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Coburg

"Bad Rodach begeistert" droht das Aus

Ein Nebensatz schockt die Räte: Der Geschäftsführer der Coburg Stadt und Land aktiv GmbH kündigt an, die Zusammenarbeit einzustellen. Damit könnte das Netzwerk Geschichte sein.



Bislang hat das "Netzwerk Bad Rodach begeistert" dafür gesorgt, dass die Kurstadt aufblüht. Wie es ohne professionelle Unterstützung weiter geht, steht momentan allerdings in der Sternen.	Foto: Andreas Hub (NP-Archiv)
Bislang hat das "Netzwerk Bad Rodach begeistert" dafür gesorgt, dass die Kurstadt aufblüht. Wie es ohne professionelle Unterstützung weiter geht, steht momentan allerdings in der Sternen. Foto: Andreas Hub (NP-Archiv)  

Bad Rodach - Betretende Gesichter hat es bei der Sitzung des Bad Rodacher Stadtrates am Montagabend gegeben. Der Grund: Das "Netzwerk Bad Rodach begeistert" und damit das Marketing der Stadt hängt am seidenen Faden. Für viele überraschend informierte Stefan Hinterleitner, Geschäftsführer der Coburg Stadt und Land aktiv GmbH, dass es keine weitere Zusammenarbeit geben wird. Bislang war die Stadt und Land aktiv GmbH als Dienstleister für das Bad Rodacher Stadtmarketing tätig.

Stadtrat in Kürze

Lars Otto forderte, die Bürgerversammlungen attraktiver zu gestalten. Lange Rückblicke sorgten dafür, dass immer weniger Bürger kommen. Ernst Wilhelm Geiling vertrat die Meinung, dass die Berichterstattung der Geschäftsführer der Therme nichts in der Bürgerversammlung zu suchen gehabt hätte.

Einstimmig verabschiedet wurde sowohl die Wasserabgabe- wie auch die entsprechende Beitrags- und Gebührensatzung. Wie in der vorhergehenden Stadtratssitzung beschlossen steigt der Preis für Trinkwasser auf 2,48 Euro.

Christoph Herold sprach von "desolaten Zuständen" in überfüllten Zügen. Es gehe nicht an, dass die Agilis nur zwei Abteile zur Verfügung stelle, obwohl drei vereinbart seien.

Kämmerer Michael Fischer berichtete von Überlegungen, im Zuge von Neubauten in der Max-Rössler-Straße einen Spielplatz zu errichten.

Hinterleitner erklärte fast in einem Nebensatz, dass es für 2019 kein Angebot für eine weitere Zusammenarbeit geben werde. Auf Nachfrage des 2. Bürgermeisters, Ernst-Wilhelm Geiling (FW), erklärte der Geschäftsführer, dass aus personellen Kapazitätsgründen seiner Gesellschaft keine Zusammenarbeit mehr möglich sei. Nicht ergründen ließ sich, warum Hinterleitner Herbert Müller (SPD), der die gleiche Frage stellte, die Antwort gab: "Es gibt Dinge die ich nicht in einer öffentlichen Sitzung ansprechen will." Weiter begründete Hinterleitner sein Schweigen mit dem Hinweis darauf, dass seine Gesellschaft von "einem Dritten" bezahlt wird.

 

Dieter Weil, Vorstandsmitglied im Stadtmarketing, brachte die Konsequenzen, die durch den Ausstieg des Dienstleiters drohen, auf den Punkt, als er meinte: "Ohne professionelle Hilfe ist das Netzwerk nicht nur in großer Gefahr, es steht zu Disposition". Die geplanten Maßnahmen seien alleine nicht mehr durchführbar. Er forderte den Stadtrat auf, sich darüber Gedanken zu machen, wie es um die Kurstadt stehen werde, wenn es das "Netzwerk Bad Rodach begeistert" nicht mehr gebe. Bevor Hinterleitner die Katze aus dem Sack ließ, hatte Christoph Herold (CSU) festgestellt, dass es eine gute Entscheidung war, das "Netzwerk" auf den Weg zu bringen. Für ihn sei es schade, dass es bisher nicht gelungen sei, eine Städtepartnerschaft auf den Weg zu bringen. Bürgermeister Tobias Ehrlicher entgegnete, dass eine solche Partnerschaft gelebt werden müsse. "Momentan sind wir aus finanzieller wie auch aus personeller Sicht nicht in der Lage, solche dicken Bretter zu bohren". Nach seinen Worten hat er sich aus diesen Gründen bisher gescheut, das Thema anzugehen. Hinterleitner unterstützte den Bürgermeister, indem er darauf verwies, dass jemand sich mit Liebe, Leidenschaft und viel Zeit um eine Städtepartnerschaft kümmern müsse. "Ansonsten verkümmert sie schnell ", betonte Hinterleitner.

Autor

Martin Rebhan
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Veröffentlicht am:
04. 12. 2018
17:34 Uhr

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04. 12. 2018
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