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Coburg

Auch Absagen gibt’s nicht zum Nulltarif

Bereits seit August des vergangenen Jahres liefen die Vorbereitungen für das Internationale Puppenfestival. Dann kam Corona und das Event fiel aus. Mit allen negativen Begleiterscheinungen.



Auch der Max Oscar Arnold-Kunstpreis wurde ein Opfer der Corona-Beschränkungen. Foto: Tischer
Auch der Max Oscar Arnold-Kunstpreis wurde ein Opfer der Corona-Beschränkungen. Foto: Tischer  

Neustadt - Es hätte so ein schöner Veranstaltungssommer werden können in Neustadt: Vom über die Stadtgrenzen bekannten und beliebten "Hundsfrasser Openair" über das traditionsreiche Kinderfest bis hin zu "Classic & Picknick", dem kulinarisch-musikalischen Intermezzo im Märchenbad, freuten sich die Fans auf schöne Stunden. Doch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Beschränkungen machten den gut gefüllten Veranstaltungskalender zunichte.

Was bei den Besuchern für Bedauern sorgt, ist für die Veranstalter mit einem riesigen Aufwand und oftmals auch mit Kosten verbunden. André Röttger, Bereichsleiter Kultur, Sport, Tourismus der Stadt Neustadt, zeigt auf, warum. "Grundsätzlich sieht natürlich der Besucher nicht, welche Planungen, Vorarbeiten, Regelungen während der Veranstaltung und Nachbereitung zu erledigen sind. Und das ist gut so", stellt Röttger klar. "Der Gast will sich natürlich vergnügen, Spaß haben und die Stunden genießen." Je nach Größe und Aufwand der Veranstaltung betrage die Vorlaufzeit manchmal ein Jahr und länger. So müssten etwa Künstler rechtzeitig gebucht werden, beispielsweise für das "Hundsfrasser Openair".

Auch das Internationale Puppenfestival, das im Mai stattgefunden hätte, startete mit der Vorbereitung im August des Vorjahres, ergänzt Röttger. Hier müssten ja Künstler aus aller Welt akquiriert werden, um beispielsweise den Max Oscar Arnold-Kunstpreis durchführen zu können. "Wir hatten die Vorbereitungen in vier Phasen eingeteilt", erläutert Nina Brückner, die das Konzept erarbeitet hatte. In der ersten Phase gilt es die finanziellen Mittel bereitzustellen, die Zusammenarbeit mit Sonneberg zu gewährleisten und das Programmheft zu erstellen. "Das sind nur Beispiele von insgesamt 14 Schlüsselpunkten", zeigt Brückner die Dimensionen auf. In der zweiten Phase gelte es, weitere Werbemaßnahmen anlaufen zu lassen, Verbesserungen einzuarbeiten und die Eröffnungsfeier, die Spielzeug-Rallye sowie den Familientag zu planen. "Darunter fallen aber auch so profane Dinge wie das Erstellen einer Notfall-Telefonliste und die Anfrage beim gewünschten Schirmherrn bzw. die Einladungsschreiben herauszugeben", so Brückner. In der dritten Phase werde im Normalfall das Tourismuszelt aufgebaut, das Bühnenprogramm überwacht sowie die Biertische, Stehtische und Sonnenschirme gestellt. "Das alles geschah stets in enger Zusammenarbeit mit dem Bauhof", lobt Brückner die Mannen um Bauhof-Leiter Gerhard Reh. Die vierte Phase gehöre dann dem Feedback. "Hier werden die Aufräumarbeiten getaktet, die Abrechnung gemacht sowie ein Pressespiegel erstellt und schließlich ein Resümee gezogen, das natürlich dann in die Vorbereitungen für das kommende Puppenfestival einfließt", erklärt Brückner. Parallel dazu wird auch immer die Max Oscar Arnold-Kunstpreisverleihung geplant. Allein hier hat Brückner rund 40 Posten aufgeführt, die eigentlich abgearbeitet werden müssten.

Das ganze Prozedere musste dann heuer "fast rückwärts wieder storniert werden", so Röttger. Der Aufwand für die Corona bedingte Absage sei dabei ebenfalls immens. "Das reicht vom Verhandeln mit den Brauereien und Händlern über das nicht benötigte Catering bis hin zum Rücksenden von Künstlerpuppen", so Röttger. Auch die Absage sei nicht zum Nulltarif zu haben. "Es hängen an so einer Großveranstaltung eben viele regionale Unternehmen dran", bedauert Kulturbürgermeister Martin Stingl den Ausfall und hofft, 2021 wieder den gewohnten Veranstaltungsreigen präsentieren zu können.

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Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
14. 07. 2020
16:46 Uhr

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Peter Tischer

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Veröffentlicht am:
14. 07. 2020
16:46 Uhr



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