbereich ins Zimmer. Hotels sind meist so aufgebaut, dass die Zimmer durch lange Flure zugänglich sind. In der Mitte befindet sich der Aufzug. Diebe haben es immer dann leicht, wenn die Gefahr entdeckt zu werden, gering ist. Von Dobrowolski weist darauf hin, dass jene Zimmer anfälliger sind, die in verwinkelten Ecken oder am hinteren Ende des Flures liegen.

Die Zimmernummer ist die zweite Identität

Ob beim Frühstück, im Spa-Bereich oder abends an der Bar: Das Personal fragt immer nach der Zimmernummer. Wenn ein Dieb diese kennt und dann auch noch den dazugehörigen Namen des Gastes, ist der Grundstein für einen möglichen Diebstahl gelegt.

Zuerst sollte man sich darüber im Klaren sein, wem genau man die Zimmernummer mitteilt, sagt von Dobrowolski. «Könnte es ein Fremder sein, oder macht er einen professionellen Eindruck und ist Ihnen schon öfter über den Weg gelaufen?» Generell ratsam ist es, mit der Zimmernummer stets diskret umzugehen.

Versicherungen bringen wenig

Eine Hausratversicherung schützt zwar prinzipiell auch bei Diebstahl aus dem Hotelzimmer, jedoch oft nur in der Theorie. «In den meisten Fällen sind keine Einbruchspuren vorhanden. Dann hat man ein Problem, die Versicherung zahlt in der Regel nicht», sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg. Gibt es Spuren, dann müssen Urlauber den Diebstahl auf jeden Fall bei der Polizei anzeigen.

Eine Reisegepäckversicherung ist nach Ansicht der Expertin nicht empfehlenswert. Denn diese nimmt in der Regel einen Abzug vor, wenn der Versicherte fahrlässig gehandelt hat. «Und das gilt schon dann, wenn man die Sachen außer Acht gelassen, also das Hotelzimmer verlassen hat», sagt Boss. Der Reisende bekommt dann im besten Fall nur einen kleinen Teil der Schadensumme zurück.

Veröffentlicht am:
12. 07. 2018
09:51 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Best Western Diebe Fenster und Türen Hotels Hotelzimmer Polizei Reisegepäckversicherungen Reisende Urlauber Versicherungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Chiara L. und Kevin H.

26.09.2019

Hotels machen Touristen nach Cook-Pleite Druck

Die Thomas-Cook-Pleite hat Hunderte Urlauber kalt erwischt. Über Nacht wurde der Flugverkehr eingestellt, viele strandeten an Airports. Nun erleben auch in den Hotels viele Touristen einen Alptraum. » mehr

Birgit Brümmel

05.11.2019

Worauf Reisende mit Vorerkrankung achten müssen

Die Reise muss wegen Krankheit abgesagt werden? Vor Ort muss man ins Krankenhaus? Mit Versicherungen fühlen sich Urlauber in solchen Fällen abgesichert - doch bei Vorerkrankungen gibt es oft Probleme. » mehr

Tropischer Look

22.10.2019

Frust und Freiheit über den Wolken

Fliegen ist anstrengend und gilt inzwischen als Klimasünde. Dabei war es einmal ein erhabenes Erlebnis. Eine Flugreise um die Welt - auf der Suche nach einem Gefühl, das verloren scheint. » mehr

Feierlichkeiten in Reykjavik

10.10.2019

Wie Island den Tourismus bändigt

Island ist für manche Naturliebhaber das schönste Land der Erde. Die Zahl der Touristen hat sich in nur acht Jahren fast verfünffacht. Droht der Insel die Überfüllung? Die Isländer haben einen Plan. » mehr

Fotospot

08.08.2019

Von wegen Zauber der Inka: Massentourismus in Machu Picchu

Machu Picchu hat ein Problem mit den Besuchermassen. Sogar ein neuer Flughafen soll in der Nähe entstehen. Der Status als Welterbe ist bedroht. Wie viel Magie versprüht die Inkastadt noch? » mehr

Kaum ein Ziel das nicht erreichbar scheint

30.07.2019

Fünf Gründe für eine Busreise

Mit dem Bus in den Urlaub - das ist doch eher was für in die Jahre gekommene Rentner, könnte man meinen. Stimmt aber nicht. Die Pauschalreise mit dem Reisebus ist viel besser als ihr Image. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
12. 07. 2018
09:51 Uhr



^