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Bayern

In Bayern dürfen sich wieder mehr Leute treffen

Der Lockerungskurs der Corona-Beschränkungen geht weiter. Zusammenkünfte von bis zu zehn Personen sind im Freistaat ab sofort ebenso erlaubt wie Familienfeiern. Für die Kassenkräfte in den Supermärkten entfällt die Maskenpflicht.



München - Die Staatsregierung lockert weitere Corona-Beschränkungen für die Bürger. Von diesem Mittwoch an dürfen sich wieder bis zu zehn Personen im öffentlichen Raum treffen. Die Beschränkung auf zwei Familien oder Haushalte entfällt. Ab kommendem Montag werden auch wieder Familienfeiern, Vereinssitzungen und Betriebsversammlungen möglich. Für sie gilt eine Obergrenze von 50 Personen in geschlossenen Räumen und 100 Personen im Freien. Die Sperrstunde in der Gastronomie wird von 22 auf 23 Uhr verlegt. Mit sofortiger Wirkung wird der am 16. März ausgerufene Katastrophenfall aufgehoben.

Wirte fordern Perspektiven

Der Landesgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, Thomas Geppert, begrüßte die Lockerungen als "logische Schritte in die richtige Richtung", ihnen müssten aber noch viele weitere folgen. "Jetzt müssen schnell Öffnungsperspektiven für alle anderen gastgewerblichen Betriebe geschaffen werden, insbesondere die getränkegeprägte Gastronomie", sagte er. Denn für Bars und Kneipen gibt es noch keine Öffnungsperspektiven. Der Verein zum Erhalt der Bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) wirft der Regierung für diesen Bereich "Planlosigkeit" vor. Geschäftsführerin Ursula Zimmermann fordert eine Freigabe der Sperrstunden und eine Reduzierung des Mindestabstands. dpa

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begründete die weiteren Lockerungen mit der nur noch geringen Corona-Infektionszahl. Derzeit seien in Bayern rund 850 Personen an Covid-19 erkrankt, 95 Prozent weniger als zum bisherigen Höhepunkt der Pandemie am Karfreitag. In 50 Landkreisen und kreisfreien Städten habe es in der vergangenen Woche keine Neuinfektion mehr gegeben, sechs davon in Oberfranken. "Wir sind sehr zufrieden mit der aktuellen Entwicklung, Bayern steht stabil da", sagte Söder und dankte den Bürgern für ihre Mitwirkung an der Eindämmung des Ausbruchsgeschehens. Man könne deshalb an der bewährten Grundlinie der schrittweisen Erleichterungen festhalten.

Hier gibt es noch einmal die Pressekonferenz von Ministerpräsident Markus Söder, Staatskanzleichef Florian Herrmann (beide CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zu sehen:

 

Mit Blick auf die deutlich schlechtere Lage in vielen Teilen der Welt stellte Söder fest, "dass unsere gesamte Strategie richtig war". Erfreulich sei zudem, dass in 334 von bislang 351 ergangenen Gerichtsurteilen zu den Corona-Maßnahmen die Beschlüsse der Staatsregierung bestätigt worden seien. Söder warnte aber vor Leichtsinn. "Jeder, der glaubt, Corona ist vorbei, irrt sich fundamental." Corona sei noch nicht besiegt, das Virus "ist und bleibt absolut tödlich". Es könne auch jederzeit wieder nach Bayern zurückkommen. "Corona ist wie ein Funke, der ein Buschfeuer auslösen kann", sagte Söder.

Deshalb blieben wegen der hohen Infektionsgefahr Feste mit freiem Publikumszugang sowie Diskotheken und Clubs weiterhin geschlossen, erklärte Söder. Das Verbot von Großveranstaltungen soll laut Söder bundesweit über den 31. August hinaus verlängert werden.

Auch die Regelungen zur Maskenpflicht seien weiter in Kraft. Erleichterungen gibt es hier allerdings für Kassenkräfte in Läden und Supermärkten sowie Rezeptionisten in Hotels. Sind diese durch eine Plexiglas-Scheibe von den Kunden getrennt, müssen sie ab Montag keine Maske mehr tragen.

Söder geht davon aus, dass heuer für die Corona-Hilfsprogramme keine weiteren Schulden mehr gemacht werden müssen. Aus den bisher aufgenommenen 20 Milliarden Euro soll nun aber doch ein Hilfspaket für die Kommunen geschnürt werden. Zu den vom Bund für Bayern gewährten zwei Milliarden Euro als Ausgleich für Ausfälle bei der Gewerbesteuer will der Freistaat zwei Milliarden geben.

 

Veröffentlicht am:
15. 06. 2020
17:39 Uhr

Aktualisiert am:
16. 06. 2020
14:07 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
15. 06. 2020
17:39 Uhr

Aktualisiert am:
16. 06. 2020
14:07 Uhr



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