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Sieben sehenswerte Orte in Kroatien

Bären aufspüren, Trüffel suchen und ganz romantisch im Leuchtturm übernachten: Ein Urlaub in Kroatien kann ausgesprochen vielseitig sein - mit diesen sieben Reisetipps.



Ehemalige Bahntrasse
Aus der ehemaligen Bahntrasse Parenzana wurde eine Radstrecke - und die führt durch das grüne Hinterland.   Foto: Anita Arneitz/dpa-tmn » zu den Bildern

Kroatien hat viel mehr zu bieten als Strand und Meer. Die Natur ist abwechslungsreich, die Massen lassen sich auf Abstand halten. Sieben Reisetipps.

Gorski kotar: Braunbären-Watching in den Bergen

Die Hochebene von Gorski kotar im Nordwesten Kroatiens ist eines der letzten Wildnis-Gebiete Europas. Hier haben Braunbären, Wölfe und Luchse ihre Ruhe. Damit das so bleibt, wird ein eher sanfter Tourismus ermöglicht. Im Schutzgebiet des Nationalparks Risnjak bleiben Urlauber am besten auf den Wegen. Oder sie folgen mit dem Mountainbike der Gorski kotar Bike Route .

An die 600 Bären streifen in der Bergregion herum - aber es unwahrscheinlich zufällig auf einen zu treffen. Fotografen aus der Region kennen gute Verstecke und legen sich mit Teleobjektiven auf die Lauer. Auch Nationalpark-Ranger organisieren Bärenbeobachtungen - wegen beschädigter Wege ist in diesem Jahr allerdings Pause.

Wer dennoch Bären sehen will, macht einen Abstecher ins weiter südlich gelegene Dorf Kuterevo. Tierfreunde haben dort eine Schutzstation für verwaiste Braunbärenkinder errichtet.

Parenzana: Bahntrassen-Radeln durch das grüne Hinterland

Ein Abstecher ins Künstlerdorf Groznjan hat es in sich. Wo sich von 1902 bis 1935 die Schmalspurbahn Parenzana über die grünen Hügel des Hinterlandes zur Küste quälte, schnaufen heute die Radfahrer. Denn aus der alten Bahntrasse von Triest nach Porec wurde einer der schönsten Radwege Kroatiens. 78 Kilometer führen quer über die Halbinsel Istrien vorbei an mittelalterlichen Bergdörfern, toskanisch anmutenden Landschaften, rustikalen Konobas - das sind kleine Restaurants - und ehemaligen K.u.K.-Bahnhöfen.

Nationalpark Krka: Baden bei den Winnetou-Wasserfällen

Vom Lager der Apachen auf den See mit der Klosterinsel blicken, bei den Fischgründen der Osagen sitzen und wie Paloma im Film «Old Shatterhand» beim Wasserfall schwimmen - im Nationalpark Krka wurden ein paar der beliebten Winnetou-Filme gedreht. Wer will, kann im Nationalpark auf den Spuren von Karl Mays Geschichten wandeln oder einfach die Natur für sich sprechen lassen.

Für Dolby-Surround-Sound sorgt das Rauschen der Flüsse Krka und Cikola an vielen Stellen des Nationalparks. Ganz leise ist es beim Aussichtspunkt hoch über dem Wasserfall Roski slap, tosend laut wiederum beim Skradinski buk - der 45 Meter hohe Wasserfall mit 17 Kaskaden ist der Star unter den sieben Fällen des Parks.

Am Haupteingang des Nationalparks führt ein zweieinhalb Kilometer langer Rundweg auf Holzstegen bis zur Badestelle, wo im Sommer ein Sprung ins kühle Flusswasser erlaubt ist.

Trüffelsuche im Mirnatal: Ein Eichenwald mit Geschmack

Ein Kilo der edlen weißen Wintertrüffel (tuber magnatum pico) ist ab rund 1000 Euro zu haben. Der Preis hat seine Gründe. Zum einen lässt sich diese Trüffelart nicht züchten, zum anderen wächst sie ausschließlich an zwei Orten auf der Welt - im Norden Italiens und in Kroatien. Der kroatische Trüffelsucher Giancarlo Zigante fand mit seiner Suchhündin Diana 1999 eine 1,31 Kilo schwere Knolle und schaffte damit den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde. 2018 folgte ein schwarzer Sommertrüffel mit stattlichen 4,87 Kilo.

