Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

 

Darauf müssen Hundehalter im Herbst achten

Hunde im Herbst - das ist nicht ohne. Denn Kastanien, Walnüsse & Co können giftige Substanzen enthalten. Das Spielen damit kann für den Hund tödlich enden. Aber auch daheim lauern Gefahren.



Ein kleiner Hund rennt durch Herbstlaub
Verschluckt Bello etwa eine Kastanie, die im Herbstlaub liegt, kann das zum Darmverschluss führen.   Foto: Daniel Karmann/dpa/dpa-tmn

Berlin(dpa/tmn) - Fallen im Herbst die Blätter, findet sich im Laub auch so manche Nuss oder Kastanie. Sie wecken bei vielen Hunden den Spieltrieb. Doch die scheinbar harmlosen Früchte können bei Hunden lebensbedrohliche Vergiftungen auslösen.

Halter sollten beim Gassi gehen also genau hinschauen, womit das Tier spielt, rät Tina Hölscher, Tierärztin bei der Tierschutzorganisation «Aktion Tier».

Die grünen Fruchtschalen der Walnüsse etwa enthalten oft giftige Schimmelpilze. Sie können das Nervensystem angreifen und für das Tier unter Umständen tödlich sein. Besonders heikel: Die Substanzen sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. So kann das Kauen auf einer einzigen Walnuss für Vierbeiner tödlich enden.

Torkeln und Erbrechen als Warnsignale

Schon nach kurzer Zeit zeigen sich dann unter Umständen typische Vergiftungssymptome beim Tier: Torkeln, Erbrechen, Lethargie zählen zu den harmloseren Folgen. Eine höhere Menge Gift kann zu Herzrasen, einer hohen Atemfrequenz und Krämpfen wie bei einem epileptischen Anfall führen, erklärt Hölscher. Auf Berührungen reagiert der Hund dann oft panisch. Auch vermehrter Speichelfluss kann ein Indiz sein.

Aber nicht nur Walnüsse, sondern auch Kastanien bergen Gefahren für Hunde: Einmal im Übereifer verschluckt, können sie je Größe des Tieres zu einem Darmverschluss führen. «Der Hund erbricht sich jedes Mal, wenn er etwas frisst», erklärt Hölscher. Viel schlimmer aber ist, dass die vom Verschluss betroffene Stelle der Darmwand nicht mehr durchblutet wird und abstirbt. Dann könne nur noch eine Operation den Hund retten.

Macadamianüsse sind Gift für Hunde

Verhält sich der Hund apathisch oder zeigt Unwohlsein, sollten Halter zum Tierarzt gehen. Das gilt auch, wenn er die ersten Anzeichen einer Vergiftung zeigt, rät Tina Hölscher. Ansonsten kann dies tödlich für das Tier enden. Damit es gar nicht so weit kommt, ist es aber besser von vornherein auf alternatives Wurfspielzeug zurückzugreifen.

Gefahren lauern aber auch zu Hause. Wird es draußen ungemütlich, sorgen Schokolade und Nussgebäck beim Menschen für einen Endorphinschub - doch Hunde können sie vergiften. Frisst das Tier etwa Macadamianüsse, kann es zu Erbrechen, Bauchschmerzen, Lahmheit, Zittern und Fieber kommen. Die Symptome zeigen sich oft nach weniger als 12 Stunden.

Weintrauben, Rosinen und Schokolade auch gefährlich

Bei Weintrauben sowie Rosinen können akutes Nierenversagen und Tod innerhalb von 24 bis 72 Stunden eintreten, erklärt die Tierärztin. Gefährlich für Hunde kann bereits eine Dosis von 10 bis 30 Gramm Weintrauben pro Kilogramm Körpergewicht werden.

Und auch Schokolade sollte man immer gut verstecken. Denn Hunden und Katzen fehle ein Enzym, um das in Schokolade enthaltene Theobromin abzubauen. «Schon eine halbe Tafel Zartbitterschokolade kann für einen Yorkshire-Terrier tödlich sein», warnt Hölscher.

Schnell handeln beim ersten Verdacht

Um das Tier zu retten, muss die Giftaufnahme verhindert werden. Dazu spritzen Tierärzte sie ein Mittel, das Erbrechen auslöst. «Dies nützt jedoch nur etwas, wenn die Spritze etwa ein bis zwei Stunden nach der Aufnahme der Schokolade erfolgt», gibt Hölscher zu bedenken.

Ist der Zeitraum überschritten, kann der Tierarzt nur noch versuchen, die Giftstoffe durch die Gabe von Aktivkohle zu binden. Deshalb sollten Halter beim Verdacht auf eine Vergiftung schnell reagieren.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 10. 2019
13:07 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bauchweh Erbrechen Fieber Hundehalter Nierenversagen Panik Schokolade Tiere und Tierwelt Unwohlsein Vergiftungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Mit Spielzeug ins Auto locken

10.07.2020

So fährt der Hund im Auto sicher mit

Ein Spaziergang im Grünen oder ein Besuch beim Tierarzt: Es gibt Situationen, wo der Hund einfach im Auto mit muss. Wichtig ist, das Tier daran zu gewöhnen. Ein paar Tricks helfen Haltern dabei. » mehr

Ein verletzter Hund

22.09.2020

Schnittverletzungen beim Hund richtig versorgen

Eine blutende Hundepfote ist nichts Lebensbedrohliches. Entscheidend ist aber, wie der Schnitt versorgt wird. Dabei kommt es vor allem auf eine weiche Polsterung an. » mehr

Futter für Welpen

11.09.2020

Bei Welpen erst mal nicht das Futter umstellen

Für Bello nur das Beste: Hundeernährung ist ein Glaubenskrieg. Bevor man seinem Welpen aber das gibt, wovon man persönlich überzeugt ist, ist es wichtig, ihn erst mal ankommen zu lassen. » mehr

Keine Angst vor der Gassipflicht

19.08.2020

Keine Angst vor der Gassipflicht

Als «besten Freund des Menschen» sehen viele ihren Hund. Gegen «schwarze Schafe» unter den Züchtern will die Bundesregierung nun mit neuen Regeln vorgehen. Was sagen Tierschützer und Hundehalter dazu? » mehr

Den Hund vor Giftködern schützen

12.08.2020

Den Hund vor Giftködern schützen

Sie sind als leckere Hackbällchen oder Wurst-Häppchen getarnt, sind aber höchst gefährlich für das Tier. Wie können Hundehalter ihre Vierbeiner vor Giftködern schützen - und notfalls retten? » mehr

Frischfleisch für Hunde

16.10.2019

Rohfleischprodukte für Hunde haben viele Bakterien

Rohes Fleisch für Boxer Buddy oder Dogge Lucy: Tierhalter wollen damit zurück zur Natur und das Immunsystem der Vierbeiner stärken. Für die Zweibeiner in ihrer Umgebung lauert aber Gefahr. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 10. 2019
13:07 Uhr



^