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Wie werde ich Gleisbauer/in?

Brüche beheben, Schienen einsetzen, nachts ausrücken: Gleisbauer sind echte Schienen-Doktoren. Wer sich für die Ausbildung interessiert, sollte vor körperlicher Arbeit im Freien nicht zurückschrecken.



Der angehende Gleisbauer Noah Klunte
Schutzkleidung ist Pflicht, damit die Arbeit auch sicher vonstatten geht: Noah Klunte ist angehender Gleisbauer bei der Deutschen Bahn.   Foto: Kirsten Neumann/dpa-tmn » zu den Bildern

Vor Arbeitsantritt schlüpft Noah Klunte in seine neonfarbene Berufskleidung. Egal ob Sommer oder Winter - meist geht es dann nach draußen, auf die Baustelle. Der 19-Jährige macht eine Ausbildung zum Gleisbauer bei der Deutschen Bahn (DB).

Klunte baut, erneuert und unterhält gemeinsam mit den Kollegen seiner Kolonne das DB-Schienennetz, das rund 33.400 Kilometer umfasst. Er kontrolliert Gleisanlagen mithilfe von Messfahrzeugen, wechselt verschlissene Schienen und beschädigte Schwellen aus und setzt defekte Gleise instand. «Die Arbeit ist nichts für Einzelkämpfer, das ist echte Teamarbeit», erzählt der Azubi.

Mit Muskelkraft und Verantwortungsbewusstsein

Gleisbauer arbeiten auf Baustellen. Sie sorgen für einen sicheren, funktionierenden Zugverkehr. Eine der Voraussetzungen für den Gleisbauer-Beruf : Ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl. Wer in dem Job nachlässig handelt, riskiert schlimmstenfalls Menschenleben - beispielsweise, weil Schwellen im Gleisbett lose liegen oder Schrauben nicht richtig festgezogen sind.

Die Fachkräfte leisten körperliche Arbeit, das erfordert Muskelkraft - auch wenn inzwischen immer mehr Technik Einzug hält. Und: Sie arbeiten fast ausschließlich im Freien. Wind, Regen, Hitze - das alles darf ihnen nichts ausmachen.

Damit die Züge wieder rollen

Bewerberinnen und Bewerber sollten ein gutes Verständnis für Zahlen mitbringen. Denn für die Gleisanlagen müssen zum Beispiel Konstruktionspläne angefertigt werden. Eine bestimmte Schulbildung ist für die Ausbildung rechtlich nicht vorgeschrieben.

Wer am Beruf interessiert ist, sollte engagiert und flexibel sein - oft erwartet die Gleisbauer jeden Tag ein neuer Einsatzort. Klunte freut es, wenn nach getaner Arbeit eine Bahnstrecke freigegeben werden kann und die Züge wieder rollen.

Drei Jahre dauert die Gleisbauer-Ausbildung. «Mit guten Leistungen und je nach Schulabschluss beziehungsweise Vorkenntnissen kann die Ausbildung aber auch verkürzt werden», heißt es bei der Bahn.

Brüche, Brücken und Bereitschaft

Parallel zu der Arbeit vor Ort besuchen die Auszubildenden die Berufsschule. Dort lernen sie zum Beispiel, Zeichnungen, Skizzen und Verlegepläne von Gleisanlagen anzufertigen und zu lesen. Wissen rund um Stahlbau oder Brennschneiden ist wichtig, wenn es etwa darum geht Schienen und Schwellen auszuwechseln, nicht benötigte Gleise zurückzubauen und Gleise instandzusetzen.

Der Gleisbauer-Nachwuchs erfährt außerdem, worauf es ankommt, wenn eine Weiche montiert werden muss, wie man einen Gleisbogen herstellt oder einen Schienenbruch behebt.

Ausgebildete Gleisbauer arbeiten im Schichtdienst - es gibt Tages- und Nachtschichten. Auch ein Bereitschaftsdienst ist eingeplant - der dann ausrückt, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Wochenenddienste fallen ebenfalls regelmäßig an.

Gute Verdienstaussichten für angehende Gleisbauer

Die Ausbildungsvergütung ist unterschiedlich. Sie hängt vom Bundesland, aber auch vom jeweiligen Arbeitgeber ab. Neben der Deutschen Bahn bilden auch Gleisbauunternehmen aus.

Die Bundesagentur für Arbeit gibt Orientierungswerte aus dem Baugewerbe zur Ausbildungsvergütung an. Demnach können Azubis im ersten Ausbildungsjahr mit 765 Euro brutto pro Monat rechnen, im dritten Jahr bekommen sie bis zu 1190 Euro pro Monat. Die Vergütung kann aber auch höher ausfallen. Bei der Deutschen Bahn kommen die Azubis auf zwischen 1004 Euro und 1208 Euro brutto im Monat.

© dpa-infocom, dpa:200703-99-664626/2

Veröffentlicht am:
06. 07. 2020
04:38 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
06. 07. 2020
04:38 Uhr



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