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Coburg

Algorithmen verleihen Flügel

Neben der alten Schlachthofvilla lädt die "Coburg Interface Gallery" alle Neugierigen zum Abheben ein. Künstliche Intelligenz verwandelt selbst Politiker in Engel.



Zur spielerischen Interaktion mit künstlicher Intelligenz lädt die "Interface Gallery" ein. Auch Oberbürgermeister Norbert Tessmer (links) hob bei der Eröffnung ab. Fotos: Henning Rosenbusch
Zur spielerischen Interaktion mit künstlicher Intelligenz lädt die "Interface Gallery" ein. Auch Oberbürgermeister Norbert Tessmer (links) hob bei der Eröffnung ab. Fotos: Henning Rosenbusch   » zu den Bildern

Coburg - Mit Engelszungen muss der Oberbürgermeister öfter mal sprechen - doch auf Engelsschwingen sah man ihn nie über Coburg schweben - bis Freitag, 17.30 Uhr. Da breitete Norbert Tessmer die Arme aus - und siehe da: Ihm wuchsen Flügel. Mit ihm erhoben sich die anderen Ehrengäste in die Lüfte, die zur Eröffnung der "Interface Gallery" zur ehemaligen Schlachthofvilla gekommen waren, die seit Juni 2018 das Kreativlabor "Creapolis" beherbergt und in naher Zukunft den Eingang zu Coburgs neuem Süden bilden wird.

09.02.2019 - Interaktive Kunst: Engel am Schlachthof - Foto: Henning Rosenbusch

Interaktive Kunst: Engel am Schlachthof Coburg
Interaktive Kunst: Engel am Schlachthof Coburg
Interaktive Kunst: Engel am Schlachthof Coburg
Interaktive Kunst: Engel am Schlachthof Coburg
Interaktive Kunst: Engel am Schlachthof Coburg
Interaktive Kunst: Engel am Schlachthof Coburg
Interaktive Kunst: Engel am Schlachthof Coburg

Noch beherrscht der morbide Charme von Industrieruinen das Areal - umso mehr freut es den OB, dass mit diesem Kunstprojekt ein Signal gesetzt wird: "Die Menschen können sehen: Hier herrscht Action, hier tut sich was!"

Was sich hier tut, hängt ganz von den Besuchern ab, die ab Sonnenuntergang zwischen Villa und Kühlhalle 9 vorbeischauen - denn nur im Dunkeln funktioniert Mariana Carranzas audiovisuelle Open-Air-Installation "ephemeral angels". Kameras und Sensoren erfassen alle Wesen, die in ihr Blickfeld geraten, und verwandeln sie in Engel, die auf einer riesigen Leinwand im Sternenregen um die Veste Coburg geistern. Jede Bewegung wird in Echtzeit verarbeitet, jeder Betrachter wird zum gefiederten Akteur, der seine eigene Spontan-Choreografie live betrachten kann.

Wie sich das anfühlt und ansieht, testeten die Eröffnungsgäste trotz Kälte freudig aus: Tanzen, Hüpfen oder gravitätisch Schreiten - nüchterne Algorithmen verzaubern alles in magische Traumbilder.

Zur spielerischen Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz möchte Mariana Carranza das Publikum mit ihrer partizipativen Installation einladen, an deren Entwicklung Patrick Raithofer (Informatiker) und Stephan Wolf (Architekt) beteiligt waren. Die aus Uruguay stammende Künstlerin und Mathematikerin experimentiert mit interaktiven Räumen, die als Schnittstellen zwischen Tanz und Technologie, menschlichem Körper und digitaler Technik fungieren.

Ideal findet sie deshalb den Ort ihrer aktuellen Arbeit: Auch Creapolis versteht sich als Schnittstelle zwischen Intuition und High-Tech, will Bürger und Hochschule vernetzen und Freiräume für Innovationen schaffen. Auch die "Interface Gallery" ist offen für alle: Neugierige und Mutige können sich nicht nur vor der Leinwand in Posen werfen, sondern selbst an der Weiterentwicklung der Installation mitwirken. Denn bis zu den Designtagen sollen allabendlich nicht nur Engel hier zum virtuellen Leben erwachen: Mariana Carranza möchte bei einem Workshop allen Interessierten das Know-how weitergeben, um solche Programme selbst zu schreiben.

"Sie bringt wirklich Input mit", lobte bei der Vernissage Stephan Horn, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Coburg, die Künstlerin. In der "kuratorisch-strategischen Projektgruppe" für das ehemalige Güterbahnhof- und Schlachthofgelände wirkt sie daran mit, "aus Ruinen lebendige Quartiere zu machen". Begeistert über ihr Engagement zeigte sich auch Creapolis-Leiter Dr. Markus Neufeld, der Mariana Carranza sogleich zur ersten "Maker in Residence" ernannte.

—————

Schlachthofstr. 1 , täglich bis Ende Mai von Sonnenuntergang bis in die späten Abendstunden.

Autor

Dieter Ungelenk
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
10. 02. 2019
21:24 Uhr

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Dieter Ungelenk

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10. 02. 2019
21:24 Uhr



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