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Coburg

Alles andere als ein Luftnummer

Neustadt geht mit gutem Beispiel voran und wird bei eigenen Events keine Ballons mehr steigen lassen. Ein striktes Verbot wird es aber nicht geben.



Die Sieger der Staffelrennen anlässlich des Kinderfests wurden durch das Steigenlassen von farbigen Luftballons kenntlich gemacht. Das gibt es künftig nicht mehr. Foto: Tischer
Die Sieger der Staffelrennen anlässlich des Kinderfests wurden durch das Steigenlassen von farbigen Luftballons kenntlich gemacht. Das gibt es künftig nicht mehr. Foto: Tischer  

Neustadt - Was gab es im März doch für einen Aufschrei, als die SPD-Stadträte Wolfram Salzer, Heike Stegner-Kleinknecht und Bernd Gärtner Luftballone verbieten wollten. Insbesondere im Netz gab es viel Häme für den Vorstoß. Nachdem sich Stadtrat und Verwaltung mit der Thematik bereits damit auseinandergesetzt hatten, war es nun dem Kultursenat vorbehalten, darüber zu entscheiden. Das Ergebnis: Künftig dürfen mit Helium oder ähnlichen Aufstiegsmitteln gefüllte Ballons im städtischen Beritt nicht mehr in den Himmel steigen. "Wir können uns nicht immer auf die großen Umweltaktionen stürzen und uns im Kleinen ökologischen Maßnahmen verschließen", begründete Kulturbürgermeister Martin Stingl das einstimmige Votum.

Man wolle freilich kein striktes Verbot, sondern appelliere beispielsweise bei Einzelballons an den vernünftigen Umgang und ordnungsgemäße Entsorgung. Auch die Ballons auf den Jahrmärkten bleiben davon unbenommen. Einen Massenstart von Ballons, beispielsweise bei Wettbewerben "welcher Ballon fliegt am weitesten" oder bei den Staffelrennen anlässlich des Kinderfests, die dann die Siegermannschaft anzeigen, werde es allerdings nicht mehr geben, sagte Stingl.

"Mit dieser Maßnahme werden die ökologischen Probleme nicht eingedämmt, aber wir senden ein kleines positives Signal in die richtige Richtung", fasste Stingl zusammen. Der Kultursenat appelliert auch an die Kitas im Stadtgebiet, auf freiwilliger Basis auf solche Luftballon-Aktionen zu verzichten. "Uns war bewusst, dass wir von vielen Seiten angegangen werden nach dem Motto‚ jetzt wollen sie mit dem Luftballon-Verbot sogar den Kindern diese Freude nehmen", betonte Wolfram Salzer. Doch laut Salzer gehe nachweislich von den Schnüren und der Plastikhülle eine Gefahr für die Vogelwelt aus. "Wirkungsvoller Schutz der Umwelt ist eben nicht zum Nulltarif zu bekommen", fasste er zusammen.

Die zum "Tag der Franken" beantragten Fördermittel haben inzwischen die Niederfüllbacher Stiftung mit rund 8000 Euro sowie die Oberfrankenstiftung mit 26475 Euro bewilligt. "Das ganze Prozedere ist sehr arbeitsaufwändig, da umfangreiche Vorarbeiten wie Anträge, Begründungen und ein Abriss der Veranstaltung eingereicht werden müssen", zeigte Stingl auf. Der Kinosommer 2020 wird wieder auf vier Abende beantragt. Allerdings seien die Tarife durch den Veranstalter Coburg Stadt und Land GmbH deutlich angehoben worden. "Die Variante, das Ganze auf sieben Veranstaltungstage auszudehnen und dafür nur im zweijährigen Rhythmus im Wechsel mit Sonneberg laufen zu lassen, ist zu personalintensiv", so Stingl. 6545 Euro kostet das Event für bis zu 200 Besucher. "Jeder weitere Besucher muss mit 2,38 Euro abgerechnet werden", erläutert Stingl. Schließlich dankte Stingl Ursula Reichenbecher, die der Stadt im Namen ihres verstorbenen Mannes alle gebundenen Auflagen des Bürgerblatts vermachte und dem städtischen Archiv kostenfrei zur Verfügung stellte.

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Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
16:14 Uhr

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Peter Tischer

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Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
16:14 Uhr



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