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In welcher deutschen Region lebt es sich am besten?

Statistiker haben Deutschland in prosperierende und schwächelnde Regionen eingeteilt - und kommen zu manch überraschendem Ergebnis.



Deutsche Ortschaft
Die Ortschaft im Landkreis Lichtenfels im abendlichen Licht.   Foto: Nicolas Armer/dpa

Das Grundgesetz spricht in Artikel 72 von der «Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet». Nach einer Analyse des Berlin-Instituts für den «Teilhabeatlas Deutschland» ist die Bundesrepublik davon weit entfernt.

Die Autoren der Studie haben rund 400 Städte und Kreise anhand von acht Indikatoren untersucht. Dazu zählten die Lebenserwartung, kommunale Steuerkraft, Hartz-IV-Quoten, Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss, das jährlich verfügbare Haushaltseinkommen je Einwohner, das Wanderungssaldo der 18- bis 29-Jährigen, Internetkapazitäten sowie die Nahversorgung mit Alltagsgütern, öffentlichen Verkehrsmitteln und Dienstleistungen von Ärzten bis Schulen. Mit Hilfe der Statistiken von Bund und Ländern aus den Jahren 2013 bis 2017 errechneten die Autoren sechs Gruppen, jeweils drei für Stadt und Land (Cluster):

Die Besten:

Dazu zählen die Autoren in Cluster 1 reiche Großstädte und ihre Speckgürtel wie München, Stuttgart, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Hamburg und Wolfsburg. Insgesamt sind es fast 20 Kreise, oft in den Wirtschaftszentren der Republik. Diese Regionen zeichnen sich durch sehr hohe Einkommen, sehr hohe Steueraufkommen, sehr viel Zuzug, eine sehr gute Nahversorgung, eine hohe Lebenserwartung, schnelles Internet und nur einen mittleren Anteil von Schulabbrechern und Hartz-IV-Beziehern aus.

Ziemlich attraktiv:

Cluster 2 umfasst Großstädte wie Köln, Hannover, Dresden, Aachen, Potsdam und Jena - insgesamt rund 50 überwiegend kreisfreie Städte oder Landkreise mit großen Kreisstädten. Typisch für sie sind sehr viel Zuzug, hohe Steueraufkommen, eine sehr gute Nahversorgung und schnelles Internet. Es gibt aber lediglich mittlere Einkommen und eine mittlere Lebenserwartung. Die Zahl der Schulabbrecher liegt auch im Mittelfeld. Eine Hartz-IV-Quote von rund zehn Prozent weist allerdings schon auf einige Problemlagen hin.

Mit Problemzonen:

Cluster 3 steht für rund 50 fast ausschließlich kreisfreie Städte mit Problemlagen. Als typisch für die lange Reihe gelten zum Beispiel Berlin, Leipzig, Chemnitz, Erfurt, Bremen, viele Ruhrgebietsstädte und Saarbrücken. Es sind vor allem Städte, die einen harten Strukturwandel hinter sich haben und bislang nicht zu den attraktiven Ballungsräumen aufschließen konnten. Ähnliche Merkmale sind viel Zuzug, eine sehr gute Nahversorgung und schnelles Internet - aber auch sehr hohe Hartz-IV-Quoten, geringe Einkommen, nur ein mittleres Steueraufkommen, ein hoher Anteil an Schulabbrechern und geringere Lebenserwartung.

Starkes Stück Land

Cluster 4 umfasst erfolgreiche ländliche Regionen. Diese insgesamt rund 90 Kreise liegen vorwiegend im wirtschaftsstarken Süden, in Baden-Württemberg und im Südwesten Bayerns. Im Norden finden sich nur vereinzelt Kreise im Speckgürtel größerer Städte, zum Beispiel im Rheinland oder rund um Hamburg. In Ostdeutschland schafft es nur der Landkreis Dahme-Spreewald im Süden Berlins in diese Kategorie. Typisch sind hohe Einkommen, ein hohes Steueraufkommen, eine geringe Harzt-IV-Quote, ein geringer Anteil an Schulabbrechern und eine hohe Lebenserwartung. Es gibt zwar schnelles Internet, aber wenig Zuzug und eine eher schlechte Nahversorgung.

Geht so:

Cluster 5 meint ländliche Regionen mit vereinzelten Problemen. Als typisch gelten etwa die Landkreise Osnabrück und Oldenburg. Die rund 130 Kreise konzentrieren sich in Westdeutschland. In den östlichen Bundesländern fallen nur einzelne Kreise, die an Großstädte wie Berlin, Dresden oder Leipzig angrenzen, in diese Kategorie. Sie alle liegen bei Hartz-IV-Quoten, Einkommen, Steuern, Schulabbrechern, Internet und Lebenserwartung im mittleren Bereich. Es gibt eine leichte Abwanderung und nur eine sehr geringe Nahversorgung.

Abgehängt:

Cluster 6 beschreibt die Regionen Deutschlands mit sehr ungünstigen statistischen Daten. Die fast 60 ländlichen Kreise liegen überwiegend in Ostdeutschland sowie vereinzelt in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Kennzeichen sind eine hohe Hartz-IV-Quote, geringe Einkommen, geringes Steueraufkommen, ein sehr hoher Anteil von Schulabbrechern, eine geringe Lebenserwartung, starke Abwanderung, wenig Internet und eine sehr geringe Nahversorgung.

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dpa

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Veröffentlicht am:
22. 08. 2019
14:47 Uhr

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