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Frühjahrsputz: Zeit für die Stellen, die man sonst ignoriert

In diesem Jahr gibt es eigentlich keine Ausrede für den Frühjahrsputz: Da wir nicht ausgehen dürfen, ist jetzt Zeit für das Putzen all jener Stellen, die man sonst gerne auslässt. Nur: Wo anfangen?



Frühjahrsputz
So richtig Lust hat keiner auf einen Frühjahrsputz. Mit der richtigen Planung ist der Aufwand aber gar nicht so schlimm.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Im Frühling bekommt man ständig ein schlechtes Gewissen: Die Nachbarn klopfen im Garten die Teppiche aus, putzen die Fenster und bearbeiten die Terrasse mit dem Hochdruckreiniger. Unweigerlich fällt da der Blick auf die eigenen Schmuddelecken.

In diesem Jahr ist es besonders schlimm. Wegen der Coronakrise sind wir alle viel Zuhause und machen nicht mehr nur mehr Dreck - er nervt uns auch mehr. Höchste Zeit für einen Frühjahrsputz - eine gute alte Tradition, die Experten zufolge aber immer noch Sinn macht.

«Im und am Staub können schwer flüchtige organische Verbindungen anhaften wie verschiedene Metalle, PAK aus Verbrennungsrückständen, Biozide und Weichmacher», sagt Heinz-Jörn Moriske vom Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau.

Staub gibt es immer - und das ist okay

Das gleiche gilt auch für Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien. Deshalb sollte man mindestens zweimal täglich für mehrere Minuten lüften, am besten quer. Und beim Reinigen erst feucht wischen, dann saugen, empfiehlt Moriske.

Doch selbst wenn man täglich putze, befinde sich immer Staub in der Wohnung, sagt der Umwelthygieniker. «Staub in üblichen Konzentrationen stellt für den gesunden Menschen und die Immunabwehr auch kein Problem dar.»

Trotzdem: So ein Frühlingsputz kann gut tun. Indem man die Wohnung vom Staub und Wintermuff befreit, vielleicht dazu noch die Schränke ausmistet, damit kann man auch etwas Ballast abwerfen. Ganz zu schweigen davon, dass man nun viel Zeit zu Hause verbringt - und man es sich dort einfach etwas schöner macht.

Frühjahrsputz heißt Gardinen waschen

Vor allem ist so ein Frühjahrsputz kein gewöhnlicher Wochenputz: «Beim Frühjahrsputz geht es nicht um Bereiche, die ständig gereinigt werden müssen wie Duschkabine, Waschbecken, WC, und die Küchenarbeitsflächen», erklärt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. «Stattdessen geht es um die Stellen, die man sonst nicht so regelmäßig säubert.»

Zum Beispiel sollen Schränke auch mal innen von Staub befreit werden und man sollte auch auf eine Leiter steigen und Staub entfernen, der oben auf den Schränken liegt, nennt Glassl einen Ansatzpunkt. «Schränke, die sich bewegen lassen, sollte man nach vorne ziehen, um auch mal darunter sauberzumachen und die Rückseiten zum Beispiel von Spinnweben zu befreien - manchmal findet man dabei dann sogar verloren geglaubte Gegenstände wieder.»

Von oben nach unten putzen

Doch wo fängt man in einem Raum an? «Vor dem Putzen empfiehlt es sich Dinge, die nicht mehr gebraucht werden, aus dem Weg zu räumen oder sogar zu entsorgen», nennt Glassl das Naheliegende, das dennoch oft erst mal nicht gemacht wird.

Und üblicherweise wird dann von oben nach unten geputzt: «Erst wischt man den Schrank oben ab, dann macht man den Boden sauber. Beim Wischen oder Staubsaugen des Bodens gilt: Hinten im Zimmer beginnen und zur Tür vorarbeiten.»

Nicht alles an einem Tag erledigen

Und wie viel Zeit sollte man einplanen? Glassl rät, sich nicht alles auf einmal vorzunehmen. «Sondern nur einen Raum, denn dann ist der Erfolg schneller zu sehen», sagt der Reinigungsexperte. Eine andere Methode ist es, zum Beispiel zuerst alle Fenster der Wohnung zu putzen. Das hat den Vorteil, dass die dafür benötigten Utensilien nicht immer wieder erneut hervorgeholt werden müssen.»

Brigitte Weniger vom Bundesverband hauswirtschaftlicher Berufe empfiehlt eigentlich sogar, die Arbeit gleichmäßig übers Jahr zu verteilen - und nicht alles im Frühjahr erledigen zu wollen. Dazu sollte man sich am besten Wochen- und Jahrespläne anlegen. «Das ist eine Erleichterung, weil man von dem schlechten Gewissen wegkommt, endlich mal wieder alles sauber machen zu müssen.»

Man braucht nur die Grund-Reinigungsmittel

Desinfektionsmittel hält die Putzexpertin übrigens für überflüssig. «Das ist zu viel des Guten», meint sie. Für ein sauberes Haus reichen ein paar wenige Grundreinigungsmittel vollkommen aus: zum Beispiel Allzweckreiniger für die Grundreinigung, dazu Essig- oder Orangenreiniger gegen Kalk und ein gutes Mikrofasertuch.

Noch ein Tipp von ihr, der immer die beste Lösung gegen Flecken ist: Wenn möglich den Schmutz frisch entfernen und nicht warten, bis er sich richtig festgesetzt hat. Erst dann wird es anstrengend.

Veröffentlicht am:
01. 04. 2020
10:03 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
01. 04. 2020
10:03 Uhr



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