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Interview

Hans-Jürgen Buchner ist seit 35 Jahren das Gesicht der Band Haindling. Die Gruppe spielt am 21. Juli in Kulmbach. Der Musiker verspricht einen abwechslungsreichen Abend.



Vollblutmusiker und Multi-Instrumentalist: Hans-Jürgen Buchner spielt auf einer Tuba. Der 73-Jährige kommt mit seiner Band Haindling am Samstag, 21. Juli, nach Kulmbach.	Foto: Adrian Keidel
Vollblutmusiker und Multi-Instrumentalist: Hans-Jürgen Buchner spielt auf einer Tuba. Der 73-Jährige kommt mit seiner Band Haindling am Samstag, 21. Juli, nach Kulmbach. Foto: Adrian Keidel  

Herr Buchner, am 21. Juli treten Sie beim Plassenburg-Open-Air auf. Sie haben dort bereits mehrere Konzerte gegeben. Welche Emotionen verbinden Sie mit der besonderen Location?

Infos und Tickets

Haindling tritt am Samstag, 21. Juli, beim Plassenburg-Open-Air in Kulmbach auf. Beginn ist um 20.30 Uhr. Karten gibt es im Ticketshop unserer Zeitung.


Als wir das erste Mal dort gespielt haben, hat mir beim Soundcheck der Innenhof schon wahnsinnig gut gefallen. Wir freuen uns schon, wieder in der Plassenburg spielen zu können. Der Platz für ein Konzert dort ist sehr eigen, aber auch sehr schön und hat eine gute Akustik.

Worauf können sich Ihre Fans dieses Mal in Kulmbach freuen?

Diejenigen, die Haindling kennen, wissen, dass wir sehr viel Unterschiedliches bieten. Wir decken ein sehr großes Spektrum an verschiedenen Instrumenten ab. Jeder Musiker ist Multi-Instrumentalist. Jedes Stück wird anders instrumentiert. Da kommt keine Langeweile auf. Es wird ein sehr abwechslungsreiches Programm.

Ihre Band gibt es seit 35 Jahren. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Vor 35 Jahren war ich einer der Ersten, der in bayerischer Mundart gesungen hat - alle anderen in Hochdeutsch oder Englisch. Ich war einer der Vorreiter und finde es sehr wichtig, dass die Mundart nicht ausstirbt.

Sie haben eine Töpfer-Lehre gemacht, mit 21 den Meisterbrief erhalten und eine Töpferei eröffnet. Welche Rolle hat die Musik zu dieser Zeit für Sie gespielt?

Seit meinem vierten Lebensjahr spiele ich Klavier. Die Musik hatte schon immer einen großen Stellenwert für mich. Als ich dann in Straubing die Werkstatt aufgemacht habe, ist die Musik aber etwas in den Hintergrund geraten. Vor etwa 45 Jahren sind die Open-Air-Festivals der Popmusik aufgekommen und da bin ich dann immer hingefahren. Das hat mir wahnsinnig gut gefallen. Und weil ich davon so begeistert war, habe ich dann meine eigene Musik mit Vier-Spur-Tonband gemacht. Das war der Beginn des Haindling-Sounds.

Der Durchbruch gelang Ihnen erst mit fast 40 Jahren. Mit dem Debüt-Album "Haindling 1" gewannen Sie den Deutschen Schallplattenpreis.

Das erste Album sollte kein kommerzielles sein. Ich wollte eigentlich nur etwa 100 Schallplatten für mich machen lassen zum Verschenken. Kevin Coyne (Anm. d. Red.: befreundeter, britischer Musiker) war mit jemandem von einer Plattenfirma bei mir. Der Herr war so begeistert und hat mir empfohlen, die Lieder im Studio noch mal aufzunehmen. Als ich dann den Schallplattenpreis - übrigens mit Udo Lindenberg zusammen - bekommen habe, hat mich das riesig gefreut.