Solche herausragenden Exemplare erschnüffeln die sensiblen Hundenasen häufig rund um Motovun im beschaulichen Mirnatal. Der Wald des Städtchens ist einer der letzten drei mediterranen Auwälder Europas und steht unter Naturschutz. Wer selbst einmal sein Knollenglück versuchen möchte, darf die lizenzierten Trüffeljäger in den Wald begleiten. In den Trüffelmanufakturen können die Fundstücke dann verkostet und für Zuhause erworben werden.

Promi-Insel Hvar: Ausflug ins verlassene Bergdorf

Im Hafen von Hvar reihen sich Luxusjachten aneinander. Seit der Antike hat die dalmatische Insel eine strategische Bedeutung für die Seefahrer, was Macht und Reichtum brachte. Aber die Insel hat auch eine andere Seite. Etwa zwölf Kilometer von der Altstadt entfernt, liegt oberhalb der Bucht Milna das verlassene Bergdorf Malo Grablje.

Lange lebten die Familien dort in den Bergen vom Lavendel- und Weinanbau. Doch im 19. Jahrhundert vernichteten Feuer die Pflanzen und Schädlinge die Reben. Die Existenzgrundlage brach weg. 180 Menschen packten ihre Sachen und zogen an die Küste, wo mit Tourismus leichter Geld zu verdienen war. Steinhäuser, Kirche und Olivenölmühle sind verlassen. Treppen führen ins Nichts, Bäume wachsen aus Räumen empor. Ein Ort der Einkehr und Entschleunigung.

Via Adriatica: Fernwandern mit Meerblick

Wandern mit Ausblicken auf das Meer: Darauf setzt der jüngste kroatische Fernwanderweg Via Adriatica , der von Istrien im Norden entlang der Küste bis ins Touristenzentrum Dubrovnik im Süden führt. Bis jetzt haben erst eine Handvoll Wanderer die gesamte Strecke von 1100 Kilometern beschritten. Wer ihnen folgen möchte, braucht 50 Tage Zeit. Die meisten Wanderer entscheiden sich für einzelne, kürzere Etappen mit einem ortskundigen Guide. Hütten gibt es unterwegs wenige. Daher empfiehlt es sich, die Verpflegung selbst mitzunehmen oder die Übernachtung in einem naheliegenden Dorf zu planen.

Eine Nacht im Leuchtturm: Turmwärter und Legenden

Kroatiens Küste misst mehr als 6000 Kilometer. Damit Segler und Fischer zwischen den Felsen und Riffen sicher in den Hafen finden, wurden schon früh zahlreiche Leuchttürme gebaut. Obwohl es mittlerweile moderne Navigationssatelliten gibt, geben die Signale den Seefahrern noch immer Orientierung.

Einige dieser Unterkünfte sind nach wie vor bewohnt, andere wurden zur Ferienwohnung umgebaut - zum Beispiel in Savudrija. Als eines der ältesten und nördlichsten Leuchtfeuer an der Adria, ist dieser Turm nach wie vor in Betrieb. Während Urlauber am Strand liegen, kümmert sich der Leuchtturmwärter um die Technik und erzählt Legenden.

In Savudrija ließ Graf Metternich, Staatskanzler des ehemaligen österreichischen Kaisertums, 1818 den Turm für sich und ein kroatisches Fräulein bauen, in welches er sich beim Opernball in Wien verliebt hatte. Doch bevor der Leuchtturm fertig wurde, verstarb die Angebetete. Der Graf setzte nie einen Fuß in das Gebäude. Sein Geist soll dennoch umher spuken. Wie dem auch sei - die Übernachtung in einem Leuchtturm bleibt ein romantisches Erlebnis.

© dpa-infocom, dpa:200617-99-460698/4

Veröffentlicht am:
24. 06. 2020
16:53 Uhr

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dpa

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24. 06. 2020
16:53 Uhr



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