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Coburg

Auf dem Weg zum Traumberuf

Die Studentinnen und Studenten des ersten Jahrgangs der Regiomed Medical School beginnen jetzt ihre praktische Ausbildung. Politiker hoffen, dass die künftigen Ärzte in der Region bleiben.



Die Studierenden des ersten Jahrgangs der Regiomed Medical School beginnen jetzt ihre praktische Ausbildung an den Kliniken des kommunalen Krankenhauskonzerns, der Einrichtungen in Coburg, Lichtenfels, Hildburghausen und Sonneberg betreibt. Chefärzte, Regiomed-Geschäftsführung und Kommunalpolitiker begrüßten die Studentinnen und Studenten am Montag in Coburg herzlich. Damit war die Hoffnung verbunden, dass die angehenden Ärztinnen und Ärzte nach ihrer Ausbildung in der Region bleiben.	Foto: Braunschmidt
Die Studierenden des ersten Jahrgangs der Regiomed Medical School beginnen jetzt ihre praktische Ausbildung an den Kliniken des kommunalen Krankenhauskonzerns, der Einrichtungen in Coburg, Lichtenfels, Hildburghausen und Sonneberg betreibt. Chefärzte, Regiomed-Geschäftsführung und Kommunalpolitiker begrüßten die Studentinnen und Studenten am Montag in Coburg herzlich. Damit war die Hoffnung verbunden, dass die angehenden Ärztinnen und Ärzte nach ihrer Ausbildung in der Region bleiben. Foto: Braunschmidt   » zu den Bildern

Coburg - Ärztin werden - das ist der Traum von Melissa Schwalb aus Lichtenfels. Während der Ausbildung zur Krankenschwester am Klinikum der Korbstadt und ihrer Tätigkeit im Rettungsdienst hat sie festgestellt, "dass mir das nicht reicht". In der Zeitung las sie von der Gründung der Medical School des bayerisch-thüringischen Regiomed-Klinikkonzerns. Hier können sich junge Leute zum Arzt ausbilden lassen, auch wenn sie den Numerus Clausus nicht erreichen. An bayerischen Universitäten lag diese Abiturnote, die zum Zugang zum Medizinstudium berechtigt, im Wintersemester 2018/2019 bei 1,0. Dies gilt in allen anderen Bundesländern; Ausnahmen sind lediglich Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit einer Abi-Note von 1,1.

Medical School

Kliniken im ländlichen Raum müssen besondere Anstrengungen unternehmen, um genügend Nachwuchs an die eigenen Häuser zu binden. Deshalb hat der bayerisch-thüringische Klinikkonzern Regiomed 2015 seine eigene Medical School für die Ausbildung von Ärzten gegründet. Diese begann 2016 mit 25 Studierenden. Der Verbund hat gemeinsam mit der Universität im kroatischen Split einen Studiengang für Medizin ins Leben gerufen. Er kombiniert drei Jahre theoretische Ausbildung an der School of Medicine der Uni Split mit drei Jahren klinischer Phase an den Regiomed-Kliniken, die jetzt für den ersten Studienjahrgang begonnen hat. Die Unterrichtssprache ist englisch. Die Teilnahme kostet 12 000 Euro pro Jahr. Regiomed bietet Stipendien an.

 

In der Regiomed Medical School, die mit der School of Medicine der Universität Split in Kroatien zusammenarbeitet, gilt kein Numerus Clausus, um ein Medizinstudium beginnen zu können. Natürlich sind gute schulische Leistungen ein wichtiges Kriterium, aber daneben sollten die Bewerberinnen und Bewerber auch persönliche Eigenschaften mitbringen, die sie zum erfolgreichen Abschluss des Studiums und zur späteren Tätigkeit als Arzt befähigen. Wichtige Voraussetzungen sind Empathie, Freude am Umgang mit Menschen sowie das Interesse an innovativen Versorgungsmodellen. Melissa Schwalb brachte alles das mit, bewarb sich um einen Studienplatz und wurde - gemeinsam mit 24 anderen jungen Leuten - für den ersten Jahrgang an der Medical School ausgewählt.

