Topthemen: LandestheaterVerkehrslandeplatzStromtrasseHSC 2000 Coburg

Coburg

Bauernhof ein Raub der Flammen

In Breitenau bricht ein Brand in einem landwirtschaftlichen Anwesen aus. Feuerwehren und Rettungsdienste leisten eine hervorragende Arbeit, sagt Bürgermeister Tobias Ehrlicher. Verletzte sind nicht zu beklagen. Der Sachschaden ist jedoch beträchtlich.



Wie ein Feuersturm: Der Brand in Breitenau.
Wie ein Feuersturm: Der Brand in Breitenau.   » zu den Bildern

Breitenau – Später Dienstagabend, kurz vor halb Elf. Der Integrierten Leitstelle in Ebersdorf wird ein Brand in Breitenau gemeldet. „Zunächst sind wir über ein Feuer in einem Garagenanbau informiert worden“, erläutert Kreisbrandinspektor Stefan Püls, der mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Rodach ausrückt. Doch schon bei der Anfahrt erkennen die Einsatzkräfte, dass eine schwierige Aufgabe auf sie wartet: Ein Dreiseithof im eng bebauten Ortskern von Breitenau, einem Stadtteil von Bad Rodach, steht lichterloh in Flammen. „Deshalb haben wir sofort die Alarmstufe erhöht, weitere Wehren und auch die Drehleiter aus Heldburg angefordert“, so Püls.

Insgesamt 145 Einsatzkräfte aus den Feuerwehren Breitenau, Bad Rodach, Mährenhausen, Gauerstadt, Sülzfeld, Großwalbur, Meeder und Heldburg setzen ihre ganze Kraft ein, um ein Ausbreiten der Flammen auf Nachbarhäuser zu verhindern. Unterstützt werden sie von 25 Kräften des Roten Kreuzes und des Arbeiter-Samariter-Bundes. Die Polizei sichert die Umgebung ab. Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG OEL) aus Neustadt ist ebenfalls vor Ort.

„Die Intensität des Brandes war enorm“, erläutert Einsatzleiter Stefan Püls am Mittwochmorgen. Leider habe man nicht verhindern können, dass die Flammen vom Nebengebäude, das nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberfranken in Bayreuth als Lager genutzt wurde, auf den Dachstuhl des direkt angrenzenden Wohnhauses überschlugen. Und: „Die Gefahr war groß, dass sich der Brand über benachbarte Gebäude im Dorf ausweitet“, so Püls. Die alte, verschachtelte Bausubstanz habe den Wehren „unheimliche Schwierigkeiten bereitet“.

Doch die Einsatzkräfte meistern die Situation. Sie setzen konsequent auf den „Innenangriff“ mit Atemschutzgeräteträgern sowie die Drehleitern aus Bad Rodach und Heldburg. Das stellt sich als die richtige Strategie heraus. So bringen die Wehren die Flammen schließlich unter Kontrolle, können ein weiteres Ausbreiten im Haus eindämmen und die Nachbargebäude schützen. 

Ausgezahlt hat sich zudem der Einsatz einer Drohne mit Wärmebildkamera. Mit dem fliegenden Roboter kann aus der Luft nach versteckten Brandnestern gesucht werden. „Es wurden auch welche entdeckt. Die haben wir über die Drehleiter abgelöscht.“ Stefan Püls: „Um 2.30 Uhr konnten wir ,Feuer aus‘ melden.“
Glücklicherweise, so Einsatzleiter Püls und Gerhard Waedt, Leiter der Polizeieinsatzzentrale Oberfranken, hätten die Bewohner – eine fünfköpfige, in der Breitenauer Feuerwehr engagierte Familie – die Flammen rechtzeitig bemerkt und das Haus unverletzt verlassen können. Vorsorglich sind auch die sechs Bewohner eines Nachbarhauses evakuiert und im Breitenauer Gemeindehaus betreut und versorgt worden. 

Insgesamt spricht der Kreisbrandinspektor von einem „hervorragenden Zusammenspiel aller Einsatzkräfte“. Besonders gefreut hat ihn, dass Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Elsa in der Nacht anboten, die Feuerwehr Breitenau bei der Brandwache abzulösen. Sie war seit der Alarmierung kurz nach 22.20 Uhr im Einsatz. 

