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Coburg

An der Rastanlage: Landkreis will mehr Parkplätze

Die Planfeststellung für die Tank- und Rastanlage "Coburger Land" läuft. Der Kreisausschuss sieht Nachbesserungsbedarf.



Bauzeit drei Jahre, 19 Millionen Euro Kosten: So stellt sich die Autobahndirektion Nordbayern die Tank- und Rastanlage "Coburger Land" links und rechts der A 73 bei Drossenhausen vor.
Bauzeit drei Jahre, 19 Millionen Euro Kosten: So stellt sich die Autobahndirektion Nordbayern die Tank- und Rastanlage "Coburger Land" links und rechts der A 73 bei Drossenhausen vor.  

Coburg - Ende Mai hat die Autobahndirektion Nordbayern als Bauherr das Planfeststellungsverfahren für die künftige Tank- und Rastanlage "Coburger Land" bei Drossenhausen beantragt (NP vom 5. Juni). Das Verfahren bearbeitet nun die Regierung von Oberfranken, die wiederum den Landkreis zu einer Stellungnahme in puncto Umweltverträglichkeit aufgefordert hat. Damit beschäftigte sich der Kreis- und Strategieausschuss bei seiner Sitzung am Donnerstag - und sah in Teilbereichen Bedarf an Nachbesserungen.

Die von der Autobahndirektion vorgesehen 181 Parkplätze reichen nach Ansicht von Frank Rebhan (SPD) nicht aus. Insbesondere monierte er, dass nur 64 Lkw-Stellflächen ausgewiesen werden sollen. Angesichts der Verkehrsprognosen sei der Ansatz zu gering, denn "der Lkw-Verkehr wird zunehmen". Deshalb sei eine Ausweitung der Fläche erforderlich. Rückendeckung erhielt Rebhan von Rainer Mattern (CSU/LV), der sich zum "Schutz unserer Orte" der Forderung anschloss. "Wir brauchen mehr Parkplätze, damit Lkw-Fahrer gerade an den Wochenende nicht in Ortschaften ausweichen", sagte Mattern.

Insgesamt wird dem Tank- und Rastkomplex eine Fläche von 5,7 Hektar versiegelt. Deshalb konnte sich Christine Heider (LV) mit einer möglichen Erweiterungsfläche nicht anfreunden, zumal damit auch mehr Ausgleichsfläche zur Verfügung gestellt werden müsse. "Das ist für die Landwirtschaft nicht akzeptabel", stellte sie klar. Allerdings dürfte sich der zusätzliche Landverbrauch nach Einschätzung des Landratsamts in Grenzen halten. Zudem sei fraglich, ob und in wie weit die Regierung von Oberfranken den Argumenten folgen, verwies Landrat Sebastian Straubel (CSU/LV), dass der Landkreis bei dem Vorhaben "keine Entscheidungskompetenz" habe.

Christoph Raabs (ÖDP) regte an, beim Bau der Tank- und Rastanlage "wo immer möglich den Baustoff Holz zu verwenden". In seiner Stellungnahme hat Klimaschutzbeauftragter Christian Gunsenheimer (FW) der Autobahndirektion ein Umdenken bei der Verkehrsplanung ans Herz gelegt. "Wir schaffen teure Infrastruktur, die bereits in wenigen Jahren obsolet sein kann", schreibt er. Zudem empfiehlt er den Bau von ausreichend Schnellladestationen, um zukünftigen Mobilitätskonzepten gerecht zu werden. Außerdem vermisst er die Vor-Ort-Versorgung mit regenerativer Energie.

Ob die bei einer Gegenstimme (Bernd Lauterbach, Grüne) beschlossenen Wünsche des Kreis- und Strategieausschusses an die Regierung weitergeleitet werden, darüber entscheidet der Kreistag in seiner Sitzung am Donnerstag, 26. September.

Mit der Tank- und Rastanlage "Coburger Land" soll die Versorgungslücke auf der A 73 zwischen Nürnberg und dem Autobahndreieck Suhl ge-schlossen werden. Bei der Standort-wahl hatten sich die Planer bereits frühzeitig auf eine Anlage zwischen den A73-Anschlussstellen Coburg und Eisfeld-Süd bei Drossenhausenfestgelegt. Das beantragte Planfeststellungsverfahren basiert auf dem Bau einer Tankstelle auf der Ostseite in Fahrtrichtung Suhl und eines Rastplatzes mit WC auf der Westseite in Fahrtrichtung Nürnberg. Beide Anlagen werden per Brücke verbunden. Damit ist ein Wechsel für die Verkehrsteilnehmer und eine An- und Abfahrt in beiden Richtungen möglich. Die Kosten belaufen sich auf rund 19 Millionen Euro, die aus Bundesmitteln finanziert werden. Für die reine Bauzeit sind drei Jahre veranschlagt.

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Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
17:14 Uhr

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Christoph Scheppe

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13. 09. 2019
17:14 Uhr



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