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Höhlentouren und wilden Abfahrten in der Schwäbischen Alb

Die Schwäbische Alb bietet Ruhe und Erholung? Natürlich, aber nicht nur. Dort geht es für Urlauber auch hoch hinaus und tief hinab - ein Abenteuer zwischen Falkensteiner Höhle und Verlobungsfelsen.



Wasser in der Falkensteiner Höhle
Wasserkontakt ist garantiert in der Falkensteiner Höhle - spektakuläre Ausblicke sind es dafür ebenso.   Foto: Michael Schmitt/Cojote Gbr/dpa-tmn » zu den Bildern

Bei der Schwäbischen Alb denken manche an beschaulichen Familienurlaub. Doch die Region hat auch etwas für Reisende zu bieten, die Abenteuer und Adrenalinrausch suchen. Zum Beispiel tief in der Finsternis unter der Erde.

Die Falkensteiner Höhle ist die einzige wasserführende Höhle Deutschlands, in der im Sommer geführte Touren möglich sind. Treffpunkt für die Erkundung ist der Waldparkplatz der Falkensteiner Höhle, zwischen Bad Urach und Grabenstetten gelegen. Und dann heißt es: raus aus den Alltagsklamotten und rein in den Neoprenanzug.

«Je enger der Anzug sitzt, desto effektiver wärmt er», erklärt Constanze Krauß, die zusammen mit Jochen Hintz die Führung durch die Höhle leitet. Die beiden arbeiten beim Höhlentouren-Anbieter Cojote Outdoor Events. Dort unten habe die Luft neun Grad, das Wasser sieben. Auch ein Helm mit Lampe und knöchelhohe Wanderschuhe sind für alle acht Teilnehmer Pflicht.

Schon das riesige Eingangsportal der Falkensteiner Höhle ist imposant: Hier scheint sich ein Schlund zu öffnen, der in die Abgründe der Schwäbischen Alb führt. Bereits nach ein paar Metern herrscht absolute Dunkelheit. Der Untergrund ist schlüpfrig, das Wasser reicht mal bis zu den Knien, aber teils auch über die Brust. Manchmal ist der Pfad nur kriechend passierbar.

Nichts für Menschen mit Angst vor engen Räumen

Dann steht eine erste Mutprobe an: Ein etwa drei Meter langer Siphon ist zu durchtauchen. Also Luft anhalten und sich vom fest installierten Seil leiten lassen. So etwas erlebt man nicht alle Tage - dabei ist dies nur die Einsteigertour. Für klaustrophobisch veranlagte Menschen ist diese dreistündige Unternehmung nichts.

Im letzten Abschnitt werden die Stirnlampen ausgemacht. Gut 50 Meter tastet man sich im Stockdunkeln an der Höhlenwand entlang, bevor nach einem Rechtsknick wieder das erste Tageslicht sichtbar wird.

Wenn rauf schwerer als runter ist

Nach einer Übernachtung in Bad Urach geht es am nächsten Morgen in den etwa 60 Kilometer entfernten Bikepark von Albstadt, ein Eldorado für Mountainbiker. Hier finden auch regelmäßig Weltcuprennen statt. Auf die immer noch adrenalinhungrigen Besucher wartet eine kurvige Downhill-Strecke. Vorher gibt es eine Einweisung durch erfahrene Trainer. Protektoren sind obligatorisch.

Zunächst muss erst die Herausforderung gemeistert werden, auf dem Sattel des Mountainbikes sitzend und mit dem Bügel eines Schlepplifts eingehängt, die Auffahrt zu schaffen. Dass es mehrerer Versuche bedarf und der eine oder andere Sturz nicht zu vermeiden ist - selbsterklärend. Gute Laune macht das trotzdem.

«Kraft und Körperspannung, Konzentration und Gleichgewicht sind wichtig», betont Bikecoach Holger Blum. «Aber Downhill fahren ist auch Kopfsache», sagt er. «Man sollte etwa sieben Meter vorausschauen und immer die Strecke im Blick haben. Auch ein größerer Abstand zum Vordermann ist einzuhalten.» Maximal zwei Finger an die Bremsen, um mehr Stabilität am Lenker zu haben. Keine Vollbremsung, sondern Intervallbremsen. Man versucht, all diese Tipps nicht zu vergessen, während man über Stock und Stein hinab donnert.

Am Fels entlang in die Höhe

Die nächste Station auf der Schwäbischen Alb ist das Obere Donautal, das Sportkletterer anlockt. Am sogenannten Verlobungsfelsen sind heute zwei Routen von 15 und 20 Metern Höhe vorbereitet.

Es wird «Toprope» geklettert: mit oben eingehängtem Seil und ständiger Sicherung. «Den Felsen fokussieren, vorausschauend klettern», so die Vorgabe des Trainers. Sich gegenseitig zu sichern, gilt es für die Kletteranfänger zu erlernen, auch unerlässliche Kommandos zu verinnerlichen.

In der Wand ist man ganz allein und darf sich trotzdem sicher fühlen. Wieder ist Muskelkraft in Armen und Beinen gefragt, aber auch die nötige Willensstärke. Ob man nun die gesamte Strecke schafft oder nicht, spielt keine Rolle.

© dpa-infocom, dpa:200610-99-377180/5

Veröffentlicht am:
24. 06. 2020
16:17 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
24. 06. 2020
16:17 Uhr



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