 

Das war vor drei Jahren. Jetzt, nach der theoretischen Ausbildung in Kroatien, kehrte Melissa Schwalb in ihre oberfränkische Heimat zurück, um in die Praxis - den Klinikalltag - einzusteigen; so wie ihre 16 Kommilitoninnen und Kommilitonen, die das anspruchsvolle Curriculum an der Universität Split erfolgreich abgeschlossen haben. Dr. Johannes Brachmann, Geschäftsführer der Regiomed-Medical-School, deren Leiter Dr. Dorothea Thieme und PD Dr. Georg Breuer, Regiomed-Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke, Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer, stellvertretender Landrat Rainer Mattern und Schleusingens Bürgermeister Alexander Brodführer begrüßten die angehenden Ärztinnen und Ärzte am Montag mit großer Freude und überaus herzlich in Coburg.

Melissa Schwalb hat klare Vorstellungen davon, was sie von der nun beginnenden praktischen Ausbildung erwartet: "Vor allem, dass der Patient im Mittelpunkt steht und nicht nur die Medizintechnik; dass man Zeit bekommt, sich auf die Bettkante zu setzen, um mit kranken Menschen sprechen zu können."

Genau das bezeichnete Johannes Brachmann neben hoher medizinischer Kompetenz als wesentliche Eigenschaft, die ein Arzt mitbringen müsse. "Bei allem Wissen und allen Kenntnissen über moderne Behandlungsmethoden darf man nicht vergessen, dass in der Medizin Empathie ganz wichtig ist, dass man mit Patienten spricht, dass diese eine gewisse Wärme spüren können." Brachmann sei sich sicher, dass die Studentinnen und Studenten "großartige Ärzte sein werden, um die uns viele beneiden".

Alexander Schmidtke betonte, bei Regiomed freue man sich, dass die jungen Frauen und Männer den "wundervollen Beruf" des Arztes gewählt haben. Schmidtke betonte, dass in dem kommunalen Klinikkonzern "hervorragende Medizin gemachte werde" und der Krankenhausverbund von Lichtenfels, Coburg, Sonneberg und Hildburghausen "eine gute Unternehmensgruppe" sei. Auch auf die finanziellen Schwierigkeiten von Regiomed, der 2018 einen Verlust von rund 25 Millionen Euro geschrieben hat, ging der Hauptgeschäftsführer, ein, wenn auch etwas verklausuliert: "Wir haben ein paar wirtschaftliche Themen", aber das habe mit den angehenden Ärztinnen und Ärzten "nichts zu tun". Die Medical School sei ein "tolles Projekt".

Georg Breuer erläuterte in einem Vortrag, was neben der fachlich fundierten medizinischen Ausbildung in Theorie und Praxis Kern der Regiomed Medical School sei: Ruhe, Zeit und Beziehung. Vor diesem Hintergrund zitierte er eine Kollegin, die beschrieben habe, was einen guten Arzt ausmache: nicht nur hohe fachliche Kompetenz und Talent zur intensiven Kommunikation, sondern vor allem Menschenliebe.

Rainer Mattern verwies auf die Anstrengungen der Kommunalpolitik, medizinischen Nachwuchs für die Region zwischen Rennsteig und Main zu finden. Norbert Tessmer dankte Regiomed für das Engagement, selbst für die Ausbildung von ärztlichem Nachwuchs zu sorgen. Die Gründung der Medical School in Zusammenarbeit mit der Universität Split bewertete der OB "als richtige Entscheidung". Dr. Jürgen Müller, Sprecher der "Freunde der Medical School", warb dafür, Mitglied in dem Förderverein zu werden.

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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
30. 09. 2019
16:52 Uhr

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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
30. 09. 2019
16:52 Uhr



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