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Baupfusch unterm Fußballfeld?

Möglicherweise wurden Drainagerohre zwar abgerechnet, aber nicht verlegt. Das würde teuer werden. Die Stadt will jetzt die ganze Schulsportanlage untersuchen.



Da war - zumindest oberflächlich - alles gut: Beim Traumspiel des FC Bayern im vergangenen Sommer glich der Rasen im ehemaligen Dr.-Stocke-Stadion einem Teppich.	Foto: Henning Rosenbusch
Da war - zumindest oberflächlich - alles gut: Beim Traumspiel des FC Bayern im vergangenen Sommer glich der Rasen im ehemaligen Dr.-Stocke-Stadion einem Teppich. Foto: Henning Rosenbusch  

Coburg - Der Bau- und Umweltsenat hat beschlossen, die Qualität der bestehenden Rasenspielfläche in der Schulsportanlage dauerhaft wieder herzustellen. Die Entrüstung bei einigen Mitgliedern des Gremiums war zunächst groß, nachdem Bernhard Ledermann, der Leiter des Grünflächenamtes, davon berichtet hatte, dass möglicherweise eingeplante und auch abgerechnete Drainagerohre überhaupt nicht verlegt wurden. Der nachträgliche Einbau könnte bis zu 115 000 Euro kosten, der Platz wäre dann für rund zehn Wochen nicht bespielbar.

Zur Vorgeschichte: Wegen zahlreichen Regenwurmhäufchen war der Rasen auf dem Spielfeld in der Wiesenstraße im vergangenen Jahr so uneben geworden, dass er zeitweise nicht bespielbar war. Das lag auch daran, dass er zu feucht war, als dass man ihn für Pflegemaßnahmen hätte befahren können. Um der Ursache für die ungewöhnliche Nässe auf den Grund zu gehen, ließ die Stadtverwaltung Mitte September 2017 den Aufbau des Spielfeldes untersuchen. Dabei wurde festgestellt, dass der Untergrund dichte, tonige Schichten enthält, die kaum wasserdurchlässig sind. Um Feuchtigkeit abzuleiten, wurden darum laut Planung angeblich Drainagerohre im Feld eingebaut. Diese konnten nun jedoch nicht gefunden werden.

"Wir gehen derzeit davon aus, dass diese Drainage gar nicht da ist", so Ledermann. Das habe eine Befahrung der sogenannte Ringdrainage ergeben, die rund um das Feld verläuft. Dort waren keine Einmündungen der angeblich vorhandenen Rohre zu erkennen, ebenso wenig wie an dem Rohr, welches durch die Mitte des Platzes verläuft. Auch die sogenannte Vorflut, ein Schacht, von dem aus das abgeleitete Wasser vom Platz in die Itz gepumpt werden soll, war bei zwei durchgeführten Überprüfungen gestaut und funktioniere offenbar nicht korrekt.

Die beauftragte Baufirma habe beim Umbau der Anlage 2006 die Pläne wohl nicht ordnungsgemäß umgesetzt, "das ist eine klare Frage der Gewährleistung", so die Einschätzung von Hans-Heinrich Ulmann, CSB. Seine Fraktion hatte den Antrag zur Sanierung des Rasenplatzes gestellt. Allerdings sei in Sachen Gewährleistung wohl nichts mehr zu machen, da zehn Jahre bereits verstrichen seien. "Die Regenwürmer sind nur das oberste Zeichen dafür, was alles unten nicht stimmt." Schockiert über den Zustand des Rasenfeldes äußerte sich Max Beyersdorf, CSU. "Ich bin erschüttert, dass wir nach zehn Jahren über eine komplette Sanierung reden müssen."

Gerhard Knoch, Leiter des Coburger Entsorgungs- und Baubetriebs (CEB), erklärte, der Platz wurde vor elf Jahren vom Tiefbauamt gebaut, ausführend war eine Firma aus Bamberg. Diese bezeichnete er als fachkundig und zuverlässig. "Ich distanziere mich von der Annahme, die Rohre seien nicht da", möglich sei jedoch, dass jemand einen Fehler gemacht und die Drainagerohre nicht korrekt angeschlossen habe.

Wenn die Rohre tatsächlich nicht vorhanden sind, dann müssten sie neu verlegt werden. Das würde inklusive einer Sanierung des Sportrasens rund 115 000 Euro kosten. Der Platz wäre dann etwa zehn Wochen nicht nutzbar. Noch nicht berücksichtigt ist dabei die Instandsetzung der Vorflut. Die Kosten dafür jedoch sind laut Knoch gering, da voraussichtlich nur einige Regler verändert werden müssten. Im vergangenen Jahr wurde der Platz durch optimierte Pflege bespielbar gemacht. Das beinhaltete sanden, lochen, striegeln, düngen und nachsäen. Allerdings machte der feuchte Herbst diese Anstrengungen wieder zunichte. Die Kosten dafür lagen bei rund 5500 Euro.

Der Bau- und Umweltsenat beschloss schließlich einstimmig, die Vorflut zu prüfen und zu optimieren, die Drainage zu untersuchen und soweit nötig zu ertüchtigen und die optimierte Pflege wie im vergangenen Jahr durchzuführen. Nun soll als erster Schritt auf einigen Probestücken der Boden geöffnet werden, um zu schauen, ob die laut Plan vorhandenen Rohre unter dem Platz wirklich da sind. Die könnten dann vergleichsweise einfach angeschlossen werden. Sind keine Rohre vorhanden, muss sich der Bau- und Umweltsenat erneut mit dem weiteren Vorgehen befassen.

 
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Christiane Schult

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Veröffentlicht am:
14. 03. 2018
15:30 Uhr

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Christiane Schult

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14. 03. 2018
15:30 Uhr



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