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Coburg

Beim Hotel vorerst alles auf Stopp

Am Ob besteht kein Zweifel, aber am Wie scheiden sich die Geister. Deshalb verordnet sich der Stadtrat eine kurze Denkpause. Über ein Ratsbegehren wird im Juni entschieden.



Das vom Stadtrat beschlossene Hotel auf dem Anger - hier ein noch zu überarbeitender Entwurf -stößt auf große Kritik. Am Donnerstag verordnete sich das Gremium eine Denkpause. Diese dient dazu, in Sachen Ästhetik und Standort mit allen Beteiligten die für Coburg beste Lösung zu finden. Entwurf: Architekturbüro Soyk
Das vom Stadtrat beschlossene Hotel auf dem Anger - hier ein noch zu überarbeitender Entwurf -stößt auf große Kritik. Am Donnerstag verordnete sich das Gremium eine Denkpause. Diese dient dazu, in Sachen Ästhetik und Standort mit allen Beteiligten die für Coburg beste Lösung zu finden. Entwurf: Architekturbüro Soyk  

Coburg - Alles auf Halt: Am 11. April hat der Stadtrat über den Bebauungsplan den Weg für einen Hotelkomplex auf dem Anger frei gemacht, diesen Beschluss am Donnerstag auf Antrag von Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) jedoch zunächst wieder ausgesetzt. Wenngleich am Ob kein Zweifel bestehe, habe aber das Wie in der Öffentlichkeit eine "große Sturmflut" ausgelöst, warb Tessmer für eine "ein- bis zweiwöchige Denkpause". Mit großem Erfolg: Für seinen Vorstoß votierten 36 Stadträte. Lediglich Martina Benzel-Weyh und Wolf-Rüdiger Benzel (beide parteilos) stimmten dagegen, weil sie grundsätzlich gegen ein Hotel auf dem Anger sind.

Während der "Denkpause" will der Oberbürgermeister ("Aussetzen ist nicht aussitzen") mit allen Beteiligten inklusive Öffentlichkeit nach der für Coburg besten Lösung suchen. "Am Ende muss ein Mehrwert für die Stadt herauskommen", so seine Zielvorgabe. Zugleich versicherte er, dass in diesem Zeitraum auch der Verkauf des Grundstücks auf Eis liege.

Im Kern geht es darum, eine Lösung für den Dreiklang aus Dimension, Ästhetik und Standort zu finden, die von allen Beteiligten getragen wird. Wie mehrfach berichtet, hatte der Stadtrat im April die Planung der Welcome-Gruppe als Investor und Betreiber des Hotels auf dem Anger abgesegnet. Nachdem erste Animationen des Projekts publik wurden, hagelte es von vielen Seiten heftige Kritik. Von einem "siebenstöckigen Betonklotz" war ebenso die Rede wie von einem "Kasernenblock". Schnell sprach sich ein breites Bündnis gegen die Bebauung des Angers aus. Zudem fordert Michael Stoschek, das Hotel nicht auf dem Anger, sondern entlang der Alexandrinenstraße im Rosengarten zu errichten.

Zu Beginn der Stadtratssitzung am Donnerstag sprach Norbert Tessmer von "schweren und komplexen Entscheidungen", die der Stadtrat teils unter enormem Zeitdruck in der Vergangenheit getroffen und auch künftig zu treffen habe. Er bedauerte, dass die Folgen heftiger Debatten manchmal auch persönlichen Zerwürfnisse seien. Deshalb appellierte er an die Stadträte, Anstand zu wahren und sich an "alle geschriebenen und ungeschriebenen Regeln zu halten und Mehrheiten zu akzeptieren". Das Gremium quittierte seine "Ansprache" mit Beifall.

Doch kaum waren die Worte verhallt, sah sich der Oberbürgermeister zu einem Ordnungsruf gezwungen. Adressat des "Rüffels" war Wolf-Rüdiger Benzel, der mit der Absetzung zweier von ihm und seiner Frau eingebrachten Anträge (Änderung Bebauungsplan Anger; Rücknahme Hotel-Beschluss Anger) nicht einverstanden war. "Das ist Erdoganmanier", schimpfte er. "Wenn Sie hier mit Erdogan anfangen, erteile ich Ihnen hiermit einen Ordnungsruf", konterte Tessmer. Zuvor hatte er vergeblich versucht, Benzel zu überzeugen, dass die Anträge mit dem Aussetzen des Stadtratsbeschlusses vom 11. April zumindest für die aktuelle Sitzung obsolet seien.

Ebenfalls nicht abgestimmt wurde über den von der CSU/JC-Stadtratsfraktion eingereichten Dringlichkeitsantrag für ein Ratsbegehren. Die Christsozialen sehen in der Hotel-Standortfrage die Stadt gespalten und wollen die Entscheidung dem Bürger überlassen (NP vom 22. Mai). Die Dringlichkeit sei nicht gegeben, berief sich Tessmer auf die Städte- und Gemeindeordnung. Zudem habe er sich eine dritte Meinung bei der Regierung von Oberfranken eingeholt, die seine Einschätzung bestätige. Aber auch hier gilt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, denn der Ratsbegehren-Antrag steht im Juni wieder auf der Tagesordnung.

Autor
Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
23. 05. 2019
20:24 Uhr

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Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
23. 05. 2019
20:24 Uhr



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