Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Bei den Hummerfischern auf den Magdalenen-Inseln

Hummer, Schneekrabben, Kabeljau: Auf den Îles de la Madeleine im Golf des Sankt-Lorenz-Stroms dreht sich alles um Fisch. Zumindest fast. Die weiten Sandstrände laden auch zu Wassersport ein.



Kutter im Hafen
Fischkutter im Hafen: Der Fischfang ist ein wichtiger Industriezweig auf den Magdalenen-Inseln.   Foto: André Quenneville/Quebec Original » zu den Bildern

Nachts um drei Uhr ist Rush Hour im Hafen der Insel Grande-Entrée. Im Frühsommer geht um diese Zeit am Horizont schon langsam die Sonne auf. Männer schaufeln Eis auf Fische in den Kisten an Bord der Kutter. Es ist kalt, auch im Sommer kann es hier im Osten Kanadas frostig werden.

Den Männern macht das nichts. Sie fahren hinaus aus dem größten Hafen der Îles de la Madeleine und holen Fallen ein, mit denen sie Hummer aus dem Golf des Sankt-Lorenz-Stroms fangen. «Zehn Wochen dürfen wir Hummer fischen», sagt John Gee, der mit seinem Kapitän auf einem Kutter lostuckert. Von Mitte Mai an ist Saison.

Ein Knochenjob für gutes Geld

Jede Nacht fahren die Seeleute dann hinaus in den Golf, der zwischen den kanadischen Provinzen Québec, Prince Edward Island und Neufundland liegt. Am Kai legt ein vergleichsweise großes Schiff an. Dessen Kapitän war unterwegs, um Schneekrabben zu fangen.

«Die Saison ist für die Fischer extrem anstrengend», erzählt Gilles Lapierre, der seit seiner Kindheit auf dem kleinen Archipel lebt und neun Generationen seiner französischen Vorfahren zurückverfolgen kann. Aber die Meeresfrüchte sind eine gute Einnahmequelle. Und die Lizenzen sind rar.

Teure Erlaubnis und überfällige Fangquoten

«Meist werden sie innerhalb der Familie weitergegeben», sagt Lapierre. «An den Sohn, manchmal auch an die Tochter.» Wenn doch mal eine Erlaubnis frei wird, kann sie bis zu 500.000 kanadische Dollar kosten, rund 330.000 Euro. Trotzdem gibt es lange Wartelisten. Der Hummer findet Abnehmer weit über Kanada hinaus.

Lange gab es keine Quoten, jeder konnte fischen, was und wann er wollte. So blieben die Fallen irgendwann leer, das Wasser war überfischt. «Hummer hatte man aber zu der Zeit noch nicht auf dem Speiseplan», erzählt Lapierre aus seiner Kindheit. «Das war damals ein Arme-Leute-Essen.» Heute stehen Hummer, Kabeljau und Heilbutt auf den Speisekarten der Inselrestaurants ganz oben.

Salziges Bier und viel Wind für den Kite

Fische sind nicht das einzige, das auf den Inseln hergestellt wird. Eine Käserei gibt es und eine Brauerei, die von zwei Frauen ins Leben gerufen wurde: À l'Abri de la Tempete. Élise Cornellier Bernier und Anne-Marie Lachance wollten ein Bier machen, das nicht so schmeckt wie das Einheitsgebräu. Cale-Sèche heißt ihr Helles mit Meersalz und Zitrone. Die zwei Unternehmerinnen gehen außerdem gerne Kitesurfen.

«Man kann morgens schauen, wie der Wind steht, und sich dann einen Strand zum Kiten aussuchen», sagt Steve Mantha. Er verbringt jeden Sommer auf den «Maggies». Wind herrscht immer mehr als genug. Wenn der Kanadier seinen Besuchern das Kiten erklärt, zieht es den Anfängern manchmal die Füße weg.

Im Neopren und mit Helm steinige Klippen erforschen

Weniger windanfällig sind Ausflüge mit dem Seekajak auf den Golf hinaus. Am Ufer der Inseln gibt es Höhlen in den Sandsteinklippen, in denen man schwimmen kann - mit Neoprenanzug und Helm.

Im Hafen der Île de la Grande Entrée wird unterdessen der Fang in Kühllaster verladen. Viele Tonnen holen die Fischer in der kurzen Saison aus dem Wasser. Bis Ende Juli. Dann ist die Hummersaison vorbei.

Veröffentlicht am:
09. 05. 2019
09:52 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bier Familien Hummer Kabeljau Kapitäne Meeresfrüchte Prinz Edward Schiffe Strände Söhne Vorfahren
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Urlauber in Jalta

17.10.2019

Paläste aus Zarenzeiten und ein Schwalbennest

Die Krim ist nach der Einverleibung durch Russland zu einem exotischen Reiseziel geworden. Dabei gibt es hier viel zu sehen. Jalta zum Beispiel bietet Paläste aus Zarenzeiten, Strand und Meer. » mehr

Mykonos

01.08.2019

Griechisches Urlaubsparadies mit manchmal höllischen Preisen

Wer Bars und Tavernen auf Mykonos ansteuert, sollte einen Blick ins Menü werfen, bevor er bestellt. Immer wieder berichten Touristen über exorbitante, kaum nachvollziehbare Preise. » mehr

Den Walen ganz nahe

06.06.2019

Abenteuer erleben bei einer Kreuzfahrt in der Antarktis

Die Antarktis ist eine der letzten fast unberührten Gegenden der Erde. Ein bisschen Entdecker spielen kann man immer noch auf einer Kreuzfahrt ins ewige Eis. Ein einmaliges Erlebnis - aus vielen Gründen. » mehr

Nullmeridian

05.06.2019

Kreuzfahrt über die Datumsgrenze

Einen Tag zweimal erleben, das klingt wie Science-Fiction. Doch zumindest kalendarisch ist es möglich - bei einer Kreuzfahrt über die Datumsgrenze. Dafür muss man aber ziemlich weit reisen. » mehr

Verklärungs-Kathedrale

16.05.2019

Eine Kreuzfahrt zum Kloster Walaam

Das weite Russland lässt sich gut vom Schiff aus erkunden. Von St. Petersburg im Norden geht es zu einer entlegenen Insel mit frommen Mönchen - und einem prominenten Gast. » mehr

Fitnessbereich

06.05.2019

Die «Hanseatic nature» sticht in See

In luxuriösem Ambiente die Antarktis oder die Südsee erkunden: Diese Möglichkeit bietet die neue «Hanseatic nature» als erstes Expeditionskreuzfahrtschiff einer neuen Baureihe. Vom Retro-Charme der «Bremen» müssen sich n... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
09. 05. 2019
09:52 Uhr



^