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Wandern durch Värmland auf dem Fryksdalsleden

Der Fryksdalsleden in der schwedischen Region Värmland ist Jahrtausende alt und doch ganz neu: Auf der Wanderroute locken saftige Natur, uralte Kultstätten - und heimelige Unterkünfte.



Uralte Wegmarkierung
Wegmarkierung aus dem Jahr 1767: Eine «schwedische Meile» entspricht etwa 10 Kilometern.   Foto: Brigitte Geiselhart/dpa-tmn » zu den Bildern

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Verreisen geht wegen der Corona-Pandemie erstmal für unbestimmte Zeit nicht - doch es spricht ja nichts dagegen, sich schon jetzt ein paar Gedanken über den nächsten Urlaub zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mal mit Wandern durch Värmland?

Woran erkennt man, ob ein Eichhörnchen ein Rechts- oder Linkshänder ist? «Seht euch diesen abgenagten Kiefernzapfen an», sagt Olof Henriksson. «Die Bissspuren zeigen eindeutig, dass es sich in diesem Fall um einen Rechtshänder handelte», erklärt der erfahrene Naturguide.

Nischenwissen dieser Art nehmen Wanderer jeden Tag auf, wenn sie sich auf den historischen Fryksdalsleden begeben, eine Mehrtagesroute durch die mittelschwedische Region Värmland. Einst waren auf der Strecke Pilger und Händler unterwegs, heute sind es Touristen. Der «Weg im Tale des Fryken-Sees» wurde 2016 neu eingeweiht. Die gut ausgeschilderte Route zwischen den Gemeinden Torsby im Norden und Kil im Süden misst insgesamt rund 110 Kilometer.

Stille und uralte Bäume

Was schon auf den ersten Hundert Meter auffällt, ist die Ruhe. Man hört Vogelstimmen und das Rauschen der Blätter. Sonst nichts.

Los geht es an der Kirche im Zentrum von Torsby, wo der frühere Landwirt Henriksson seine Gäste begrüßt: «Gut gefrühstückt?» In dem Ort gibt es den ersten Etappenstempel für den Fryksdalsleden.

Schon nach wenigen Minuten fällt der Blick auf eine stattliche Kiefer. «Sie ist mindestens 300 Jahre alt. Bis sie abstirbt, verrottet und damit der natürliche Kreislauf vollendet ist, können bis zu 1000 Jahre vergehen», erklärt Henriksson. «In diesem Baum nisten zum Beispiel auch Eulen, und Adler nutzen die mächtige Krone, um ihren bis zu 200 Kilo schweren Horst zu bauen.»

Wer sich jedoch in urwüchsiger Landschaft wähnt, wird enttäuscht. Leider sei der Naturwald durch die Bedürfnisse der Holzwirtschaft auch in seiner Heimat auf dem Rückzug, bedauert der Guide, und werde mehr und mehr durch kultivierten Wald ersetzt.

Unterwegs lauschen Wanderer ungewohnten Klängen. «Hört ihr das Gezwitscher der Mönchsgrasmücke?» Der Naturprofi kennt sich aus, verweist auf Baldrian und Mädesüß genauso wie auf Otter und Biber - alle zu Hause in den Wäldern und Wiesen der Region.

Urige Unterkünfte

Nach ein paar Stunden auf denen Beinen lockt die Unterkunft für die Nacht. Fast museumsreif erscheinen die Zimmer im Bed & Breakfast in Läppnas in der Nähe von Edsbjörke. Das Gästehaus wird seit 40 Jahren von Rosemari und Lennart Asker betrieben. «Zur Eröffnung war damals sogar unsere Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöf anwesend», berichtet der 79-jährige Hausherr, während die Gäste heißen Tee genießen.

«Wer zu uns kommt, soll sich wie zu Hause fühlen», sagt Richard Persson. Sein «Prostgarden B&B» in Torsby geht auf das Jahr 1763 zurück und diente bis vor wenigen Jahren als Pfarrhaus.

Marianne Krönsjö gehört das «Ulvsby Herrgard» am Rande von Sunne, drei Kilometer vom Fryksdalsleden entfernt. «Wir holen unsere Gäste auch gerne mit dem Auto ab», sagt sie. Was heute ein Hotelbetrieb mit Gourmetküche und Wellnessbereich ist, war in früheren Jahrhunderten ein Herrenhaus, das als Romanvorlage für Lagerlöfs berühmte Romansaga «Gösta Berling» gedient haben soll.

Die Spuren der Geschichte

Überhaupt führt der Fryksdalsleden nicht nur durch eine hübsche, sondern auch geschichtlich interessante Region. Die Projektleiterin des Weges, Berit Folkesson, verweist auf Steingrabstätten und Reste von etwa 3000 Jahre alten Kulthäusern bei Lappnäsudden.

Ein besonders schöner Blick auf den Fryken-See bietet sich vom Gelände der Kirche in Östra Ämtervik. Dort endet der Wandertag mit dem Besuch einer Grabstätte. Selma Lagerlöf - natürlich.

Veröffentlicht am:
30. 03. 2020
04:38 Uhr

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dpa

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30. 03. 2020
04:38 Uhr



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