Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

 

Kritik an Qualzuchten bei Haustieren

Möpse sind bei Hundefreunden beliebt. Doch das Leid der Tiere durch extreme Zucht ist groß. Durch ihre kurze Schnauze bekommen sie schlecht Luft. Der Tierschutzbeauftragte des Landes warnt: Das Problem betrifft nicht nur Möpse.



Ein Mops
Möpse mit kurzer Schnauze und Glubschaugen sind beliebt. Doch das Leid der Tiere durch extreme Zucht ist groß.   Foto: Fredrik von Erichsen

Der Tierschutzbeauftragte Sachsen-Anhalts, Marco König, kritisiert einen Trend zu extremen Zuchtformen bei Haustieren. Bekanntes Beispiel seien Möpse, die auf eine sehr kurze Schnauze gezüchtet würden.

«Das hat in den letzten Jahren stark zugenommen, weil solche Hunde verstärkt in Kinofilmen und in der Werbung gezeigt werden», sagte König der Deutschen Presse-Agentur. Es sei ein Trend, Tiere nach Schönheitsidealen von Menschen zu züchten - ohne Rücksicht darauf, was man den Tieren damit antue. «Es ist nachgewiesen, dass diese Hunde zum normalen Atmen die vierfache Anstrengung eines normalen Hundes brauchen.»

Der gesamte Schädel- und Kopfbereich sei bei diesen Tieren verkürzt. «Die luftführenden Wege werden verengt, der ganze Kopf ist so klein, dass der Gaumen gar nicht mehr reinpasst», erläuterte der Tierschutzbeauftragte. Dadurch komme es auch zu den typischen Schnarch-Geräuschen, die Möpse machten. «Diese Hunde leben mit permanenter Erstickungsangst.» Sobald sie sich überanstrengten, würden sie bewusstlos und fielen um. «Das sieht aus wie ein epileptischer Anfall», sagte König.

Er verwies darauf, dass solche Zuchtformen eigentlich nicht erlaubt sind. «Es gibt einen Qualzucht-Paragrafen im Tierschutzrecht.» Dort sei festgelegt, dass Tiere nicht so gezüchtet werden dürfen, dass ihre Nachkommen Schäden erleiden, sagte König. Die Zuchtverbände hätten darauf auch reagiert. Allerdings seien viele Züchter dort nicht organisiert. «Die züchten einfach drauflos.»

Das Problem von Qualzuchten sieht der Tierschutzbeauftragte nicht nur bei Hunden wie Möpsen oder Bulldoggen. Es komme auch bei anderen Tierarten wie Katzen oder Fischen vor. Und auch bei Nutztieren gebe es extreme Zuchtformen, unter denen die Tiere litten. «Dort geht es darum, dass man auf maximale Leistung züchtet», sagte König.

Mehr Kontrollen sind König zufolge schwierig, weil die Behörden immer nur Einzelfälle prüfen könnten. Entscheidend sei deshalb, sowohl die Züchter als auch die Tierhalter für das Problem zu sensibilisieren. Den Menschen müsse klar sein, dass solche Tiere nicht niedlich, sondern einfach krank seien. «Diese Verbindung muss in die Köpfe der Leute rein.» König betonte, es gehe nicht darum, dass keine Möpse mehr gezüchtet werden. «Es geht nicht darum, die Rassen zu verbieten, es geht darum, die Rassen zu verbessern.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 02. 2019
11:27 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Deutsche Presseagentur Haustiere Hundefreunde
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Schildkröte

18.05.2020

Schildkröten sind anspruchsvolle Haustiere

Schildkröten sind beim Kauf oft klein, werden mit den Jahren aber bis zu 35 Zentimeter groß. Weil sie außerdem noch sehr alt werden, sollte man sie keinesfalls unüberlegt als Haustier anschaffen. » mehr

Katzen balancieren gerne auf der Balkonbrüstung

11.05.2020

Geringe Fallhöhe kann für Katzen gefährlich sein

Katzen landen immer auf den Pfoten. Dieser Satz stimmt durchaus. Allerdings brauchen die Tiere dafür ausreichend Zeit - und wenn die fehlt, kann das böse enden. » mehr

Wildkatze

05.05.2020

Wildkatzen sind keine Haustiere

Wildkatzen sehen aus wie die Nachbarskatze, sind aber kein Haustier. Wer die Jungen im Wald entdeckt, sollte Abstand halten. Das schützt die wilden Tiere vor Krankheiten. » mehr

Welpe

18.12.2019

Keine Tiere als Weihnachtsgeschenk

Die Kosten für den Hund sind höher als gedacht, die Katzenhaare nerven und der Vogel ist zu laut: Noch immer werden viele Haustiere unüberlegt oder spontan gekauft und den Besitzern schnell wieder lästig. Ein «Haustier-B... » mehr

Vom Leiden erlösen?

29.04.2020

Wann soll man sein Tier einschläfern lassen?

Die Entscheidung über Leben und Tod ist schrecklich. Wer Verantwortung für sein Tier übernehmen will, muss sie aber irgendwann treffen - denn die wenigsten Tiere schlafen friedlich von selbst ein. » mehr

Hund hinter Gittern

23.04.2020

Tiere in der Corona-Krise besser nicht online kaufen

Tiere sind in Krisenzeiten oft emotionale Stützen. Da träumen Menschen von einem tierischen Begleiter. Am besten sofort. Doch Tierschützer plädieren dafür, zu warten, bis Tierheime wieder öffnen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 02. 2019
11:27 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.