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Coburg

Auch die Brandschützer tragen jetzt Masken

Das Corona-Virus kann die Feuerwehren in Neustadt nicht stoppen. Bislang gab es unter den Aktiven keine Infektionen. Dennoch wirkt sich die Pandemie auf die Arbeit aus.



In Fürth am Berg wurde eine Ölsperre errichtet. Wegen der Corona-Pandemie waren die Aktiven mit FFP2-Masken vor Ort. Foto: Tischer
In Fürth am Berg wurde eine Ölsperre errichtet. Wegen der Corona-Pandemie waren die Aktiven mit FFP2-Masken vor Ort. Foto: Tischer  

Neustadt - Feuerwehr und Ehrenamt sind untrennbar miteinander verbunden. Das gelte auch in Corona-Zeiten, sagt Neustadts Stadtbrandinspektor Florian Höfner, der die Konsequenz und Disziplin lobt, mit der die Aktiven zu Werke gehen. "Wir haben deshalb bislang auch keinen einzigen Corona-Fall zu beklagen", betont Höfner. Die Einsatzbereitschaft sei deshalb "zu keiner Zeit gefährdet" gewesen.

Die Feuerwehren

Rund 390 Frauen und Männer, davon 60 als Atemschutzgeräteträger, sorgen in Neustadts Feuerwehren für Sicherheit. Sie leisten ehrenamtlichen Dienst in zwölf Wehren der Kernstadt, Wildenheid, Meilschnitz, Ebersdorf, Bergdorf, Haarbrücken, Thann, Fechheim-Aicha, Fürth am Berg-Horb, Wellmersdorf, Boderndorf-Kemmaten sowie Unter- und Mittelwasungen. 2019 wurden mehr als 3000 Einsatzstunden bei rund 200 Einsätzen registriert, heuer waren es schon 57 Einsätze. Hinzu kommen zahllose Stunden für Aus- und Fortbildung.

 

In diesem Zusammenhang lobt der Stadtbrandinspektor auch die Stadtoberen, die die Feuerwehren frühzeitig informiert und mit FFP2-Masken ausgestattet hätten. Darüber hinaus habe die Stadt Einweganzüge, Schutzbrillen und erweiterte Flächendesinfektionsmittel genehmigt und den Feuerwehren zur Verfügung gestellt.

 

Wie wichtig das für die Aktiven ist, beweisen zwei Beispiele. "Zum einen hat der Brand in der Rosenstraße gezeigt, dass man bei einem Einsatz den Mindestabstand natürlich nicht einhalten kann und dass man in den Einsatzfahrzeugen eben auch eng beieinandersitzt", führt Höfner aus. Deshalb gilt für ihn und seine Mitstreiter, "dass ab Betreten des Feuerwehrhauses Masken- und Handschuhpflicht besteht". So stellt man sicher, dass beispielsweise die Sonderfahrzeuge, etwa Drehleitern, immer mit einsatzfähigem Personal ausrücken könnten.

Die Einsatzzahlen hätten sich in Corona-Zeiten nicht geändert, sagt der Stadtbrandinspektor, "auch keine vermehrten Türöffnungen sind zu beklagen".

Dass seine Aktiven körperlich fit sind, ist nun natürlich von Vorteil. "Die körperliche Anstrengung ist durch das Maskentragen natürlich bedeutend höher", erläutert Höfner, "das zeigt sich unter anderem, wenn die Kollegen eine Schlauchleitung legen müssen und die Maske tragen." Das sei fast so, als sei man mit der Atemschutzgeräteausrüstung unterwegs.

Spezielle Einsatzpläne gebe es nicht, "denn die Abläufe bei Unfällen, Bränden und Naturkatastrophen haben sich nicht geändert", sagt der Brandinspektor.

Froh ist er darüber, dass die Stadt immer ein offenes Ohr für die Wehren habe. Auch der Unterrichtsraum sei Corona-gerecht gestaltet worden, sodass die notwendigen Aus- und Fortbildungen für bis zu sechs Aktive durchgeführt werden könnten. Auf überörtlicher Ebene würden die Feuerwehrschulen am 15. Juni ihren Lehrbetrieb wieder aufnehmen, weiß Höfner. "Wichtige Lehrgänge wie die Gruppen- oder Zugführerausbildungen werden wohl laufen, andere sicherlich geschoben", vermutet er.

Dass die Bevölkerung die Anstrengungen der Feuerwehren honoriert, sieht er als äußerst positiv an. "Jetzt sieht man, wie wichtig die Feuerwehren sind", bricht der Stadtbrandinspektor eine Lanze für die ehrenamtlichen Wehren und rührt zugleich die Werbetrommel: "Neue Mitglieder sind natürlich immer herzlich willkommen."

Bisher blickt er gelassen in die Zukunft: "Unser Alltagsgeschäft läuft nach wie vor geordnet ab, unsere Einsatzkräfte sind voll motiviert, und die Öffentlichkeit steht hinter ihren Wehren."

Autor

Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
26. 05. 2020
16:26 Uhr

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Autor

Peter Tischer

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Veröffentlicht am:
26. 05. 2020
16:26 Uhr



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