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Coburg

2,9 Millionen für Umkleiden und Duschen

Die Dr.-Stocke-Anlage braucht dringend eines neues Funktionsgebäude. Trotz Modulbauweise sind die Kosten enorm und sollen deshalb noch mal auf den Prüfstand.



Die Umkleiden und sanitären Anlagen an der Dr.-Stocke-Anlage sind in einem sehr schlechten Zustand. Doch bis der Neubau kommt, dauert es mindestens noch bis ins Jahr 2021. Foto: Frank Wunderatsch
Die Umkleiden und sanitären Anlagen an der Dr.-Stocke-Anlage sind in einem sehr schlechten Zustand. Doch bis der Neubau kommt, dauert es mindestens noch bis ins Jahr 2021. Foto: Frank Wunderatsch   » zu den Bildern

Coburg - "Die Schulsportanlage in der Wiesenstraße ist eine vorbildliche Anlage, die in Bayern ihresgleichen sucht. Bis auf die Umkleiden. Die sind unter der Gürtellinie." Es ist Hans Haberzettls (CSB) erster Auftritt im Coburger Bau- und Umweltsenat, nachdem er für Hans-Heinrich-Ulmann nachgerückt ist. Und der Neubau eines Sportfunktionsgebäudes an der Dr.-Stocke-Anlage ist gleich sein Thema. Seit 2009 hat Haberzettl als Rektor und Sportlehrer der Jean-Paul-Schule auf der Anlage Unterricht gegeben. "Der Bedarf ist einfach da", weiß er.

Sein Plädoyer für den Schul- und Vereinssport kann wohl jeder der Vertreter im Bau- und Umweltsenat nachvollziehen, aber sind es doch die prognostizierten Kosten, die so einigen auf den Magen schlagen.

Denn nur wenige Minuten zuvor hatte Thorsten Huld vom Hochbauamt die Planungen für das zweigeschossige Gebäude präsentiert. Es verfügt über fünf Umkleideeinheiten mit zehn Umkleiden sowie barrierefreie Toiletten und Besucher-WCs und wird nach jetziger Schätzung fast 2,9 Millionen Euro kosten. Hinzu kommen noch Kosten für den Abbruch des Bestandsgebäudes (85 000 Euro) und für bis zu 45 neue Stellplätze (222 000 Euro). Stand heute beläuft sich das gesamte Projekt damit auf 3,2 Millionen Euro. Und zwar auch dann, wenn das Hochbauamt, wie von einem Antrag der Wählergruppe Pro Coburg gefordert, eine Modulbauweise in Betracht zieht.

"Man darf die Modulbauweise nicht mit der Containerbauweise verwechseln", mahnt Thorsten Huld. "Erstere ist eine Alternative zur konventionellen Massivbauweise und auf eine dauerhafte Nutzung ausgelegt", betont er. Konkret heißt das, während Container mit einer Standzeit von maximal fünf Jahren installiert werden, sollen Modulhäuser dauerhaft bleiben. "Ihr Vorteil liegt in der deutlich verkürzten Bauzeit. Es geht 70 Prozent schneller als beim Stein-auf-Stein-Bauen", da wiederkehrende Elemente vorgefertigt und auf der Baustelle aneinander geschweißt werden, so Thorsten Huld. Ein Richtpreisangebot das er eingeholt hat, liegt bei 2,675 Millionen Euro. "Es gibt also keinen wesentlichen Preisunterschied zur konventionellen Bauweise", sein Fazit.

Ebenfalls prüfen ließ Thorsten Huld die Möglichkeit, dass Module nachträglich entfernt und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden können. "Die Kosten für solch ein Verschieben belaufen sich allerdings auf 70 Prozent der Neubaukosten", so der Architekt. Auch zusätzliche Module seien nicht zum Schnäppchenpreis zu haben. Vier Module, die 110 Quadratmeter zusätzlich liefern - zum Beispiel als reine Aufenthaltsräume - würden mit 500 000 Euro zu Buche schlagen.

"Das sind Summen, die hauen mich einfach um", bekannte Peter Kammerscheid (Pro Coburg) und verwies darauf, dass es sich bei den 2,8 Millionen Euro um einen Baupreis stand heute handelt. "Wir werden aber vor 2021 nicht anfangen können." Bei einer angenommen jährlichen Preissteigerung von vier Prozent würden sich die Kosten nur für das Gebäude bei Baubeginn auf 3,2 Millionen belaufen. Grob überschlagen kommt Kammerscheid auf einen Quadratmeterpreis von 5000 Euro. "Das ist völlig irre und für ein paar Umkleiden exorbitant teuer."

Thorsten Huld entgegnete, dass man sich bei den Zahlen an Vergleichsobjekten in Frankfurt orientiert hätte. "Wenn wir nur Räume schaffen müssten wäre das günstiger. Aber in Duschen steckt jede Menge Technik. Es ist ein Funktionsgebäude mit Lüftung und energetischen Vorgaben - das macht es so teuer", warf Hochbauamtsleiter Peter Cosack ein. Außerdem betonte er, dass die Stadt mit dem Bau "nichts zusätzliches" mache. "Wir decken dort einen Bedarf, der bis heute nicht erfüllt wird."

"Klar ist das ein Haufen Geld, aber wenn wir es brauchen, dann brauchen wir es", erklärte Jürgen Oehm (CSU), dem auch Wolfgang Weiß (Grüne) beisprang: "Wir müssen den Dingen ins Auge sehen und in den sauren Apfel beißen", so der Stadtrat.

Hans Haberzettl beantragte, vier zusätzliche Module anzuschaffen um so neben den Umkleiden auch Aufenthaltsräume zu schaffen. Dieser Antrag wurde mit sieben zu zwei Stimmen abgelehnt.

Einstimmig sprach sich das Gremium hingegen für die Vorplanung in Modularbauweise aus - allerdings mit der Einschränkung, dass die Kosten noch einmal auf den Prüfstand kommen.

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Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
17. 10. 2019
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Steffi Wolf

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17. 10. 2019
00:00 Uhr



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