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Interview

Lina: "Ich würde nichts ändern wollen"

Lina-Larissa Stahl wurde als Hauptdarstellerin der beliebten Kinofilm-Reihe „Bibi und Tina“ bekannt. Die 20-Jährige macht aber auch erfolgreich Musik.



Lina
 

„Sieht die Welt beschissen aus – schmeiß‘ einfach Glitzer drauf“, singen Sie in „Glitzer“. Ist der Satz ein Lebensmotto von Ihnen?
Auf jeden Fall. Oft ist es so, dass man sich Dinge nicht zu sehr zu Herzen und auch nicht zu ernst nehmen sollte. Man kann sich an dem Spruch prima festhalten, weil er echt gut aufmuntert.

Das ganze Album ist sehr positiv und klingt, als wären Sie praktisch permanent gut drauf. Ist dem so?
Ich bin definitiv ein positiv denkender und fröhlicher Mensch. Wenn Dinge mal nicht so laufen, gehe ich eher ironisch damit um und versuche, den Topf vom Herd zu nehmen, damit das Ganze nicht so eine Schwere bekommt. Ich sehe eigentlich auch immer das Gute in den Sachen, die passieren. Zum Glück hatte ich aber auch noch nie ein wirklich schwerwiegendes Problem oder einen Schicksalsschlag.

Andererseits sagen Sie in „Leicht“: „Wenn es leicht wär’, wär’ es nicht so schön“.
Ja, den Satz unterschreibe ich zu hundert Prozent. Auch in meinem Leben läuft nicht immer alles super, ich habe einen echt stressigen Beruf und denke manchmal „Was wäre es jetzt toll, wenn ich ganz normal in der Uni oder im Büro sitzen könnte“. Es hat halt alles Vor- und Nachteile, aber ich bereue nichts und würde auch nichts an meinem Leben oder an mir ändern wollen, wenn ich könnte.

Wie unterscheidet sich „Ego“ vom ersten Album „Official“?
Wir haben einen draufgesetzt, in dem gesamten Album steckt sehr viel Kreativität und Mühe. Und im Studio habe ich gemerkt, dass ich selbstbewusster geworden bin. Ich habe mich öfter getraut, meine Meinung zu sagen, bin auch sicherer geworden.

Ihr Ego hat sich also gut entwickelt.
Kann man sagen. Generell ist ein gesundes Ego wichtig, um zu überleben – gerade im Showbusiness. Ich glaube aber nicht, dass mein Ego zu groß ausgeprägt ist. Das Schlimmste an Menschen sind Egoismus, Überheblichkeit und Arroganz. So will ich überhaupt niemals werden. Ich achte sehr darauf, es auch anderen Menschen recht zu machen und mich auch mal zurückzunehmen.

Würden Ihre Freunde zustimmen?
 Ich denke schon. Ich höre öfter sowas wie „Du bist voll normal geblieben“ als so ein „Du bist total abgehoben.“ Abzuheben fände ich auch furchtbar. Warum sollte ich? Man ist ja auch nur ein Mensch.

Beim Erscheinen des ersten Albums „Official“ waren Sie 18, jetzt sind Sie zwei Jahre älter.   Ist das ein großer Unterschied? Hat sich seitdem etwas verändert?
Eigentlich hat sich nichts Weltbewegendes verändert. Der Klamottenstil vielleicht ein bisschen. Ich bin halt ein Jahr länger im Geschäft und habe ein weiteres Jahr lang Erfahrungen gesammelt. Ich bin auch total froh, dass ich noch Teenager bin. Ich genieße es, jung zu sein und glaube, dass ich auch mit 23 noch so bin wie jetzt. Ich habe es nicht eilig damit, erwachsen zu werden.

„Unser Film“ ist ein Song über Sie und ihren Freund, den „Bibi und Tina“-Schauspielkollegen Tilman Pörzgen. War es ein großer Schritt für Sie, mit der Beziehung an die Öffentlichkeit zu gehen?
Ja klar, aber das ist doch schön. Der Song ist auch eine Hommage an ihn. Am Filmset ist es eben so, dass man sich näher kommt, wenn man sich mag. Ich bin sehr froh, dass es bei uns beiden geklappt hat. Wo soll man auch sonst jemanden kennenlernen außer bei der Arbeit?

Kostet es Sie Überwindung, Wörter wie „Scheiße“ zu singen, wie in „Zu jung“?
Nein! Das ist befreiend. Ich finde, das ist noch ein sehr humanes Wort, das man ruhig mal verwenden kann. Die Jugendlichen sagen heute Sachen, die ich viel schlimmer finde.

Sie wollten letztes Jahr nach dem Abi eigentlich nach Neuseeland. Was ist daraus geworden?
Neuseeland ist leider ausgefallen. Zwei Freundinnen von mir sind dann ohne mich geflogen. Ich hatte so viel zu tun, das habe ich nicht geschafft. Das ganze Jahr war wirklich heftig – „Bibi und Tina“; das Album, die Tour, ich habe weitgehend durchgearbeitet.

Ist „Official“ besser gelaufen als erwartet?
Ich habe schon damit gerechnet, dass es gut läuft. Aber ich war dann doch überrascht, wie toll es sich verkauft hat. Dass wir ein zweites Album machen, war schnell klar, als wir sahen, wie erfolgreich das erste ist.

Was hören Sie selbst für Musik?
Gar nicht so viel momentan. Wenn du den ganzen Tag von Musik beschallt wirst, dann brauchst du Ruhe. Ich lese eher Bücher, zuletzt „Ein ganz neues Leben“ von Jojo Moyes. War schön, aber trauriger als gedacht.

Stimmt es, dass Sie in Hamburg Englisch und Geschichte studieren wollen?
Mal schauen. Ich habe den Plan, nach Hamburg zu ziehen, aber konkret ist das noch nicht. Die beiden Fächer interessieren mich tatsächlich am meisten, schon in der Schule. Gerade in Geschichte habe ich schon als Kind immer total viel wissen wollen und alles nachgelesen, vor allem über Rom, die Französische Revolution und die NS-Zeit.

Sie sind 20, durften im vergangenen Jahr zum ersten Mal wählen. Politische Inhalte aber halten Sie aus ihrer Musik fern. Warum?
Bei diesem Album haben wir darauf Wert gelegt, dass es Freude versprüht. Wenn man einen politischen Song rausbringt, dann sollte man sich vorher sehr viele Gedanken machen und etwas aufnehmen, was auch in zehn Jahren noch Sinn ergibt. Ich will auch niemandem meine Meinung aufdrücken, sage aber gern, was ich für wichtig halte.

Was denn?
Wir sollten so viel aus der Geschichte – und im Geschichtsunterricht – gelernt haben, dass wir uns nicht wieder an etwas annähern, das unsere Großeltern noch erleben mussten.
  

 

Autor

Das Gespräch führte Steffen Rüth
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
29. 01. 2018
06:00 Uhr

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Das Gespräch führte Steffen Rüth

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Veröffentlicht am:
29. 01. 2018
06:00 Uhr



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