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Coburg

Altmaier sucht Ausgleich beim Stromleitungsbau

Der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier informiert sich im Coburger Land über den geplanten Netzausbau. Sein Besuch wird in Coburg und Redwitz von Protesten begleitet



Peter Altmaier in Coburg
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat bei einem Besuch am Freitagmorgen in Coburg unterstrichen, dass für die Bewältigung der Energiewende der Neubau von Stromleitungen zwischen Nord- und Süddeutschland erforderlich sei. Demonstranten begrüßten den Minister am Landratsamt Coburg mit Pfiffen und Buh-Rufen.   Foto: Frank Wunderatsch

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat bei einem Besuch am Freitagmorgen in Coburg unterstrichen, dass für die Bewältigung der Energiewende der Neubau von Stromleitungen zwischen Nord- und Süddeutschland erforderlich sei. "Wir brauchen die Trassen, damit sauberer Strom transportiert werden kann", sagte Altmaier.

Zahlreiche Demonstranten begrüßten Altmaier am Landratsamt Coburg mit Pfiffen und Buh-Rufen. Trotzdem suchte der Minister das Gespräch mit den Stromleitungsgegnern. Ihnen sicherte er zu, "das Thema in aller Ruhe zu diskutieren". Im Gespräch mit dem Minister betonten Bürger und Kommunalpolitiker, dass sie eine weitere 380-Kilovolt-Stromleitung durch das Coburger Land nicht akzeptieren werden. Deren Bedarf sei nicht nachgewiesen, um Windstrom von Norddeutschland in den Süden Bayerns zu transportieren. Zudem habe die Region mit Autobahn, ICE-Neubaustrecke und der "Thüringer Strombrücke" von Schalkau im Landkreis Sonneberg über Rödental, Dörfles-Esbach, Coburg, Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen nach Redwitz an der Rodach ihren Beitrag zum Infrastrukturausbau nach der Wiedervereinigung geleistet, wie Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach unterstrich.

16.11.2018 - Minister Altmaier in Coburg - Foto: Frank Wunderatsch

Altmaier in Coburg
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Peter Altmaier in Coburg
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16.11.2018 - Minister Altmaier in Redwitz - Foto: Wolfgang Braunschmidt

Altmaier in Redwitz
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Altmaier in Redwitz

Peter Altmaier erklärte, er bereise Deutschland, um mit den Bürgern über die Notwendigkeiten der Energiewende zu sprechen und um ihre Bedenken aufzugreifen. Er freue sich sehr über die Möglichkeit, "viele Bürger und ihre Vertreter - Bürgermeister, Landräte, Abgeordnete - zu treffen und entschuldigte sich gleichzeitig dafür, dass dieser Austausch "nicht schon vor vier, fünf Jahren stattgefunden hat". Der Dialog sei, so der Minister,  überparteilich, weil es um eine nationale Kraftanstrengung gehe, wie es sie in der Geschichte der Elektrizitätswirtschaft der Nachkriegszeit noch nie gegeben habe. In der Vergangenheit seien wenige Leitungen notwendig gewesen, weil es zentrale Kern- und Kohlekraftwerke gegeben habe. Nach der Entscheidung zum Atomausstieg und dem Ende der Kohleverstromung müsse Strom aus erneuerbaren Energien produziert werden: mit Windkraft-, Solar-, Wasserkraft- und Biogasanlagen. Diese entstünden in den ländlichen Regionen "quer über Deutschland". Und: Die Energiewende "wird ohne neue Leitungen nicht gehen". Darüber müsse man mit den Menschen reden und manches überdenken, aber am Ende das sagen, was notwendig und richtig ist. Grundsätzlich gelte: "Wir müssen dafür sorgen, dass in Deutschland die Lichter nicht ausgehen", vor allem mit Blick auf Unternehmen, die auf eine sichere Stromversorgung angewiesen seien, sagte Peter Altmaier. 