Aus dem Preis ist später der Echo geworden, der gerade in diesem Jahr für Schlagzeilen gesorgt hat. Wie haben Sie die Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Rapper Farid Bang und Kollegah wahrgenommen?

Ich glaube, dass es Blödheit und Unüberlegtheit ist, so einen Vergleich zu bringen wie in diesem Text. Mir gefällt solche Musik nicht und ich finde auch die Texte entsetzlich.

Sie haben bisher 15 Studio-Alben veröffentlicht. Arbeiten Sie derzeit an einem neuen Album?

Ich arbeite nur, wenn es mir Spaß macht, daher dauert es auch ein bisschen länger. Ich bin jetzt 73 Jahre alt und muss mich nicht mehr beweisen. Wenn ich etwas mache, dann nur noch weil es mir Freude macht. Deswegen arbeite ich nicht intensiv am neuen Album. Ich habe einen schönen Garten und will das Leben genießen und nicht die ganze Zeit im Studio sitzen. Aber ich zeichne meine Ideen auf und habe mittlerweile sechs oder sieben Speicherchips voll mit jeweils 200 Liedern. Wenn ich ein neues Album mache, weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, weil ich so viel Auswahl habe.

Sie gehen also lieber auf Tour und geben Konzerte?

Mit der Band unterwegs zu sein macht mir wahnsinnig viel Spaß. Man kommt etwas herum und trifft neue Leute. Es sind heuer acht Konzerte, die wir im Sommer geben. Das macht Spaß. Wenn es mehr wären, würde es zur Routine werden. Und das gefällt mir dann nicht mehr.

Was zeichnet Ihre Musik aus?

Eine Menge Bands haben früher viel mit der Gitarre gemacht. Ich wollte eine Musik machen, bei der überhaupt keine Gitarre vorkommt. So habe ich damals einen neuen Sound erfunden. Viele Leute sagen zu mir, dass sie nur ein paar Sekunden zuhören müssen und sofort wissen, dass es Haindling ist. Das ist wunderbar. Das zeigt, dass ich meine eigene Schiene gefunden habe.

Wie würden Sie selbst Ihre Musik charakterisieren?

Es ist eine Musik aus Jazz und Pop mit bayerischen Elementen. Damit meine ich hauptsächlich die Sprache. Es kommt aber immer auf das Thema an. Das kann auch mal eine bayerische Blasmusik sein - dann aber natürlich von mir komponiert.

Sie sind zwar in Bernau bei Berlin geboren, haben aber Ihr gesamtes Leben in Bayern verbracht. Haindling in Niederbayern ist Ihr Wohnort. Wie kam es dazu, die Band danach zu benennen?

Kevin Coyne war bei mir, als ich gerade meine Kassetten fertig gemacht habe. Und wir haben überlegt, wie ich mich nennen könnte. Kevin hat gesagt: "Why don't you call it Haindling?" Ich habe nie ernsthaft darüber nachgedacht, sondern es dann einfach so gemacht. Und Gott sei Dank war es die richtige Entscheidung.

Sie bringen durch diesen Bandnamen also auch Ihre Verbundenheit zur Heimat zum Ausdruck?

Das weiß ich gar nicht genau. Es ist einfach ein einprägsamer Name.

Im Dezember werden Sie 74 Jahre alt. Haben Sie schon daran gedacht, sich komplett zur Ruhe zu setzen?

Das würde gar nicht gehen. Als Künstler überlege und dichte ich immer etwas Neues. Das geht aus dem Gehirn gar nicht mehr heraus. Mit der Musik aufzuhören kommt also nicht infrage, solange ich gesund bin. Außerdem zeichne und fotografiere ich gerne. Mein Alltag ist also mit schönen Sachen ausgefüllt.

Das Gespräch führte Pascal Grosch

Das ganze Interview findet sich auf

-----

www.np-coburg.de

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Veröffentlicht am:
29. 06. 2018
17:36 Uhr

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29. 06. 2018
17:36 Uhr



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