Dies stehe für die Kameradschaft und das Miteinander der Feuerwehren in der Region, lobt auch Bad Rodachs Bürgermeister Tobias Ehrlicher. Er ist Aktiver in der Feuerwehr Breitenau und war als Atemschutzgeräteträger im brennenden Haus. „Da konnte ich sehen, dass es kein einfacher Einsatz war.“ Die Feuerwehren hätten „Hand in Hand“ eine „hervorragende Arbeit“ geleistet. Es sei nicht selbstverständlich gewesen, dass sie das Ausbreiten des Brandes im Heimatort des Bürgermeisters verhindern konnten. Das Feuer in Breitenau habe einmal mehr bestätigt, wie wichtig neben modernstem Gerät, wie der neuen Bad Rodacher Drehleiter, die kleinen Feuerwehren mit ihren Löschwasserpumpen und Schlauchstrecken sind. Auch die Kooperation mit der Feuerwehr Heldburg im benachbarten Thüringen habe sich einmal mehr bewährt.

Noch in der Nacht nahmen Beamte der Polizeiinspektion Coburg sowie Brandfahnder der Kriminalpolizei Ermittlungen auf, um die Ursache des Feuers ausfindig zu machen. Dies werde mehrere Tage in Anspruch nehmen, hieß es am Mittwochnachmittag aus dem Polizeipräsidium Oberfranken. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf mehr als eine Viertelmillion Euro.

Autor
Wolfgang Braunschmidt

Wolfgang Braunschmidt

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 01. 2018
08:08 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Feuer Lager Polizei Schäden und Verluste Wohnhäuser
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Feuerwehrauto

12.10.2017

Sonnefeld: Traktor geht in Flammen auf

Ein Landwirt ist mit seinem Traktor von Mitwitz in Richtung Zedersdorf unterwegs. Plötzlich fängt das Fahrzeug Feuer. » mehr

IMG_4661.JPG Coburg

Aktualisiert am 22.12.2017

Brand in Coburg: Rentnerin verliert ihr Zuhause

Am Freitag brennt ein Haus in Scheuerfeld. Vermutlich hat sich Fett entzündet. Eine Helferin erhebt schwere Vorwürfe gegenüber Gaffern. » mehr

Fahrzeugbrand löschen

18.08.2017

Firmen-Mitarbeiter bringt brennenden Gabelstapler ins Freie

Verbrennungen zweiten Grades hat ein 54-jähriger Gabelstapler-Fahrer einer Neustadter Firma erlitten. Als das Gefährt plötzlich bei Arbeiten in einer Halle Feuer fängt, bringt es noch ins Freie. » mehr

Blaulicht einer Feuerwehr

05.08.2017

Garten-Backofen fängt Feuer

Ein selbstgebauter Backofen hat in der Nacht die Feuerwehr in Neustadt auf den Plan gerufen. Der Ofen befand sich den ganzen Tag zuvor in Betrieb. » mehr

Auf dem Gelände des Handelsgeschäfts Herchenhahn in Ahorn hat es zum dritten Mal gebrannt. Die Feuerwehr spricht von einer Brandserie, die Kriminalpolizei ermittelt auch wegen Brandstiftung, und Bürgermeister Martin Finzel verurteilt die mutmaßliche Straftat. Das Foto entstand bei einem Einsatz in der Ringstraße im Herbst vergangenen Jahres.	Foto: Archiv/Feuerwehr Ahorn

26.07.2017

Zum dritten Mal Feuer

Auf dem Gelände der Firma Herchenhahn in Ahorn brennt es erneut. Die Tochter des Geschäftsinhabers spricht offen von Brandstiftung. Die Polizei hält sich dagegen zurück. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Büttenabend Wallenfels

Büttenabend Wallenfels | 15.01.2018 Wallenfels
» 26 Bilder ansehen

BBC - Schwelm

BBC - Schwelm | 14.01.2018 Coburg
» 48 Bilder ansehen

Dr. Schneider Hallen-Cup 2018

Dr. Schneider Hallen-Cup 2018 | 14.01.2018 Kronach
» 71 Bilder ansehen

Autor
Wolfgang Braunschmidt

Wolfgang Braunschmidt

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 01. 2018
08:08 Uhr



^