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Coburg

Alle suchen nach verschwundenem Mann aus Ebersdorf

Seit Donnerstagabend wird der Senior aus Ebersdorf vermisst. Am Dienstagmorgen durchkämmen Hundestaffeln ein Gebiet in Grub. Das Verschwinden des 67-Jährigen ist rätselhaft.



Der braune Labrador Monty vom Mantrailer-Verein Coburg hat vor dem Haus des Vermissten in Ebersdorf die Spur aufgenommen. Fotos: Frank Wunderatsch
Der braune Labrador Monty vom Mantrailer-Verein Coburg hat vor dem Haus des Vermissten in Ebersdorf die Spur aufgenommen. Fotos: Frank Wunderatsch   » zu den Bildern

Ebersdorf bei Coburg - Tanja Blasberg macht einen gefassten Eindruck. Eigentlich müsste die Pädagogin jetzt vor ihrer Schulklasse stehen, doch im Hause ihrer Eltern in Ebersdorf bei Coburg ist an Alltag derzeit nicht zu denken. Tanja Blasbergs Vater wird vermisst. Bereits seit Donnerstagabend. Die junge Frau kümmert sich daher nun um ihre Mutter, koordiniert Helfer, die den Vater suchen und beantwortet Telefonate oder Anfragen, die per Mail und über Facebook eingehen.

Vermisstensuche

Seit Donnerstagnachmittag wird Edmund Nembach aus Ebersdorf bei Coburg vermisst.

 

Der Senior ist 67 Jahre alt und etwa 1,77 Meter groß. Er hat eine normale Statur und kurze Haare. An seiner linken Hand ist der Mittelfinger amputiert worden.

 

Der Vermisste trug zum Zeitpunkt seines Verschwindens eine blaue Wanderjacke sowie Wanderschuhe. Er dürfte zu Fuß unterwegs sein. Eventuell ist er orientierungslos. Hinweise an die Polizei Coburg unter 09561/645-209.

 

"Die Hilfsbereitschaft ist unglaublich", sagt sie. Tausendfach sei ihre Suchanzeige in den sozialen Netzwerken geteilt worden. "Es melden sich sogar Freunde aus München oder Hamburg. Alle wollen helfen." Eine entscheidende Spur gibt es aber auch am fünften Tag nach dem Verschwinden ihres Vaters bisher nicht.

"Er hat am Donnerstagnachmittag noch den Garten gemäht", weiß Tanja Blasberg von einem Nachbarn. "Da hat er diesem noch zugerufen, dass man sich später sieht. Meine Eltern waren mit ihm zum Kartenspielen verabredet", so die Frohnlacherin. Doch dazu kam es nicht. "Ein anderer Nachbar hat meinen Vater gegen 15.45 Uhr noch am Haus laufen sehen." Danach verliert sich die Spur von Edmund Nembach.

08.11.2017 - Vermisstensuche in Ebersdorf bei Coburg - Foto: Frank Wunderatsch

Vermisstensuche in Ebersdorf Ebersdorf bei Coburg
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Der Senior hat ohne Handy, Geld, Schlüssel oder Papiere und nur mit einer dünnen Jacke das Haus in Ebersdorf-Mitte verlassen. "Meine Mutter war zu diesem Zeitpunkt alleine mit dem Auto unterwegs", erzählt Tanja Blasberg. Als sie nach Hause kommt, ist ihr Mann nicht da. Seine persönlichen Dinge liegen auf der Kommode im Wohnzimmer. Auch der Ehering ist darunter, den der Senior immer abnimmt, wenn er im Garten Arbeiten erledigt. "Meine Eltern hatten an diesem Tag Streit", weiß die Tochter. Ihr Vater sei ein verschlossener Typ, der alles mit sich alleine ausmacht. "Einfach verschwinden, das tut er aber nicht", versichert sie.

Am späten Donnerstagnachmittag informiert ihre Mutter die Familie, dass der Vater nicht zu Hause ist. "Ich habe sie beruhigt und gesagt, er ist sicher nur spazieren. Er liebt es, zu laufen", so die Tochter. Mit seinen 67 Jahren sei er stark, trainiert, sportlich, "einfach topfit". Als der Rentner jedoch auch in der Nacht nicht zurück kommt, beginnt nun auch Tanja Blasberg sich Sorgen zu machen. "Dass mein Vater irgendwo anders übernachtet, das gab es noch nie." Sie und ihre Schwester fahren daher zur Mutter nach Ebersdorf. Vom Elternhaus aus soll die Suche aufgenommen, Bekannte und Freunde abgeklappert werden - allerdings noch ohne die Polizei.

"Damit wir den Kopf frei haben, ist mein Schwager mit unseren Kindern in den Wildpark nach Tambach gefahren", erzählt Tanja Blasberg. "Auf dem Weg dorthin hat er meinen Vater auf dem Fußweg neben der B 303 laufen sehen", erzählt sie. Als dieser die Familie von seiner Beobachtung informiert, fällt allen ein Stein vorm Herzen. "Wir sind natürlich davon ausgegangen, dass mein Vater nun jeden Moment hier auftaucht." Doch Edmund Nembach kommt nicht. Den ganzen Freitag lang nicht.

Tanja Blasberg greift daraufhin zum Telefon und informiert die Polizei. Diese nimmt Ermittlungen auf und gibt am Samstagmittag eine Suchmeldung an die Medien heraus. Zum gleichen Zeitpunkt machen sich Einsatzkräfte der nordbayerischen Rettungshundestaffel auf den Weg. Am Samstag um 15 Uhr starten die Mantrailer-Hunde ihren Einsatz in einem riesigen Gebiet in Ebersdorf. "Die 30 Rettungshundeteams suchten über 16 Hektar Fläche in einem zum Teil sehr unwegsamen Gelände ab", informiert Daniel Lorz, der Kreisfachdienstleiter Rettungshunde des BRK Kreisverbandes Coburg. Am Wochenende steigt außerdem der Polizeihubschrauber mit Wärmebild-Kamera auf. Doch auch dieser Einsatz liefert keine neuen Hinweise. Edmund Nembach bleibt verschwunden.

Weil sich am Montag ein Zeuge bei der Polizei meldet, der den Vermissten noch am Freitagnachmittag bei der Spielothek in Grub am Forst gesehen haben will (die Nembachs lebten bis 2010 in Grub), schicken die Beamten gestern früh noch einmal Suchhunde dorthin. Gleichzeitig hat Tanja Blasberg privat Unterstützung vom Coburger Mantrailer-Verein organisiert. Das Team Monty (ein schokobrauner Labrador) macht sich am Dienstagvormittag vom Haus des Vermissten auf Spurensuche. Zwei weitere Teams sind am Steinrücken sowie am Friedhof in Grub am Forst unterwegs. "Und vorhin haben unsere Hunde Richtung Rohrbach beim Rennerwald angeschlagen", sagt Christine Borens vom Verein Mantrailing Coburg. Die Helfer sind ehrenamtlich im Einsatz und sollen am Nachmittag noch einmal Unterstützung von fünf weiteren Hunden bekommen. Bei dieser Wetterlage sei die Spur des Vermissten zwischen 30 bis 32 Tage von den Hunden wahrnehmbar, erklärt Christine Borens.

"Wir gehen davon aus, dass mein Vater nun nicht mehr absichtlich unterwegs ist, sondern vielleicht orientierungslos umher irrt. Jeder, der ihn gesehen hat oder das noch tut, soll sich an die Polizei wenden", bittet Tanja Blasberg.

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Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2017
00:00 Uhr

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Steffi Wolf

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08. 11. 2017
00:00 Uhr



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