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Coburg

Ausbau des Weichengereuth: Entscheidung wird vertagt

Die FDP informierte auf einer Veranstaltung über ihre Pläne zum Ausbau des Weichengereuth. Dabei gab es auch überraschende Ankündigungen.



Geht es Richtung Süden zwischen Frankenbrücke und Kläranlage künftig vierspurig weiter oder nicht? Über einen Ausbau des Weichengereuth wird der Stadtrat zumindest heute noch nicht entscheiden.
Geht es Richtung Süden zwischen Frankenbrücke und Kläranlage künftig vierspurig weiter oder nicht? Über einen Ausbau des Weichengereuth wird der Stadtrat zumindest heute noch nicht entscheiden.   Foto: Henning Rosenbusch

Coburg - Das, was mit dem Weichengereuth passieren soll, bewegt die Coburger. Deswegen wurde eine Informationsveranstaltung der FDP am Dienstagabend in der Gaststätte Mediterran schier überrannt, einige Besucher mussten sogar auf Gartenstühlen sitzen. Die meisten waren sich einig, dass sie den vierspurigen Ausbau nicht wollen - und hörten Kreisvorsitzendem Dr. Michael Zimmermann und seinen Stellvertreter Jens-Uwe Peter aufmerksam zu. Gekommen waren auch die Stadträte Jürgen Heeb (Pro Coburg) und Petra Schneider (SPD), die ebenfalls zu den Ausbaugegnern zählen.

Für sie hatte 2. Bürgermeisterin, Dr. Birgit Weber eine gute Nachricht. Über die Maßnahme werde der Stadtrat nicht an diesem Donnerstag, sondern erst im November entscheiden. Bis dahin solle das Straßenbauamt die Bürger informieren.

Peter und Zimmermann machten deutlich, dass die FDP zwar einen Ausbau der Straße wolle, aber keinesfalls einen vierspurigen. Dagegen führen sie im wesentlichen vier Argumente ins Feld: Zum einen sei die Idee schlicht überholt, weil sie auf Vorstellungen aus dem Jahr 1974 beruht. Damals habe die Autobahn noch nicht existiert und man wollte die Innenstadt entlasten. Ein Problem, das so heute nicht mehr besteht. Außerdem plagen die FDP-Politiker Sorgen, dass der vierspurige Ausbau den ICE-Halt gefährde, auch wenn sich die Bahn anders geäußert hat. Schließlich würde dadurch der geplante zweigleisige Ausbau sehr viel komplizierter und teurer.

Auch die Kosten führen Peter und Zimmermann ins Feld, die lägen bei geschätzten 30 Millionen Euro. Geld das zwar vom Freistaat, aber trotzdem vom Steuerzahler komme. Schlussendlich würden die geplanten Ampeln den Verkehrsfluss behindern.

Statt des vierspurigen Ausbaus favorisiert die FDP eine zweispurige Lösung mit Spuren für Linksabbieger, zum Beispiel vor der Wassergasse, der Kleinen Rosenau und der Samuel-Schmitt-Straße. Die Variante böte außerdem ausreichend Platz für einen Rad- und Fußweg entlang der Bundesstraße. Damit Radfahrer vom Gelände des Güterbahnhofes zum Beispiel bequem nach Wüstenahorn kommen, soll es eine Brücke über die Gleise geben.

Bürgermeisterin Weber verwies darauf, dass es für diese zweispurige Variante kein Geld vom Freistaat geben werde: "Entweder wir machen den vierspurigen Ausbau oder lassen es so wie es ist." Sie ermutigte die Ausbaugegner aber, sich die Planungen einzubringen: "Ich bin optimistisch, dass wir beim Straßenbauamt noch etwas erreichen können", sagte sie - und nahm Unterschriftenlisten der Gegner entgegen.

In der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass die Mehrheit der Anwesenden den geplanten Ausbau ablehnt, auch die Stadträte Jürgen Heeb und Petra Schneider. Die beiden Kommunalpolitiker machten darauf aufmerksam, dass in anderen Städten Straßen zurückgebaut würden, Coburg aber aufrüste. Sie haben auch Bedenken, dass der vierspurige Ausbau, den ICE-Halt wirklich nicht gefährden würden. "Ich glaube der Bahn noch nicht einmal das, was ich schriftlich habe", kritisierte Schneider. Alle Anwesenden begrüßten Webers Plan, die Entscheidung zu vertagen, um Zeit für eine ausführliche Diskussion zu gewinnen.

Im Mediterran meldeten sich viele Anwohner des Weichengereuth zu Wort. Sie berichteten von ihren Erfahrungen beim Linksabbiegen. Das einhellige Fazit: Es ist gar nicht so schlimm und die Betroffenen kommen mit der Situation klar. Viele schwerer wogen die Befürchtungen, was der vierspurige Ausbau alles mit sich brächte, zum Beispiel wesentlich mehr Lärm.

 
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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
25. 09. 2019
17:18 Uhr

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Katja Diedler

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25. 09. 2019
17:18 Uhr



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