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Interview

Mario Barth kommt wieder mit Gags über Männer und Frauen nach Hof. Kritik daran kontert der Komiker. Und er verrät, warum die Saalestadt eine besondere Bedeutung für ihn hat.



Mario Barth kommt mit seiner Tour am 15. November nach Hof und am 25. Januar nach Nürnberg.	Foto: Sebastian Drueen@Hauptstadt Helden
Mario Barth kommt mit seiner Tour am 15. November nach Hof und am 25. Januar nach Nürnberg. Foto: Sebastian Drueen@Hauptstadt Helden  

Herr Barth, der Berliner kommt in die oberfränkische Provinz. Prallen da Welten aufeinander?

Mario Barth auf Tour

Der Berliner Komiker gastiert am 25. Januar um 19 Uhr in der Arena in Nürnberg. Karten gibt es im Ticketshop unserer Zeitung.


Nicht wirklich. Ich habe ja das große Glück, seit 19 Jahren Comedy machen zu dürfen. Und ich muss sagen: Ob ich nun im Norden, Süden, Osten oder Westen auftrete. Ich empfinde da keinen Unterschied. Meine Fans finden sich in der ganzen Republik. Es gibt Kollegen, die aus den Bereichen Comedy, Kabarett oder Musik kommen und sagen: "Ich funktioniere im Norden gut, aber im Süden weniger oder andersherum." Bei mir ist das nicht so.

Sie waren bereits in der Region, zum Beispiel in Hof. Was ist Ihnen in Erinnerung geblieben?

Die Stimmung war sehr gut. Doch Hof verbinde ich auch mit meiner Kindheit. Ich komme ja aus West-Berlin, meine Großeltern aber aus Bayern und Baden-Württemberg. Wenn man vor der Wende durch die DDR gefahren ist, ist man über Hof wieder in die Bundesrepublik gekommen. Dort haben wir oft Rast gemacht. Dass ich jetzt in der Freiheitshalle auftreten darf, ist für mich daher eine super Sache.

Sie verbergen Ihren Berliner Dialekt nicht auf der Bühne. Welche Bedeutung hat er für Sie?

Ich bin ein großer Freund des Dialekts. Es gab einmal eine öffentliche Diskussion darüber. Einige waren der Meinung: Man sollte doch besser Hochdeutsch sprechen. Ich finde: Das ist der größte Fehler, den wir machen können. Denn ein Dialekt gehört zum Menschen und ist Teil seiner Kultur. Von daher: Wenn man nach einer Erklärung sucht, weshalb meine Show sowohl im Ruhrpott als auch im Frankenland funktioniert, ist das verbindende Element wohl der Dialekt. Jeder hat so, je nach Region, seine eigene Art, etwas zum Ausdruck zu bringen. Ich fände es tragisch, wenn wir plötzlich alle dasselbe Deutsch sprechen würden.

In einer Tour steckt viel Arbeit und Planung. Sie müssen sich alle Gags merken. Wie locker bleiben Sie auf der Bühne?

Wenn man etwas 19 Jahre lang macht, kommt man nicht drumherum, dass man es kann. Ich hab’ ein festes Programm. Das gibt sowohl dem Publikum als auch mir eine gewisse Sicherheit. Aber ich nehme mir schon die Freiheit, auf Situationen zu reagieren und somit aus dem Programm herauszutreten. Das macht es spannend und Stand-up-Comedy ja schließlich aus. Sonst würde ich ein Theaterstück vortragen.

Sie sprachen gerade von der Spontaneität. Wie viel Spontaneität braucht der Humor?

Einen beträchtlichen Teil. Sonst ist die Show eine Art Geleier. Vor Kurzem habe ich in Hannover eine DVD aufgezeichnet. Im Oberrang saß eine Frau. Sie hat sehr auffällig gelacht. Sie hat sich weggeschmissen. So etwas bekommen ja auch die anderen Zuschauer mit. Dann musst du darauf eingehen. Danach allerdings muss du auch wieder in dein Programm zurückkehren können.

Wie haben Sie auf die Frau reagiert?

Ich habe mich gefreut, dass sie sich so freut und sie gefragt, ob ich ihr irgendwie helfen kann.

Ihr Marken-Thema: Frauen und Männer. Wie genervt sind Sie, wenn Sie von Journalisten darauf angesprochen werden?

(lacht) Gar nicht. Es gibt Künstler, die große Probleme mit Schubladen haben. Sie möchten in keine gesteckt werden. Ich bin der Meinung, dass das ganze Leben aus Schubladen besteht. Wenn man einem Menschen versucht, Mario Barth zu erklären, dann sagt man: Das ist der Typ mit Mann und Frau. Dann weiß jeder: Ach so, der. Doch mein Programm besteht vielleicht zu 40 bis 50 Prozent aus dem Themenbereich Mann - Frau. Aber selbst wenn ich ein anderes Thema aufgreife, kommen darin ja auch wieder Männer und Frauen vor. Das liegt auch daran, dass unsere Gesellschaft bis vor Kurzem noch nur aus Männern und Frauen bestand.

Sie sagen da was. Man kann sich ja mittlerweile im Geburtenregister als weiteres Geschlecht "divers" eintragen lassen. Greifen Sie das auch in Ihrer Show auf?

Nein.

Kritiker werfen Ihnen vor, Sie würden durch Ihre Auftritte sexistische Rollen-Klischees bedienen und verstärken. Was entgegnen Sie?

Das sind vielleicht eine Handvoll Kritiker. Sie sind halt nur lauter als die Masse. Wenn die dann von "den armen Frauen" schreiben, kann ich nur sagen: 75 Prozent meiner Fans sind Frauen. Und vertreten offenbar nicht die Meinung dieser Kritiker.

Wie muss ein Abend verlaufen, damit Sie zufrieden von der Bühne gehen?

Wenn die Leute lachen, zufrieden nach Hause gehen und alles ist friedlich abgelaufen, habe ich mein Ziel erreicht. Als ich damals vor 70 000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion gespielt habe und mich drei Tage danach der Berliner Polizeipräsident anrief und mir sagte, es sei einer der wenigen Veranstaltungen gewesen, bei der es keinen einzigen Vorfall gegeben hat, dann sag’ ich mir: Ich hab‘ die geilsten Fans.

Das Gespräch führte Georg Jahreis

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
14. 10. 2019
08:58 Uhr

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14. 10. 2019
08:58 Uhr



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