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Auf der Kreuzfahrt Landausflüge ohne Reederei machen

Wer auf Kreuzfahrt einen Landausflug machen will, bucht diesen in aller Regel direkt bei der Reederei. Doch die Ausflüge sind oft teuer. Unabhängige Agenturen wollen günstigere Touren bieten. Doch wartet dann das Schiff, wenn ich im Stau stehe?



Radgruppe
Komfortabel und mit Garantie: Von den Reedereien organisierte Landausflüge, hier eine Fahrradtour von Tui Cruises.   Foto: TUI Cruises » zu den Bildern

Auf Kreuzfahrten sehen Urlauber in kurzer Zeit besonders viel, ohne ständig die Koffer packen zu müssen. Dafür müssen sie allerdings Landgänge unternehmen.

Die Reedereien haben jede Menge eigene Ausflüge im Angebot - doch mittlerweile bieten Online-Portale und unabhängige Tourspezialisten neue Vielfalt. Manche wollen auch die Angst nehmen, das Schiff zu verpassen.

Bei Tui Cruises entscheiden sich nach eigenen Angaben bis zu 90 Prozent der Gäste für von der Reederei vermittelte Landausflüge. Die Vorteile: geprüfte Qualität, Zahlung über das Bordkonto und Abholung direkt am Schiff. Doch die Bequemlichkeit lassen sich die Reedereien gut bezahlen. Gerade für Familien könnten die Ausflüge teuer werden, kritisieren Kreuzfahrtspezialisten. Neben hohen Preisen gelten zu große Gruppen sowie ein eher pauschales und wenig flexibles Ausflugsprogramm als Gründe für das Interesse an externen Anbietern.

Erfahrene Kreuzfahrtgäste erkundigen sich schon vor der Abreise, welche Zielgebiete sich gut in Eigenregie erkunden lassen - also zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, per Mietwagen oder Taxi. Die individuelle Ausflugsgestaltung verlangt allerdings eine gute Planung und bedeutet einen hohen Zeitaufwand.

Wer Komplettpakete lieber mag, kann sich für Landausflüge reedereiunabhängiger Anbieter entscheiden. Dazu stehen große Buchungsplattformen wie Getyourguide.de oder Rent-a-guide.de zur Wahl, die deutschen Touristen weltweit Städtetouren, Tagesausflüge oder sogenannte Skip-the-Line-Tickets für den Besuch von Sehenswürdigkeiten ohne Warteschlange vermitteln. Die Preise werden von den lokalen Partnern kalkuliert und liegen häufig unter den Reedereiangeboten. Da sie je nach Zielgebiet und Ausflugsart stark variieren, lohnt jedoch ein Preisvergleich.

Sind zentrale Treffpunkte in der Stadt angegeben, müssen die Passagiere selbst darauf achten, rechtzeitig zum Schiff zurückzukehren. Ein Transfer vom und zum Hafen ist in der Regel nur bei privaten Touren oder längeren Rundfahrten vorgesehen.

Mit Kreuzfahrtausfluege.de hat Rent-a-guide -Geschäftsführer Florian Ziegler schon vor sechs Jahren eine Special-Interest-Seite gestartet. Ein Klick ermöglicht Kunden, in dem Buchungsportal speziell nach Ausflügen mit und ohne Hafenabholung zu suchen. Nicht alle Rent-a-guide-Aktivitäten im Urlaubsziel sind auf die Bedürfnisse von Schiffspassagieren zugeschnitten. Denn der Tourenverlauf muss so geplant sein, dass das Schiff in jedem Fall erreicht wird - auch bei Stau. Auf externe Ausflügler warten die Schiffe in der Regel nicht. Reedereien können ihren Passagieren hingegen eine Garantie geben.

Florian Berthold will Kreuzfahrtpassagieren auch bei Buchung eines reedereiunabhängigen Ausflugs maximale Sicherheit garantieren. Der ehemalige Controlling-Manager von Aida hat 2016 das Unternehmen Tripup mit dem Portal Meinelandausfluege.de gegründet - und sich damit ausschließlich auf unabhängige Landgänge spezialisiert.

Kleine Gruppen, faire Preise, Pick-up-Point am Hafen und Zuverlässigkeit sind die Argumente, mit denen Berthold überzeugen will. Für das Start-up wurde ein Netzwerk an mittelständischen Incoming-Agenturen aufgebaut, mit denen Berthold als Veranstalter eigene Pakete schnürt und das volle Risiko trägt. Bislang gibt es Ausflüge in Europa und im Orient, im kommenden Winter sollen asiatische und karibische Ziele hinzukommen.

Berthold hat seine Partner verpflichtet, die Gäste pünktlich zum Schiff zurückzubringen. Künftig soll die Buchung seiner Landausflüge einen Versicherungsschutz umfassen, der Gäste finanziell absichert, falls sie ihr Schiff verpassen.

Florian Ziegler will mit seinem Angebot auch dazu beitragen, das wachsende Aufkommen der Kreuzfahrtpassagiere beim Landgang zu entzerren. «Wir können vielleicht dafür sorgen, dass nicht alle Kreuzfahrtpassagiere gleichzeitig klassische Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise die Altstadt von Dubrovnik stürmen», sagt Ziegler.

Veröffentlicht am:
16. 08. 2018
12:27 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
16. 08. 2018
12:27 Uhr



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