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Aus Liebe zum Porzellan

Die Roesler-Börse lockt seit Jahren viele Sammler nach Bad Rodach. Dass es die Veranstaltung gibt, ist dem Zufall zu verdanken.



Stolz ist man im Heimatmuseum auf ein besonderes Exponat: eine Puppenküche, die mit Geschirr aus der Fabrikation von Max Roesler bestückt ist.	Foto: Rebhan
Stolz ist man im Heimatmuseum auf ein besonderes Exponat: eine Puppenküche, die mit Geschirr aus der Fabrikation von Max Roesler bestückt ist. Foto: Rebhan  

Bad Rodach - Ein fester Bestandteil im Terminkalender von Bad Rodach ist die bei Sammlern und Antiquitätenhändlern beliebte "Roesler-Börse" bei der sich die Liebhaber des Steingutes aus ganz Deutschland treffen. Dass es diese Börse gibt, ist im Grund mehr oder minder einem Zufall zu verdanken: In Ostfriesland wurde vor 65 Jahren Rolf-Hendrik Peters geboren. Nach seinem Studium in Oldenburg unterrichtete er Kunst in Darmstadt. Auf der Suche nach einem sammlerischen Betätigungsfeld ist ihm auch die Feinsteingutfabrik Max Roesler aufgefallen, die bis 1931 in Darmstadt Gebrauchskeramik produzierte.

"Im Jahr 1986 führte mich meine Sammelleidenschaft das erste Mal nach Rodach", berichtet der heut in Berlin lebende Rolf-Hendrik Peters. Ein intensives Gespräch mit dem damaligen Leiter des Heimatmuseums, Egbert Friedrich, beflügelte ihn, die erste "Roesler Börse" ins Leben zu rufen. Nachdem die Finanzierung gesichert war, kam es 1989 zur Premiere. Und es sollte eine Erfolgsgeschichte werden: Von 1998 an fand dieser Event dann bis heute zur 22. seiner Auflage jährlich statt. "Und es wird nicht langweilig" betont Peters. "Obwohl die Firma Max Roesler am 19. März 1943 offiziell aus dem Handelsregister gestrichen wurde und es seither kein Feinsteingut mehr aus Bad Rodach gibt, verging keine Börse, an der nicht irgendein noch nicht katalogisiertes Teil auftauchte", erklärt der Forscher.

"Raritäten können schon einen Preis von 200 bis 300 Euro erzielen", erzählt Rolf-Hendrik Peters weiter. Aber auch wer weniger Geld ausgeben will, ist bei der Börse an der richtigen Stelle. Demnach kann der interessierte Besucher auch für fünf bis zehn Euro ein Sammlerstück erwerben, das an eine längst vergangene Zeit erinnert.

Das Besondere an dem Roesler Steingut ist nach Worten von Peters, dass hier ansehnliche Gebrauchsgegenstände für die mittlere bürgerliche Gesellschaft geschaffen wurden. Dass Roesler auch über die Grenzen der Kurstadt bekannt ist, zeigt sich auch an der Tatsache, dass sich das Keramik Museum in Berlin-Charlottenburg mit einer, bis zum 1 Juni 2020 dauernden , Sonderausstellung mit der Produktion der Bad Rodacher Fabrik beschäftigt.

Rolf-Hendrik Peters kommt liebend gern nach Bad Rodach, weil er auch sieht, dass Bürger und Einzelhandel sich noch mit Roesler verbunden fühlen. Er ist sich sicher, dass auch die 22. Auflage der "Roesler-Börse" wieder zu einem Erflog wird. "Bisher waren alles Aussteller mit dem Ergebnis zufrieden", stellte er fest und ergänzte: "Warum soll es dieses Jahr anders werden?" Wer in die Welt der Roesler-Produkte eintauchen will, hat am heutigen Samstag, 31. August, von 12 bis 17 Uhr auf den Schlossplatz Gelegenheit hierzu.

Autor

Martin Rebhan
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
30. 08. 2019
14:52 Uhr

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Martin Rebhan

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Veröffentlicht am:
30. 08. 2019
14:52 Uhr



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