Zum Stromleitungsbaus gebe es in Deutschland "ganz unterschiedliche Vorstellungen". Er sehe es als seine Aufgabe, "diese zusammenzubringen und ein guter Makler zu sein, der dafür sorgt, dass wir eine sichere, bezahlbare und saubere Stromversorgung für ganz Deutschland haben", so der Bundeswirtschaftsminister. Er sei am Freitag nicht in die Region gekommen, um eine Entscheidung zu verkünden. Er führe zunächst das Gespräch mit Betroffenen in Bayern, Hessen und Thüringen, "weil sich alle beim Ausbau der Stromnetze benachteiligt fühlen". Mit den zuständigen Landesregierungen werde er dann nach einer Lösung des Netzausbaus suchen, die möglichst vielen Ansprüchen gerecht werden solle. Zudem würden die Gespräche in Berlin fortgesetzt. Er gehe davon aus, dass er  Ende dieses Jahres, spätestens aber Anfang 2019, ein Ergebnis vorstellen könne. 

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der ebenfalls nach Coburg gekommen war, betonte, er lehne den Neubau von Stromtrassen durch Bayern ab. Mit Blick auf Coburg sagte er, die geplante Stromleitung P44 sei nicht notwendig, deren Bedarf bis heute nicht nachgewiesen. Dies gelte auch für die geplante HGÜ-Gleichstromleitung durch den Nordosten Bayerns. Die Bundesnetzagentur müsse erkennen, dass die Sicherheit in der Energieversorgung nicht durch mehr große Stromleitungen gewährleistet werde, "sondern durch mehr Hirnschmalz". Dies bedeute den Aufbau einer "intelligenten, dezentralen Konzeption für die Stromversorgung", sagte Aiwanger der Neuen Presse. Er stehe in der Frage des Stromleitungsbaus an der Seite der Städte, Gemeinden und Landkreise, die Großprojekte wie HGÜ- und 380-Kilovolt-Leitungen ablehnen.

Christian Gunsenheimer, Klimaschutzbeauftragter des Landkreises Coburg, forderte von Minister Altmaier einen wissenschaftlich fundierten Nachweis, dass der Bau weiterer großer Stromleitungen wie der P44 erforderlich ist. Dies sei bis heute nicht geschehen. Peter Altmaier sicherte zu, diese Frage zu beantworten. Er sei gerne bereit, hier ein Gespräch mit der Bundesnetzagentur und dem Netzbetreiber Tennet TSO zu vermitteln.

Tobias Ehrlicher, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands Coburg im Bayerischen Gemeindetag, beklagte eine Konzeptionslosigkeit in der Planung des Stromnetzausbaus. Er sei bei einem Besuch in Berlin mit der Aussage konfrontiert worden, bei den Stromleitungen werde gebaut, "was wir bekommen". Dies habe ihn schockiert. Ehrlicher und Martin Flohrschütz, Kreisobmann des Bayerischen Bayernverbands in Coburg, betonten zudem, die Erdverkabelung sei keine akzeptable Alternative. Dies gelte auch für einen möglichen Ausbau der neuen "Thüringer Strombrücke" von derzeit zwei auf vier Leitungssysteme, wofür noch größere Masten notwendig sind, stellte Coburgs stellvertretender Landrat Rainer Mattern fest. "Dazu sagen wir nein, und dagegen wehren wir uns in der Region ganz deutlich." Dem schloss sich Dr. Birgit Weber, 2. Bürgermeisterin der Stadt Coburg, ohne Einschränkungen an. Weber: "Wir stellen den Bedarf weiterer Stromleitungen infrage." Dies gelte, so Weber, nicht nur für Coburg, sondern für ganz Deutschland.

Auch in Redwitz an der Rodach wurde Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier von Demonstranten empfangen. Sie forderten einen Verzicht auf den Bau weiterer Stromleitungen zwischen Thüringen und Bayern, betonte Anton Reinhardt, Vorsitzende der Kreisgruppe Lichtenfels im Bund Naturschutz.

Altmaier sagte, er habe Respekt vor dem Protest, schließlich nähmen die Bürgerinnen und Bürger ein demokratisches Grundrecht in Anspruch. Allerdings betonte der Minister wie zuvor schon in Coburg, dass die Energiewende ohne den Neubau von Leitungen nicht zu bewältigen sei. Deshalb suche er den Dialog, um am Ende zu einer Entscheidung zu kommen, die möglichst vielen Interessen gerecht wird.    

 

Lesen Sie dazu auch

- das NP-Interview mit Peter Altmaier: „Am Bau neuer Stromleitungen führt kein Weg vorbei“

Aiwanger stützt die Leitungsgegner

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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
16. 11. 2018
10:36 Uhr

Aktualisiert am:
16. 11. 2018
13:02 Uhr

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Wolfgang Braunschmidt

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16. 11. 2018
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