Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

 

Welcher Dämmstoff ist wofür besser geeignet?

Eine Dämmung um das Haus hat zwei Vorteile: Sie hält Heizungswärme besser im Haus und die Sonnenwärme draußen. Die Bandbreite der Dämmstoffe aber ist groß - und jeder hat auch einen Nachteil.



Dämmmatten
Viele Dämmstoffe lassen sich in Mattenform verarbeiten.   Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa/dpa-tmn » zu den Bildern

Die gute Nachricht vorweg: Alle Dämmstoffe, die üblicherweise an Hausfassaden angebracht werden, dämmen gut. Bei der Abwägung, welches Material Hausbesitzer am besten wählen, sollten sie daher die einzelnen Vor- und Nachteile betrachten.

Mineralwolle

«Sie ist das am weitesten verbreitete Dämmmaterial», sagt Manfred Gunkel vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln. Mineralwolle besteht aus Glas- oder Steinfasern. Sie wird sowohl unter vorgehängten hinterlüfteten Fassaden verwendet als auch in Wärmedämmungsverbundsystemen (WVS). Ihre Vorteile: «Sie schmiegt sich dicht an den Grundkörper, so dass sich keine Luftschichten bilden, die die Dämmung verschlechtern würden. Außerdem ist Mineralwolle nicht brennbar.»

Allerdings ist dieser Dämmstoff etwas teurer als das ebenfalls gängige Polystyrol. «Ein Nachteil ist, dass Mineralwolle sich bei Nässe vollsaugt und nur langsam wieder austrocknet. Dadurch kann sich Schimmel bilden», erklärt Gunkel.

EPS - Expandiertes Polystyrol

«EPS ist ein günstiger Dämmstoff, der häufig eingesetzt wird», sagt Martin Brandis von der Energieberatung der Verbraucherzentralen. Expandiertes Polystyrol, bekannt unter dem Handelsnamen Styropor, verfügt über ein gutes Wärmedämmvermögen, ähnlich wie Mineralwolle.

Es ist druckfest und leichter als Mineralwolle. EPS-Platten können direkt auf die Wand geklebt oder mit Dübeln befestigt werden. Genauso wie Mineralwolle lässt sich EPS unter vorgehängten hinterlüfteten Fassaden und in Wärmedämmungsverbundsystemen (WVS) verwenden.

Ein Nachteil: Ein Schutz gegen Ungeziefer ist sinnvoll, da der Dämmstoff gern von Insekten befallen wird. Brandis ergänzt: «EPS wird in der Baustoffklasse B1 geführt, gilt also als schwer entflammbar. Aber es kann durchaus brennen.»

Wobei fachgerecht verarbeitete und den Zulassungen entsprechende Wärmedämm-Verbundsysteme mit Expandiertem Polystyrol grundsätzlich als brandschutztechnisch sicher gelten. Und Polystyrol ist in Deutschland im Hausbau für Gebäude bis 22 Meter Höhe erlaubt.

PUR - Polyurethan-Hartschaum

Isolierungen aus Polyurethan haben sehr gute Dämmeigenschaften. «Sie eignen sich zum Dämmen von Außenwänden, Fußböden, Kellern und Dächern. Bei der Außendämmung wird PUR auch in Wärmedämmverbundsystemen verwendet», zählt Gunkel auf. Vorteil: PUR-Platten können auch bei der Innendämmung von Wänden oder Decken eingesetzt werden.

Als Nachteile führt die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online unter anderem auf, dass das PUR bei sachgerechter Verarbeitung zwar als beständig gilt. Es sei jedoch nicht resistent gegen UV-Strahlung und Nagetiere.

Holzfaserplatten

Holzfaserplatten werden als Alternative zu den chemischen Dämmstoffen immer beliebter. «Sie haben aber noch einen recht kleinen Marktanteil», berichtet Brandis. Wer sich für Holzfaserplatten entscheidet, muss Vor- und Nachteile besonders gut abwägen.

«Positiv ist, dass sie aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt werden», erläutert der Energieberater. «Andererseits müssen sie chemisch behandelt werden, um späteres Algenwachstum, Schimmel und Fäulnis zu verhindern.»

Zwar sind die Einsatzmöglichkeiten der Platten vielfältig, doch ihre Dämmeigenschaften können mit denen von Polystyrol und Mineralfasern nicht mithalten, so dass die Dämmschicht dicker ausfallen muss, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Und nicht zu unterschätzen: Holzfaserplatten sind brennbar.

Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
06:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Beratungsunternehmen Energieberatung Fassaden Isolation und Dämmung Mineralwolle Polystyrol Verbraucherzentralen Wärmedämmstoffe
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Auf dem Dach

14.01.2019

Beim Kauf von Altbauten drohen Nachrüstpflichten

Wer ein Haus kauft, will oftmals die Bauarbeiten umgehen. Das klappt meist nicht: In vielen Fällen schreibt der Gesetzgeber vor, dass das Gebäude energetisch nachgerüstet werden muss. Und gerade bei der Heizung drohen hi... » mehr

Verkleidung der Rohre

10.09.2018

Die Kellerdecke selbst dämmen

Viele Arbeiten zum Energetischen Sanieren des Hauses sind etwas für versierte Heimwerker - wenn überhaupt. Aber eine der wirklich einfachen und in jeder Witterung zu erledigenden Arbeiten ist das Dämmen der Kellerdecke. » mehr

Im Sommer kühl, im Winter warm

21.10.2019

Tipps zur Begrünung von Haus und Dach

Verwunschen und wunderschön wirken Häuser, die rundherum von Efeu und Wein bedeckt sind. Das hat auch einen echten baulichen Vorteil: Die Begrünung ist Teil moderner energetischer Sanierung. » mehr

Vorsichtig kratzen

09.12.2019

Kühlschrank und Kühltruhe reinigen

Wie oft reinigen Sie eigentlich ihren Kühlschrank oder etwa den Tiefkühler? Haushaltsgeräte nutzt man zwar jeden Tag, aber lässt sie zugleich doch oft links liegen. Im Winter ist die ideale Putzzeit. » mehr

Platten aus Polysterol

06.11.2017

Polystyrol-Dämmung: Panikmache oder berechtigte Sorge?

Ist es schon Panikmache oder berechtigte Sorge? Nach dem Brand eines Hochhauses in London im Sommer sind Wärmedämmungen aus brennbarem Material in die Kritik geraten - gerade das an Einfamilienhäusern oft verwendete Poly... » mehr

Udo Schumacher-Ritz

11.11.2019

Was macht ein Bauberater?

Baubegleiter kosten rund 100 Euro pro Stunde - das ist viel Geld beim eh schon teuren Hausbau. Trotzdem kann es gute Argumente geben, diese Dienstleistung einzukaufen. Sogar die Baubranche sieht Vorteile. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
06:22 Uhr



^