Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Wie werde ich Bademeister?

Fachangestellte für Bäderbetriebe machen eine Allround-Ausbildung: Sie sind Techniker, Sanitäter, Animateure und Rettungsschwimmer. Die Bezahlung ist nicht üppig, aber die Aussicht auf einen Job nach der Ausbildung bestens.



Marcel taucht ab
Der angehende Fachangestellte für Bäderbetriebe, Marcel Ibler, hat sein Hobby zum Beruf gemacht. In seiner Abschlussprüfung wird er auch seine Schwimmkünste unter Beweis stellen müssen.   Foto: Armin Weigel » zu den Bildern

Marcel Ibler hat sein Hobby zum Beruf gemacht - zumindest zum Teil. Der 18-Jährige lässt sich im oberpfälzischen Neumarkt zum Fachangestellten für Bäderbetriebe ausbilden. Umgangssprachlich: zum Bademeister.

«Ich bin bei der Wasserwacht, seit ich sieben Jahre alt bin und schwimme sehr gern», sagt er. Nach einem Schulpraktikum im Schwimmbad war für den Amberger klar: Das ist der Beruf, in dem er arbeiten möchte. Eine Stelle hat er schließlich im benachbarten Neumarkt bekommen, wo er derzeit noch im Sommer im Freibad und im Winter im Hallenbad arbeitet. Ein neues Ganzjahresbad ist gerade im Bau.

Anspruchsvolle Arbeit und die Suche nach Personal

Doch Ibler steht nicht den ganzen Tag am Beckenrand und beobachtet die Schwimmer, auch wenn das ein wichtiger Teil seines Jobs ist. «Zur Arbeit gehört auch viel Technisches», sagt er. Pumpen, Lüftungen, Wassermessungen - überhaupt, die Chemie. «Das ist ein anspruchsvoller Job, in dem man einiges lernen muss», sagt Peter Harzheim, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister in Wesseling.

Und: Die Fachkräfte sind rar, im Süden Deutschlands noch eher als im Norden. Im Sommer, wenn die Freibadsaison beginnt, suchen die Bäder mancherorts händeringend nach Personal.

Mittelmäßige Bezahlung und schwierige Arbeitszeiten

Der Fachkräftemangel, sagt Harzheim, liege mitunter an der Bezahlung: Die fällt mit knapp 2500 Euro für einen fertig ausgebildeten Fachangestellten nicht allzu üppig aus.

Während der Ausbildung verdienen die angehenden Fachangestellten 968 Euro im ersten Lehrjahr, 1018 im zweiten und 1064 Euro im dritten Lehrjahr. Die Arbeitszeiten, Schichtarbeit und Wochenenddienste, sind ebenfalls nicht besonders familienfreundlich.

Aqua-Fitness, Chemie und Naturwissenschaften

Die Fachangestellten sind inzwischen laut Harzheim eine Mischung aus Techniker, Chemiker, Animateur, Sanitäter und Kaufmann. Marcel Ibler liegt die Technik mehr als der Animationsbereich - lernen muss er trotzdem alles. In Bayern geht das im Blockunterricht an der Berufsschule in Lindau. In anderen Bundesländern ist das mitunter anders organisiert. «Wir lernen dort auch, Schwimmstunden zu geben oder verschiedene Kurse im Bereich Aqua-Fitness», sagt er. Denn das gehört meist ebenfalls zum Angebot der Schwimmhallen in Deutschland.

Entsprechend gestalten sich die Anforderungen an Interessierte. «Sportlich sollten sie sein, Freude am Umgang mit Menschen haben und mit Naturwissenschaften und Technik nicht auf Kriegsfuß stehen», sagt Christian Ochsenbauer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen in Essen.

Mathe und Physik am Beckenrand

Vor allem Mathe, Physik und Chemie kommen in der Ausbildung regelmäßig vor. Letzteres war für Ibler zu Beginn ein gänzlich neues Fach, in der Schule stand es für ihn nicht auf dem Plan. «Aber das kann man alles lernen», sagt er. In der Prüfung werden zudem die Schwimmkünste bewertet - selbst wenn der Part des Rettungsschwimmers im Job eher selten gebraucht wird. «Wir retten eher von Land als im Wasser», so Ibler.

In Erster Hilfe müssen die Fachangestellten ebenfalls versiert sein, denn im Schwimmbad kann es immer wieder zu Verletzungen kommen. Daher gehört die medizinische Fachkunde zur schulischen Ausbildung.

Wichtig sind die ausgebildeten Fachleute allemal, denn wenn kein Bademeister da ist und nicht mindestens ein Rettungsschwimmer unter dessen Aufsicht am Beckenrand steht, dann muss das Schwimmbecken geschlossen bleiben.

Veröffentlicht am:
17. 06. 2019
04:58 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitsstellen Berufsschulen Bundesagentur für Arbeit Chemie Fachkräfte Fachkräftemangel Freibäder Mitarbeiter und Personal Naturwissenschaften Physik Schwimmbäder Wasserwacht
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Simulierte Autowaschstraße

04.10.2019

Wie werde ich Lacklaborant/in?

Sie forschen, entwickeln und prüfen: Lacklaboranten kümmern sich um die Beschichtung von Autos, Möbeln oder Waschmaschinen. Die Gehaltsaussichten in der Chemiebranche sind gut. » mehr

Hendrik Günther und Nico Wittlief

07.10.2019

Wie werde ich Elektroniker/in für Betriebstechnik?

Der Elektroniker für Betriebstechnik gilt als der Generalist unter den Elektroberufen. Viel Mathe, viel Physik und Technik - der Job ist vor allem etwas für Tüftler und Schrauber. » mehr

Beim Staubsaugen

27.05.2019

Wie werde ich Gebäudereiniger/in?

Ob im Kernkraftwerk oder an der Raststätte - Gebäudereiniger kommen viel herum. Sie sind den ganzen Tag aktiv, weshalb der Beruf nichts für Unsportliche ist. » mehr

Dennis Hirtz und Moritz Bonk

04.10.2019

Wie werde ich Technische/r Systemplaner/in?

Wo Luft strömen oder Wasser fließen soll, kommen Technische Systemplaner ins Spiel. Sie planen etwa Klima- oder Sanitäranlagen für Gebäude. Ohne Begeisterung für Technik geht es in dem Job nicht. » mehr

Kosten im Blick behalten

26.08.2019

Wie werde ich Kauffrau/-mann für Marketingkommunikation?

Kaufleute für Marketingkommunikation dürfen mit Zahlen und Stress keine Probleme haben. Sie sind eine wichtige Schnittstelle zwischen Kreativität und Organisation. » mehr

Viel Technik

08.07.2019

Wie werde ich Brunnenbauer?

Wer zum ersten Mal vom Beruf des Brunnenbauers hört, hat vielleicht einen Gartenbrunnen vor Augen. Weit gefehlt: Die Fachkräfte sichern die Wasserversorgung - indem sie metertief bohren, um etwa Trinkwasser von ganz tief... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
17. 06. 2019
04:58 Uhr



^