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Arztsuche im Netz

Im Landkreis Coburg stemmt man sich gegen den Medizinermangel. Neben einem Programm für Stipendiaten wirbt man im Internet um Doktoren.



Damit sich auch künftig im Coburger Land noch Patienten unkompliziert ärztlich versorgen lassen können, verfolgt die Kreispolitik derzeit verschiedene Ansätze. Archivbild: Maurizio Gambarini/dpa
Damit sich auch künftig im Coburger Land noch Patienten unkompliziert ärztlich versorgen lassen können, verfolgt die Kreispolitik derzeit verschiedene Ansätze. Archivbild: Maurizio Gambarini/dpa  

Coburg - "Die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis sowie Medizin und Wirtschaft zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorge und medizinischen Versorgung ist eine der Stärken des als Gesundheitsregion plus ausgewiesenen Coburger Landes", sagt Landrat Michael Busch. Jetzt stehe die vom Gesundheitsministerium geförderte Region vor der Herausforderung, die hausärztliche Versorgung sicherzustellen.

"Auf dem Papier gibt es keine hausärztliche Unterversorgung im Coburger Land", so die im Landratsamt für Aktivitäten der Gesundheitsregion plus zuständige Constanze Scheibl beim jüngsten Gesundheitsforum. Jenseits der Maßstäbe der für die Zulassung von Arztpraxen maßgeblichen Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) zeichneten sich aber Versorgungslücken ab. Aktuell fehlten acht niedergelassene Hausärzte. Zum künftigen Problem könne zudem die Altersstruktur der Hausärzte in der Region werden: "Gut 37 Prozent der Hausärzte im Landkreis sind über 60 Jahre alt." Mit Praxisschließungen aus Altersgründen sei daher zunehmend zu rechnen.

Ein Mittel, um neue Ärzte für das Coburger Land zu gewinnen, ist das Stipendiaten-Programm der Gesundheitsregion. Aktuell werden elf Studierende der Medizin mit monatlich 300 Euro unterstützt, wofür sie sich verpflichten, nach ihrem Abschluss mindestens zwei Jahre in der Region zu praktizieren (die Neue Presse berichtete). "Unabhängig von der finanziellen Unterstützung ist die Bindung der angehenden Hausärzte von großer Bedeutung", betonte Constanze Scheibl. Dazu beitragen soll neben dem persönlichen Einsatz von Vertretern aus Gesundheitswesen, Politik und Wirtschaft eine neue Imagekampagne. Online wird die Gesundheitsregion unter www.als-arzt-nach-coburg.de um Mediziner werben. Zudem beschäftigten sich Stadt und Landkreis mit der Telemedizin. Der Kontakt mit dem Arzt über das Internet soll nach Scheibls Worten zwar nicht das persönliche Gespräch ersetzen. Dennoch könne Telemedizin eine sinnvolle Ergänzung der ärztlichen Versorgung sein, etwa, um sich den Weg zum Arzt zu sparen.

Im Rahmen der Gesundheitsvorsorge richtet sich der Blick ebenso auf Grundschüler wie auf Senioren. "Bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren wollen wir Bewegung, gesunde Ernährung und soziale Kompetenz fördern", so Bad Rodachs Bürgermeister Tobias Ehrlicher, der gemeinsam mit Thomas Nowak, 3. Bürgermeister der Stadt Coburg, den Arbeitskreis Gesundheitsförderung und Prävention leitet. Die Förderung der Gesundheit im Alter, nicht zuletzt durch präventive Maßnahmen, soll ein Schwerpunkt im nächsten Jahr sein. Ebenfalls geplant ist demnach eine Internetplattform mit Patientendaten, die Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte gemeinsam nutzen können.

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Mathias Mathes
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Veröffentlicht am:
14. 12. 2017
16:42 Uhr

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Mathias Mathes

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Veröffentlicht am:
14. 12. 2017
16:42 Uhr



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